Dr. Jürgen Nelles hielt Vortrag über Karl Valentin und Liesl Karlstadt im Odendorfer Zehnthaus
„Ein geniales Komikerpaar“
Swisttal-Odendorf. „Es ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von allen“. Mit diesem Zitat führte der Bonner Sprachwissenschaftler Dr. Jürgen Nelles am 15. Februar im Odendorfer Zehnthaus in seinen Vortrag über Karl Valentin und Liesl Karlstadt ein und begründete damit augenzwinkernd vor dem zahlreich erschienen Publikum seine Ausführungen zu dem berühmten Münchner Kabarettistenpaar.
Valentin, 1882 als Valentin Ludwig Fey in München geboren, tat sich bereits an der ungeliebten Schule durch eine Vielzahl von Streichen hervor, die durchaus an die Späße von Max und Moritz erinnerten. Es wundert - so Nelles - daher nicht, dass die Geschichten von Wilhelm Busch für sein späteres Wirken durchaus wichtig bleiben sollten. Bedeutend war auch, dass er bereits in frühen Jahren das Spielen mehrerer Musikinstrumente erlernte - Zitter, Geige, Fagott und Tuba. So konnte er bereits mit 19 Jahren als „Vereinshumorist“ und Musikclown aufzutreten. Nach anfänglichen Misserfolgen kam 1908 der Durchbruch. Valentin erhielt ein festes Engagement an der Münchner Volkssängerbühne.
Dort traf er 1911 die zehn Jahre jüngere Elisabeth Wellano, die dann unter dem Künstlernamen Liesl Karlstadt seine kongeniale Bühnenpartnerin wurde.
Liesl Karlstadt kam aus einer armen Familie. Im Gegensatz zu Valentin war sie eine gute Schülerin, aber der Besuch einer weiterführenden Schule war aus finanziellen Gründen nicht möglich. Auch sie beherrschte mehrere Instrumente und ging mit 17 Jahren zum Kabarett.
Karl Valentin und Liesl Karlstadt sollten 25 Jahre zusammenarbeiten. In dieser Zeit, die menschlich und beruflich von Höhen und Tiefen bestimmt war, entstanden nahezu 400 Sketche, von denen sie viele selbst verfilmten.
Deutlich hob Nelles hervor, dass die Rolle Karlstadts in der Rückschau oft nicht wirklich gewürdigt wurde. Sie war aber nicht nur Bühnenpartnerin, vielmehr war sie auch gleichberechtigt an der Entwicklung von Dialogen und Sketchen beteiligt.
Nelles schilderte, wie die beiden in den 30er Jahren in der Kunstmetropole München zu Publikumsmagneten wurden und vor allem auch von den dort lebenden Künstlern hochgeschätzt wurden, so unter anderen von Bertolt Brecht, Thomas und Heinrich Mann sowie von Kurt Tucholsky.
Ganz besonders lebte und wirkte der Vortrag von Jürgen Nelles durch die zahlreichen Beispiele, in denen er die grotesk-komischen Szenen alltäglicher Situationen rezitierte und mit zahlreichen Bildern illustrierte.
„Es ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von allen“. Mit diesem Zitat führte der Bonner Sprachwissenschaftler Dr. Jürgen Nelles am 15. Februar im Odendorfer Zehnthaus in seinen Vortrag über Karl Valentin und Liesl Karlstadt ein und begründete damit augenzwinkernd vor dem zahlreich erschienen Publikum seine Ausführungen zu dem berühmten Münchner Kabarettistenpaar. Foto: privat
