Allgemeine Berichte | 23.08.2021

Stommel Stiftung präsentiert Ludwig van Beethoven-Open Air

Ein literarisches Nachtkonzert

Im Wechsel mit der Musik erfuhren die Zuschauer interessante und teils nicht sehr bekannte Details aus dem Leben Ludwig van Beethovens

Warum hat seine Musik auch nach über 200 Jahren eine solch starke Wirkung auf uns? Auf viele solcher Fragen gab es an diesem Abend Antworten. Fotos: Stommel Stiftung

Urbar. Woran lag es, dass Ludwig van Beethoven innerhalb von 25 Jahren 64-mal umgezogen ist? Wieso hat er mit seinen großen Sinfonien meist eher kleines Geld verdient? Wer war die „unsterbliche Geliebte“ wirklich? Aber vor allem: Warum hat seine Musik auch nach über 200 Jahren eine solch starke Wirkung auf uns? Auf alle diese Fragen wurde beim literarischen Nachtkonzert „Ludwig van“ am 6. August 2021 in Urbar eine Antwort gegeben, und zwar von der Pianistin Anna Fedorova, der Geigerin Clémence de Forceville, dem Cellisten Benedict Kloeckner und dem Schauspieler Julian Weigend.

Bei einem Podiumsgespräch zwischen den Solisten des Abends und dem Orchestermusiker und Komponisten Wolfram Klepsch (Rheinische Philharmonie) konnte das Publikum zunächst einmal einen Einblick in die Werkstatt Beethovens nehmen und anhand von Musikbeispielen nachvollziehen, was den typischen „Beethoven-Sound“ ausmacht und welche Auswirkungen er auf nachfolgende Komponisten hatte.

Mit einsetzender Dunkelheit wurde dann das Gebäude der Stommel Stiftung, auf dessen Terrasse das Konzert stattfand, stimmungsvoll illuminiert und das Publikum erlebte Aufführungen der 3. Cellosonate in A-Dur und des sog. Geistertrios von Beethoven, die in jeder Hinsicht außergewöhnlich waren. Voller Energie und mit direktem Zugriff gingen Fedorova und Kloeckner die Cellosonate an, ohne dass es hierbei an Differenziertheit und tiefer Empfindung für die Musik gefehlt hätte. Beim Geistertrio kam dann die Geigerin Clémence de Forceville hinzu. Auch hier war das Spiel von einer offensiven und unverschnörkelten, dabei aber dennoch ungemein klangschönen Spielweise geprägt, die dem Werk sehr entgegenkommt. Ein Geniestreich gelang den Musikern aber mit dem langsamen Satz, den man in dieser Intensität und Eindringlichkeit selten hört. Im Publikum hätte man eine Stecknadel fallen hören.

Im Wechsel mit der Musik erfuhren die Zuschauer interessante und teils nicht sehr bekannte Details aus dem Leben Ludwig van Beethovens, die von Julian Weigend mitreißend und mit einer guten Portion Humor vorgetragen wurden.

Für das nächste Jahr ist eine Fortsetzung geplant.

Die Musiker des Abends.

Die Musiker des Abends.

Warum hat seine Musik auch nach über 200 Jahren eine solch starke Wirkung auf uns? Auf viele solcher Fragen gab es an diesem Abend Antworten. Fotos: Stommel Stiftung

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