Brexbachtalbahn machte Station beim deutschen Nahverkehrstag
Ein guter Zug zum Klimaschutz
Bendorf. Trotz Baustellen, Personalmangel und Unterfinanzierung - noch nie sind so viele Menschen mit der Bahn gefahren und noch nie waren so viele Gäste beim Deutschen Nahverkehrstag in Koblenz. Mit einem Gemeinschaftsstand zusammen mit der Eifel- und Hunsrückquerbahn, dem BUND und ProBahn, machte auch die Brexbachtalbahn drei Tage hier Station, um sich an Fachvorträgen und Diskussionen zu beteiligen, über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten zu informieren und die Bedeutung einer reaktivierten „Brex“ einem Fachpublikum und Politikern zu erläutern. Drunter auch die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Kathrin Eder. Mehr als drei Millionen Menschen könnten sofort Zugang zum Europäischen Bahnnetz haben, wenn die ca. 4.000 km stillgelegter Bahnstrecken bundesweit reaktiviert wären. Die Ministerin machte deutlich, dass für eine wirksame Reduktion von Treibhausgasen die Mobilitätswende die größte Rolle spielt. Um die verpflichtenden Klimaziele noch zu erreichen, muss bis 2030 ein Viertel des Güterverkehrs in Deutschland auf der Schiene fahren und eine Lücke von 194 Millionen Tonnen an Treibhausgasen geschossen werden. Allein im Verkehrsbereich werden die festgelegten Emissionsziele für die einzelnen Jahre bis 2030 aber insgesamt um 187 Millionen Tonnen überschritten. Laut Prognose des Umweltbundesamts wird eine Tonne an Treibhausgasüberschuss im Emissionshandel bis 2030 rund 100 Euro kosten. Bei 187 Millionen Tonnen wären das 18,7 Milliarden Euro, die die Bundesrepublik zahlen müsste. Nichts tun wird also extrem teuer. Genau deshalb kämpfen die Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn aus Bendorf auch seit über 16 Jahren für die Verkehrswende und die Nutzung der Schiene, denn in Bendorf steigen die Emissionen durch den Transport von Massengütern wie Ton- und Holz aus dem Westerwald an den Rhein seit Jahren an, statt zu sinken. Straßen sind überlastet und der Kulturpark- und Touristikstandort Sayn versinkt in der Sommersaison oder bei Großveranstaltungen wie Garten- oder Weihnachtsmarkt im Verkehrschaos. Doch statt Zugsignale hört man von der kommunalen Politik und den Parteien seit Jahren nur, dass Eisenbahn die Stadtentwicklung stört. Statt Weichenstellungen in eine mobile Zukunft fahren die Kommunen entlang der Strecke aufs Abstellgleis und verlieren den Anschluss. Es werden Resolutionen gegen die Bahn verfasst und sie wird und wurde weder in der Bewerbung zu einer Landesgartenschau, noch einem Klimaschutzkonzept oder einem Projekt wie die „Grüne Entdeckerstadt“ berücksichtigt. Höchst attraktive weil nachhaltige Zugfahrten vom Rhein in den Westerwald und umgekehrt mit Anbindung auch der Bendorfer City an zahlreiche Wanderwege, das Pfadfinderlager und den Kletterwald bleiben also auch für Touristen und Wanderer nach wie ein Wunschtraum. Wie auf diese Weise die Klimaziele eingehalten werden sollen, wenn man eine wichtige Infrastruktur als An- und Verbindung von Wirtschaft- und Erholungsräumen nicht nutzen will, auf diese Fragen kommen keine Antworten. Dennoch arbeiten die Mitglieder unbeirrt weiter, denn in einer Zeit, in der die Folgen der Klimakrise längst allgegenwärtig sind, können und wollen sie es nicht zulassen, dass die Weichen für die Verkehrswende weiterhin falsch gestellt werden. Denn aktuell läuft die Nutzen-Kosten-Untersuchung des Landes für die Brexbachtalbahn. Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit haben die Mitglieder - den aktuellen Mindestlohn einmal zugrunde gelegt - schon eine Vorleistung in Millionenhöhe erbracht. Ein Dankeschön von Seiten der kommunalen Politik gab es dafür bis heute allerdings nicht.
Pressemitteilung Brexbachtalbahn
