Allgemeine Berichte | 18.12.2018, 09:55 Uhr

SimsalaGrimm – Yoyo und Doc Croc auf Abenteuer im Kurtheater

Ein schöner, bunter Märchenmix, mit viel Musik und ohne Tricks

Doc Croc und Yoyo haben einen Prinzen aufgetrieben, der das Dornröschen erlösen soll. SEL
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Bad Neuenahr. SimsalaGrimm ist eine deutsche Zeichentrickfilmserie aus dem Jahr 1999. Sie behandelt verschiedene populäre Märchen der Gebrüder Grimm, bei späteren Staffeln kamen Märchen von Andersen und Hauff hinzu. Die dort gezeigten Geschichten werden von zwei Fantasiewesen erzählt und dabei leicht verändert. Diese beiden Protagonisten sind der Abenteurer Yoyo und der Wissenschaftler Doc Croc. Die Serie, ausgestrahlt im KIKA, ist sehr erfolgreich, mittlerweile wurde sie in über 120 Länder exportiert. Da in Darmstadt beheimatete THEATER auf Tour erstellte anlässlich des 20-jährigen Jubiläums eine Bühnenversion, die am vergangenen Sonntagnachmittag im Kurtheater zu sehen war. Zahlreiche Kinder in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern sorgten dafür, dass der Barocksaal gut gefüllt war und eine erwartungsfrohe Stimmung herrschte. Und die beliebten Serienhelden Yoyo Held der 1000 Abenteuer seit eigentlich schon immer und sein Freund, der Wissenschaftler, Arzt, Philosoph und Bücherwurm Doc Croc fackelten nicht lange. Sie nahmen die kleinen und großen Besucher auf dem fliegenden Märchenbuch mit auf die Reise. Doch wohin sollte es gehen? In ein Land, das die Geburt der Tochter des Königspaares feierte. Und dazu zwölf Feen eingeladen hatte. Doch die 13. Fee, schwarz in Gestalt und Seele, war nicht berücksichtigt worden und rächte sich mit einem Fluch: Die Königstochter sollte sich an ihrem 17. Geburtstag an einer Spindel stechen und sterben. Svenja Isabel Baumann gab dieser Fee Gestalt und Stimme und so manches Kind fürchtete sich, so authentisch böse wirkte das. Dass sie nicht nur böse kann, bewies die wandlungsfähige Akteurin freilich durch weitere Rollen als französischer Koch und tumber Junker Dödel. Gottseidank gibt es auch noch eine weiße Fee, die den Fluch abmildert. Die Prinzessin, mittlerweile weiß jeder im Saal, dass es sich um Dornröschen handelt, soll nicht sterben, sondern nur in einen hundertjährigen Schlaf fallen. Ronja Rückgauer machte aber nicht nur als gute Fee eine gute Figur, sie lieferte später als tänzelnder Graf Schnösel ein echtes Kabinettstückchen ab. Es kommt, wie es kommen muss, die Prophezeiung tritt ein und Prinzessin Rosa (Corinna Kurth spielt sie herzerfrischend sympathisch und beeindruckt auch in der Rolle der Königin) fällt in einen langen Schlaf. Damit die Dornen ordentlich wachsen können, wurde erst einmal Pause gemacht und die Kinder konnten durch den Saal toben. Im zweiten Teil machten sich unsere Titelhelden erst einmal auf die Suche nach einem passenden Retter, der schließlich mit Prinz Berthold gefunden wird. Dominik Kaiser, der auch den König gab, verlieh ihm starke, mutige und gut aussehende Gestalt, nur singen kann er nicht. Auch dieses Problem lösen Yoyo und Doc Croc, die dazu munter durch die Märchenwelten reisen und sich auch schon mal bei anderen Stücken bedienen. Doch Inga Clauß als Abenteurer und Anna Vogt als Wissenschaftler schaffen es natürlich, dass am Ende alles gut wird bei diesem bunten Märchenmix, in dem viel gesungen und viel gelacht wird. Technik und Tricks braucht es dazu nicht, ein wenig Bühnennebel hier und da und eine Menge Fantasie genügen. Neben der schönen Musik und den tollen Kostümen beeindrucken auch das variable Bühnenbild und die schwungvollen Choreografien. Viel Applaus am Ende für eine staubfreie Inszenierung, die nur einen Wunsch offenlässt: Wenn sie nicht gestorben sind, besuchen sie uns hoffentlich bald wieder.

Die weiße Fee hat den Fluch, der auf der Prinzessin ruht, abgemildert, das Königspaar ist erleichtert.

Die weiße Fee hat den Fluch, der auf der Prinzessin ruht, abgemildert, das Königspaar ist erleichtert.

Doc Croc und Yoyo haben einen Prinzen aufgetrieben, der das Dornröschen erlösen soll. Fotos: SEL

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