Allgemeine Berichte | 20.04.2022

Die soziale Lage im Westerwald wird in Krisenzeiten schwieriger

Ein starkes Netzwerk für soziale Gerechtigkeit ist jetzt wichtig

Auch Menschen mit Behinderungen sollen weiterhin bei den Aktivitäten für soziale Gerechtigkeit im Westerwald nicht zu kurz kommen – hier bei einem Besuch der Zweigstelle Rotenhain der Caritaswerkstätten mit dem Landesbehindertenbeauftragten Matthias Rösch. Quelle: Forum Soziale Gerechtigkeit

Westerwaldkreis. Als Auswirkung des Ukraine-Kriegs zeichnen sich schon jetzt weitreichende soziale Folgen ab – die auch im Westerwald spürbar sein und zu Veränderungen führen werden. Dazu kommen die nicht enden wollende Pandemie und die Auswirkungen des dramatischen Klimawandels. Nach zwei Jahren Pandemiepause will das „Forum Soziale Gerechtigkeit“ deshalb jetzt wieder aktiv werden und sich mit dem Thema beschäftigen. Auftakt ist am Donnerstag, 21. Juli um 18 Uhr eine Veranstaltung zum Thema „Forum Soziale Gerechtigkeit 2.0 – wie kann es nach Krieg und Corona im Westerwald weitergehen?“ Das Treffen findet im Pfarrheim in Niederelbert (neben der Kirche, Kirchstraße 3, 56412 Niederelbert, Parkplätze am Friedhof) statt. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Mitveranstalter ist die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Westerwald – Rhein-Lahn.

An dem Abend wird zunächst Dr. Georg Poell als Leiter der KEB darstellen, was die Katholische Soziallehre zum Thema soziale Gerechtigkeit meint. Über die Planungen der Berliner Ampelkoalition berichtet dann die heimische MdB Dr. Tanja Machalet, die auch dem „Sozialausschuss“ des Bundestages angehört. Einen Rückblick über die vielfältigen Aktivitäten des Forums Soziale Gerechtigkeit bis zum Beginn der Pandemie gibt dessen Sprecher Uli Schmidt. Gemeinsam soll dann überlegt werden, wie der Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit in der Region künftig gestaltet werden kann. Auch ein Folgetreffen soll vereinbart werden.

Durch Kriegsfolgen spitzt sich die soziale Lage im Westerwald weiter zu

Bereits vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine war die Preissituation auf den Energiemärkten angespannt. Seitdem hat sie sich noch einmal deutlich zugespitzt. Auch die Lebensmittelpreise waren bereits vor Ausbruch des Krieges auf einem hohen Niveau und steigen weiter. Die Verteuerung von Energie (insbesondere für Strom, Mobilität und zum Heizen) und von Konsumgütern (z.B. auch Nahrungsmittel) wird aufseiten der privaten Haushalte zu einer Verringerung der Kaufkraft und sozialen Problemlagen führen. Besonders betroffen dürften vor allem Bezieher/innen niedriger und mittlerer Einkommen sein, die eine hohe Konsumquote aufweisen. Einkommensschwächere Haushalte sind sozial am stärksten belastet, da bei diesen u.a. der Anteil der Wohn-, Energie- und Nahrungsmittelkosten am verfügbaren Einkommen am höchsten ist.

Neben der Preiserhöhung in unterschiedlichen elementaren Bereichen wird die weiter steigende Anzahl an Geflüchteten aus der Ukraine Einfluss auf die soziale Situation im Westerwald haben. Obwohl viele Ukrainer/innen angeben, möglichst schnell wieder in ihr Land zurückkehren zu wollen, ist davon auszugehen, dass sie zumindest kurzfristig nicht in ihre Heimat zurückgehen können. Vor diesem Hintergrund muss bereits jetzt über eine möglichst gute Integration und soziale Versorgung nachgedacht werden. Dazu gehört die Integration in den Arbeitsmarkt, genauso wie in Schulen, Kindergärten und in ein soziales Umfeld (Wohnung, Sportvereine etc.). Auch medizinische Versorgungsstrukturen sind elementar für die Geflüchteten. Die Lage auf dem aktuell bereits angespannten Wohnungsmarkt wird sich durch die wachsende Zahl von Geflüchteten weiter verschärfen. Um die Herausforderungen der Beratung, Versorgung und Unterstützung der Geflüchteten zu gewährleisten, muss auch die sogenannte soziale Infrastruktur im Westerwald gestärkt werden.

Ein starkes soziales Netzwerk ist jetzt wichtig – dazu braucht es Engagierte

Im Ergebnis stehen wir in unserer Region bei den sozialen Entwicklungen vor vielfältigen Herausforderungen. Dabei droht die Spaltung der Gesellschaft weiter zuzunehmen und als Folge bleibt die soziale Gerechtigkeit immer mehr auf der Strecke. Da ist für die vielen sozial engagierten Menschen, Einrichtungen, Vereinen und Wohlfahrtsverbänden bei uns im Westerwald ein starkes Netzwerk wie das „Forum Soziale Gerechtigkeit“, sehr nützlich. Nach der durch die Corona-Pandemie erzwungenen Pause ist das Treffen am 14. Juli eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll und wie eine Organisation wie das Forum auch in dieser schwierigen Zeit zu mehr soziale Gerechtigkeit in der Region beitragen kann. Vorschläge und Kooperationsangebote dafür sind willkommen. Wer das Forum soziale Gerechtigkeit stärken und sich eventuell engagieren will, ist herzlich eingeladen.

Weitere Infos und Anmeldung bis zum 11. Juli bei Dr. Georg Poell, g.poell@bistumlimburg.de oder Uli Schmidt, uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

Pressemitteilung des

Forum Soziale Gerechtigkeit

Auch Menschen mit Behinderungen sollen weiterhin bei den Aktivitäten für soziale Gerechtigkeit im Westerwald nicht zu kurz kommen – hier bei einem Besuch der Zweigstelle Rotenhain der Caritaswerkstätten mit dem Landesbehindertenbeauftragten Matthias Rösch. Quelle: Forum Soziale Gerechtigkeit

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