Allgemeine Berichte | 09.02.2026, 10:56 Uhr

Kundgebung „Sei ein Mensch“ in Mayen

Ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Menschlichkeit

Die Mitglieder der Initiative „ Sei ein Mensch“ und in der Mitte Landrat Marko Boos.
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Mayen. Am 24. Januar 2026 fand auf dem Marktplatz von Mayen eine bewegende Kundgebung der überparteiischen Initiative „Sei ein Mensch“ statt, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzt. Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt, es ist fünf vor zwölf,“ versammelten sich rund 200 Bürgerinnen und Bürger, um ein Zeichen für die Werte zu setzen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten: Vielfalt, Respekt und Menschlichkeit.

„Nie wieder ist jetzt“ – Erinnerung an die Geschichte und Verantwortung für die Zukunft

Die Uhrzeit „fünf vor zwölf“ symbolisierte die Dringlichkeit der Botschaft dieser Kundgebung. Die Sprecherin der Initiative „Sei ein Mensch“ Dorothee Geishecker erinnerte nicht nur an die Bedeutung des Gedenkens, sondern auch an die Verantwortung, die mit der Erinnerung an die dunklen Kapitel der Geschichte einhergeht.

Besonders eindrucksvoll war der Verweis auf den 2. Januar 1945, den Tag des Bombenangriffs auf Mayen, der unermessliches Leid über die Stadt brachte. Aber auch das Gedenken an den 27. Januar, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, war zentral. „Nie wieder“ – dieser Begriff wurde mehrmals während der Veranstaltung betont, nicht nur als Erinnerung, sondern als Aufforderung zum Handeln im Hier und Jetzt.

Fokus auf Inklusion, Kinderrechte und Frauenrechte

Die Veranstaltung setzte klare thematische Akzente, die auch in der heutigen Zeit nach wie vor von Bedeutung sind: Inklusion, Kinderrechte und Frauenrechte. So teilte Dorothee Geishecker, mit, dass es in einer demokratischen Gesellschaft entscheidend sei, wie mit den Schwächsten umgegangen werde, so die zentrale Botschaft der Kundgebung. Kinder brauchten Schutz und Perspektiven, Frauen gleiche Rechte und Selbstbestimmung, und Menschen mit Behinderungen die volle Teilhabe an der Gesellschaft – nicht als Gnade, sondern als selbstverständlich anerkanntes Recht.

Josef Brodam, Geschäftsführer der Lebenshilfe Mayen, sprach eindrucksvoll für die Belange von Menschen mit Behinderung. Er stellte klar, dass Inklusion noch immer nicht flächendeckend in der Gesellschaft angekommen sei. Es sei an der Zeit, diese Werte nicht nur zu fordern, sondern tatsächlich zu leben.

Vielfalt und Kompromiss in der Demokratie

Oberbürgermeister Dirk Meid wies sin seiner Rede darauf hin, dass die Demokratie mitunter mühsam und unbequem sei, sie aber der einzige Rahmen für ein respektvoller Umgang miteinander sei. Nur wenn wir alle zusammenstehen werden wir die Demokratie verteidigen können.

Die Vielfalt von Meinungen und der respektvolle Umgang miteinander standen auch im Mittelpunkt der Rede von Oliver Schick, Stadtratsmitglied der Stadt Mayen. Er erinnerte im Namen alle Stadtratsfraktionen daran, dass Demokratie nicht nur darin besteht, eine Meinung zu haben, sondern auch den Dialog und den respektvollen Kompromiss zu suchen. In einer Demokratie müsse stets die Würde des Menschen im Mittelpunkt stehen.

DJ Johannes Held, der nicht nur als Redner, sondern auch als Techniker zur Veranstaltung beitrug, rief die Zuhörenden dazu auf, an den bevorstehenden Landtagswahlen teilzunehmen und ihre Stimme für eine demokratische Zukunft zu erheben. „Geht wählen, lasst euch nicht von Populisten spalten“, so seine eindringliche Botschaft.

Emotionale Momente und bewegende Erinnerungen

Ein weiterer bewegender Moment der Kundgebung war das Vorlesen eines Frontbriefes eines Soldaten des Zweiten Weltkrieges durch Paul Schneider und Sirin Roscher. Der eigentliche Zeitzeuge, Herr Heinz Schäfer, war leider erkrankt, doch die Worte des Briefes hinterließen bei den Zuhörenden einen tiefen Eindruck. Die Schilderung des Soldaten gab einen bewegenden Einblick in die Erlebnisse und das Leid jener Zeit.

Evelyne Schumacher, Gemeindereferentin der St. Lukas Kirche, erinnerte in ihrer Rede an die Bergpredigt, die als Leitfaden für gutes menschliches Handeln dienen kann. Sie hob sie hervor, dass die Botschaft von Respekt und Nächstenliebe in einer vielfältigen Gesellschaft immer wieder an Bedeutung gewinnt.

Musikalische Begleitung und der Ruf nach Gemeinschaft

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Hans-Peter Hilger von der Band Silent Kitchen begleitet. Auch hier wurde der Bezug zu aktuellen Themen hergestellt, als er an die Rede von Marcel Reif im Bundestag erinnerte, der 2024 der Initiative „Sei ein Mensch“ seinen Namen gab. Musikalisch und inhaltlich zogen sich die Themen Erinnerung, Verantwortung und Gemeinschaft wie ein rotes Band durch die Veranstaltung.

Zum Abschluss der Kundgebung fand Dorothee Geishecker, die Sprecherin der Initiative „Sei ein Mensch“, klare und hoffnungsvolle Worte: „Heimat! Los! , nach dem Motto der diesjährigen Burgfestspiele: Lasst uns losgehen – gemeinsam. Für Demokratie. Für Vielfalt. Für Menschlichkeit.“

Gemeinschaft und Zusammenhalt als Stärke

Die Kundgebung in Mayen war nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern ein Aufruf, im Hier und Jetzt Verantwortung zu übernehmen. Besonders eindrucksvoll war die Botschaft der Gemeinschaft – ein Plädoyer, sich nicht zu isolieren, sondern sich zu vernetzen und füreinander einzutreten. Das Motto „Nie wieder ist jetzt“ war nicht nur eine Mahnung an die Vergangenheit, sondern ein eindrucksvoller Appell, Demokratie und Menschenrechte aktiv zu schützen und zu leben.

Die Bürgerinnen und Bürger von Mayen setzten an diesem Tag ein klares Zeichen: Die Heimat gehört uns allen, und wir sind es, die dafür sorgen müssen, dass sie ein Ort der Vielfalt, der Toleranz und des respektvollen Miteinanders bleibt.

Pressemitteilung Initiative „Sei ein Mensch“

Inklusion war ein Schwerpunktthema der Veranstaltung. Manuela Wange mit ihrem Sohn Thommy Wange. Sie applaudieren in Gebärdensprache.

Inklusion war ein Schwerpunktthema der Veranstaltung. Manuela Wange mit ihrem Sohn Thommy Wange. Sie applaudieren in Gebärdensprache.

Die Mitglieder der Initiative „ Sei ein Mensch“ und in der Mitte Landrat Marko Boos. Foto: Peter Seydel

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