Allgemeine Berichte | 07.11.2016

NABU-Landesverband Rheinland-Pfalz

Ein neues Zuhause für karpatische Wasserbüffeldamen

Die vier Tiere fühlen sich wohl im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen - erster Nachwuchs in den nächsten Tagen

Ein begehrtes Fotomotiv: Da zückt auch der Landrat gern mal das Handy.

Thür. Die vierjährige Moni, die dreijährige Luna sowie Whity und Ella, beide noch im zarten Alter von zwei Jahren, hat Landwirt Manfred Berresheim von Beginn an in sein Herz geschlossen. Nein, es handelt sich hier nicht um seine Enkelkinder, sondern um vier karpatische Wasserbüffel, die vor vier Monaten im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen, einem überregional bedeutsamen Feuchtgebiet mit einer artenreichen Fauna, angesiedelt wurden. Sie fühlen sich wohl in der Verbandsgemeinde Mendig - und sie erwarten alle vier in den nächsten Tagen Nachwuchs. Der NABU-Landesverband Rheinland-Pfalz hatte die vier Tiere vom Landesverband Thüringen übernommen und der vom Aussterben bedrohten Haustierrasse in Thür ein neues Zuhause gegeben. Im rumänisch-ukrainischen Grenzgebiet leben noch etwa 1000 dieser seltenen Tiere. Die Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz hat die Bewirtschaftung und die Entwicklungspflege für das 15 Hektar große Gelände im Rahmen eines Ökokontos für die Dauer von 30 Jahren übernommen und vor vier Monaten diese „tierische Unterstützung“ bekommen. Bei einem Ortstermin erläuterten Landrat Dr. Alexander Saftig und der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth den Stand der Dinge.

Wasserbüffel leisten einen Beitrag zum Naturschutz

Die karpatischen Wasserbüffel, die als sehr entspannte Zeitgenossen gelten und vor allem das Schilf fressen, leisten nach Angaben der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Landschaftsschutz. Sie weiden auf einem Gelände, das von einem 2,1 Kilometer langen Elektrozaun umgeben ist. Ziel ist es, in dem Gebiet nur noch vereinzelt Maschinen einzusetzen. Die robuste Haustierrasse kann ganzjährig draußen gehalten werden, auch im Winter. Im Sommer suchen die Tiere die benachbarten Gewässer auf, in denen sie sich abkühlen und suhlen können. „Deshalb sind die Thürer Wiesen für die Tiere ideal“, sagt etwa Jörg Hilgers, der das Naturschutzprojekt als Biologe unterstützt. Anfang des Jahres hatten die Ortsgemeinde Thür, die Verbandsgemeinde Mendig sowie der NABU- Landesverband Rheinland-Pfalz ihre im Eigentum befindlichen Flächen der kreiseigenen Stiftung für Natur und Umwelt zur Verfügung gestellt. Die Stiftung bietet diese Flächen als mögliche vorgezogene Kompensationsmaßnahme für Bauvorhaben als Ökokonto an. „Besonders hervorzuheben ist, dass der NABU-Landesverband Rheinland-Pfalz die vier Wasserbüffel erworben und auch für den Transport in die Thürer Wiesen gesorgt hat“, führt Tanja Stromberg, Geschäftsstellenleiterin der Stiftung, aus. „Wir haben mit dem NABU eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, wonach uns die Tiere unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.“ Die Betreuung vor Ort erfolgt durch Olaf Berresheim, einem Landwirt aus Thür, der von zwei Helfern unterstützt wird. Abzuwarten bleibt, wie sich die Büffel einleben und welchen Beitrag sie für die Landschaftspflege leisten. Für die Amphibien, Libellen und die Vogel-Tierwelt werden von den Fachleuten positive Entwicklungen erwartet: „Jetzt wollen wir mal sehen, wie es im Winter in den Thürer Wiesen zugeht“, so Stromberg. „Wenn alles gut läuft, werden dann vier Kälber da sein.“ Und Manfred Berresheim muss sich wieder auf Namenssuche begeben. Eine Aufgabe, die er sicherlich gern übernimmt.

Landwirt Manfred Berresheim lockt die Tiere mit Futter an, damit die Gäste sie aus der Nähe betrachten können. Im Normalfall wird nicht zugefüttert.

Landwirt Manfred Berresheim lockt die Tiere mit Futter an, damit die Gäste sie aus der Nähe betrachten können. Im Normalfall wird nicht zugefüttert.

Im rumänisch-ukrainischen Grenzgebiet leben nur noch 1000 Tiere dieser seltenen Rasse.SK

Im rumänisch-ukrainischen Grenzgebiet leben nur noch 1000 Tiere dieser seltenen Rasse.Fotos: SK

Nicht nur Landrat Dr. Alexander Saftig (links) hat die Tiere in sein Herz geschlossen.

Nicht nur Landrat Dr. Alexander Saftig (links) hat die Tiere in sein Herz geschlossen.

Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU-Landesverbands Rheinland-Pfalz, erläutert den Gästen den Stand der Dinge. Ganz rechts hört der Thürer Ortsbürgermeister Rainer Hilger aufmerksam zu.

Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU-Landesverbands Rheinland-Pfalz, erläutert den Gästen den Stand der Dinge. Ganz rechts hört der Thürer Ortsbürgermeister Rainer Hilger aufmerksam zu.

Ein begehrtes Fotomotiv: Da zückt auch der Landrat gern mal das Handy.

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