Städtischer Kindergarten „Strünzer Pänz“ hat seinen Betrieb aufgenommen
Ein 'richtiger' Koch und 'richtige' Ziegen für die kleinen Leute
Fast 4 Millionen Eure wurden in den vergangenen vier Jahren für das Projekt investiert
Linz. Sehr gute Laune herrschte auf dem Pressetermin, bei dem die Eröffnung des neuen städtischen Kindergartens „Strünzer Pänz“ in der Friedrich-Ebertstraße, offiziell und unter Einhaltung der aktuellen Corona-Beschränkungen begangen wurde. Stadtbürgermeister Hans Georg Faust machte nach ein paar einführenden Worten seiner Begeisterung Luft: „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, in die Zukunft zu investieren – und diese Kindertagesstätte ist ein großer Baustein auf diesem Weg. Gemeinsam mit den Fördermitteln des Landes und der großen Unterstützung der Firma Niedax – hier gilt unser Dank ganz besonders den Geschäftsführern Bruno Reufels und Alexander Horn - hat die Stadt Linz fast 4 Millionen Euro für das Projekt aufgebracht. Und mit dem Ergebnis können wir mehr als zufrieden sein: Wir können den Kindern hier weit mehr bieten, als gesetzlich vorgesehen.“ Er übergab das Wort an den Beigeordneten Flippo Wölbert, der die Umsetzung des Großprojekts maßgeblich betreut hat. „Ich investiere von Kopf und Herz in Menschen,“ betonte der, „Wir haben hier etwas Fantastisches geschaffen – und ebenso fantastische Mitarbeiter für die Betreuung der Kinder gewinnen können. Der überwiegende Teil hat eine fünfjährige Ausbildung genossen und stellt so etwas wie den Goldstandard unter den Erzieherinnen dar. Wir sind sehr stolz darauf und freuen uns sehr für die Kinder.“
Eine Investition in die Zukunft
Bruno Horn ergänzte: „Die Niedax ist nicht nur ein multinationales Unternehmen, sondern auch sehr in Linz am Rhein verwurzelt. Die spontane Idee, sich an der Finanzierung eines Kindergartens zu beteiligen, stieß auf ungeteilte Unterstützung in unserem Unternehmen. Es war sofort klar: 'Das machen wir!' Alle Gesellschafter stehen hinter diesem Projekt und durch die Nähe zu unserem Firmengelände wird sich auch für unsere Mitarbeiter ein großer Mehrwert ergeben.“
Durch die Beschränkungen, die zurzeit pandemiebedingt herrschen, musste auf eine große Einweihungsfeier vorläufig verzichtet werden. „Wir holen sie aber auf jeden Fall nach, wenn wir es für sicher genug halten“, bekräftigte Flippo Wölbert. Aktuell werden 37 Kinder in der neuen Kita unter der kommissarischen Leitung von Leni Hahn und ihrer Vertreterin Stefanie Salz betreut. „Es ist wundervoll für uns, zu sehen, wie die Kinder die von uns ausgewählten Spielsachen entdecken und annehmen“, erläuterte Leni Hahn begeistert, „In unserem Konzept ist die Einrichtung von sog. Bildungsräumen vorgesehen, von denen einige bereits realisiert wurden. In diesen können die Kinder ihren eigenen Interessen nachgehen – so gibt es beispielsweise einen Kreativraum oder einen Rollenspielraum oder einen Raum mit Baumaterialien. Es ist faszinierend, wie kreativ die Kinder diese Angebote nutzen und sich zu eigen machen.“ „Wir verfolgen dabei den situationsorientierten pädagogischen Ansatz“, ergänzte Stefanie Salz, „Dabei dürfen die Kinder in ihrem eigenen Tempo lernen, wir unterstützen sie dabei nur.“ Wenn die letzten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, wird es 30 Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren sowie 60 Plätze für die Kinder ab 3 bis zum Schuleintritt geben.
Ziegen aus der Nachbarstadt
Neben dem Gebäude werden den Kindern dann altersgemäße Außenbereiche zur Verfügung stehen – und … Ziegen. „Der Bürgermeister der Stadt Unkel, Gerhard Hausen, hat uns spontan für die Kinder zwei Ziegenböckchen versprochen“, amüsierte sich Bürgermeister Hans Georg Faust sichtlich, „Wir haben natürlich erst geklärt, ob die Anwohner etwas dagegen haben, wegen der Geruchsbelästigung. Aber die freuen sich darauf! Und der Bauhof kann es kaum erwarten, auf dem Grundstück der Stadt gegenüber der Kita einen kleinen Stall zu errichten.“
Das helle, lichte Gebäude der Kindertagesstätte mit hohen Decken zeichnet sich besonders durch großzügige Architektur und bodentiefe Fenster aus, durch die die Kinder direkt ins Freie blicken können. Überall fällt auf, wie sehr auf die Bedürfnisse der Kleinen geachtet wurde. Winzige Toiletten oder ausziehbare Stufen können auch von kleinen Leuten selbst bedient werden – ein großer Schritt in die Selbstständigkeit.
Bei der Einrichtung wurde viel Wert auf den Einsatz von Naturmaterialien gelegt, verschiedene Hölzer dominieren und geben den Räumen einen anheimelnden und gemütlichen Look. Ganz besonders fallen die sechseckigen Fenster auf, die in einzelne Innenwände integriert wurden. Diese doppelt-verglasten „Mini-Höhlen“ sind bei den Kindern besonders beliebt und sollen an die starke Bindung der Stadt Linz an den in sechseckigen Stelen vorkommenden Basalt erinnern.
Ein eigener Koch in entsprechender Kleidung – von der weißen Jacke bis zur karierten Hose – bereitet für die jungen „Gäste“ ein gemeinsames, ausgewogenes Frühstück, Mittagessen und einen Obst-Snack am Nachmittag. Dabei wird Wert auf saisonale und lokale Produkte gelegt und das Essen ist sowohl koscher als auch halal, sodass alle Kinder gemeinsam essen können. Zurzeit können die Mahlzeiten coronabedingt leider nicht gemeinsam im großen Mehrzweckraum, der sowohl als Mensa wie auch als Bewegungs- und Versammlungsraum genutzt werden kann, eingenommen werden, die Kinder essen in ihren Gruppenräumen, um das Infektionsrisiko gering zu halten.
Infektionsschutz spielt in der Kindertagesstätte „Strünzer Pänz“ ohnehin eine große Rolle, wie durch zahlreiche Maßnahmen bestätigt wurde. Insgesamt sechs „Air Purifier“, große Luftfiltergeräte, sind im Gebäude verteilt und dienen, neben dem regelmäßigen Lüften, der Luftreinigung. Alle Eltern der in der Eingewöhnung befindlichen Kinder müssen sich auf Corona testen lassen –und selbstverständlich werden auch die Erzieherinnen regelmäßig zweimal in der Woche getestet.
Bei der Ausstattung der Kindertagesstätte wurde viel Wert auf natürliche Materialien gelegt.
Die sechseckigen "Basalt-Fenster" sind bei den Kindern ganz besonders beliebt.
In den Bildungsräumen können die Kinder ihren Interessen nachgehen und werden dabei unterstützt.
