Kappensitzung der Großen Ochtendunger Karnevalsgesellschaft
Ein tänzerisches Feuerwerk
Ochtendung. 660 Besucher in der ausverkauften Kulturhalle, über 200 Aktive aus den eigenen Reihen, ein faszinierendes, abwechslungsreiches und fünfeinhalb Stunden dauerndes Programm: Die Kappensitzung der Großen Ochtendunger Karnevalsgesellschaft zog wieder mal alle närrischen Gäste aus nah und fern in ihren Bann.
Die beiden Sitzungspräsidenten Marcus Bolzhauser und Dagmar Schäfer, die die Veranstaltung souverän in einer Art Wechselspiel moderierten, durften gleich zu Beginn eine Ehrung vornehmen: Günter Pinetzki von der KG Schafskopf hatte wenige Tage zuvor als erster Ochtendunger überhaupt den begehrten Kreiswackes mit nach Hause gebracht. „Ehrenrentner, Träger des Krombiere-Jeck-Ordens und jetzt der Kreiswackes: Für ihn ist das Triple nun perfekt“, sprach Bolzhauser lobende Worte aus.
Brechend voll wurde es auf der Bühne, als die fünf Korporationen (Carnevalsverein Ochtendunger Bürgerwehr, KG Jecke Mädche, KG Schafskopf 1903, KG Ewig Jung und das Prinzengarde-Corps Ochtendung von 1953) aufmarschierten. Die GOK als Dachorganisation der fünf Karnevalsvereine gab ein prächtiges buntes Bild ab. Erst recht, als sich Prinz Lothar der Ewige und Prinzessin Inge I. mit ihrem Hofstaat dazugesellten. „Es gibt keinen Neid und keine Rivalität untereinander“, versicherte der Prinz. „Wir stehen als Ort zusammen. Wichtig ist, dass wir bunt sind und bunt bleiben.“ Der Applaus durfte ihm sicher sein.
Kurz darauf zeichnete Sitzungspräsidentin Schäfer eine Ehrenamtlerin allererster Güte aus: Christiane Götsch engagiert sich seit Jahren bei der Produktion und der Zustellung des Narrenspiegels. Die „Chaote“ (Uwe Seeling, Gerhard Künster und Alois Leger) brachten den Saal mit einigen Fastnachtsliedern so richtig in Wallung. Mit im Gepäck hatten sie eine Persiflage auf Prinz Lothar den Ewigen, der das närrische Zepter in Ochtendung bereits zum dritten Mal (und nicht zum letzten Mal) übernommen hat.
Den tänzerischen Auftakt machten die sage und schreibe 56 Kinder der Kindertanzgarde der DJK Ochtendung, die von Daniela Pohl, Nicole Schmorleiz und Selina Krismann trainiert werden. „Es dürfte für die Betreuer eine große Herausforderung sein, diesen Sack Flöhe zu hüten“, meinte Bolzhauser. Es folgten das Prinzengarde-Corps und die Roten Funken. Für die Herrengarde und das Tanzpaar (Marco Serger und Vanessa Monreal) war Susanne Monreal verantwortlich, bei den Roten Funken zogen Vanessa Monreal und Laura Mombauer die Fäden.
Beim Zwiegespräch „Morgens im Mohlenweg“ erzählte das Ehepaar Alexander und Michaela Brandt, was es bei dem jeweils anderen zu kritisieren gab. Beim Tanzvortrag der KG Jecke Mädchen (Trainerin Laura Mombauer) stand alles Kopf. Hübsch anzuschauen war auch die DJK-Tanzgarde (Trainerin Daniela Pohl) in ihren hellblauen Kostümen. Die Schafskopfdancer unter der Leitung von Michaela Brandt hatte das Inselfieber gepackt, zusammen mit Prinzessin Inge I. ging es auf nach Mallorca.
Nach einer 20-minütigen Pause marschierte der Musikverein Ochtendung unter der Leitung von Patrick Kammler ein. Die Blau-Weißen hatten mit Tanzmariechen Johanna Laux (Trainerin Nicole Schmorleiz) „ihr bestes Stück dabei“, wie Kammler betonte. Und mit Bastian Danner, seit wenigen Tagen Ochtendunger, auch noch einen Zweiten Dirigenten. Allein trat „Der Mann met’m Blömche“ auf. Seit über einem halben Jahrhundert steht der mittlerweile 72-jährige Günter Gries in der Bütt. Pointiert brachte er seine Witze zum Besten, die obligatorischen, aber süffisanten Sticheleien in Richtung Polch durften natürlich nicht fehlen. Die beiden Sitzungspräsidenten überreichten ihrem Aushängeschild als Dankeschön einen Scheck über null Euro für die nächste Kreuzfahrt. Schließlich treten in Ochtendung alle Karnevalisten ehrenamtlich an. Sogenannte Büttenschweizer sorgten während der Einzelvorträge für die nötige Ruhe, wenn der Lärmpegel zu hoch war.
Da in und um Ochtendung 18 Trainerinnen unterwegs sind, standen im weiteren Verlauf des Abends in erster Linie Tanzvorführungen auf der Tagesordnung, die insgesamt 17 Programmpunkte umfasste. Die DJK-Showtanzgrupppe OCT’s (Trainerinnen Linda Otten, Lena Simon und Romina Cecire-Wille) entführte die Besucher wie schon beim Maifelder Narrentreffen nach Spanien. Der Carnevalsverein Ochtendunger Bürgerwehr hatte eine Mischung aus Zwiegespräch (Feldmarschall Mike Butter und Vize-Feldmarschall Markus Schneider) und Tanzsketch einstudiert. „Cowboy und Indianer“ hieß es beim DJK-Männerballett „Many Jecks“, das von Rebecca Bernhard, Rebecca Reichart und Nicole Schmorleiz trainiert wird.
Die Sängerknaben mit Tanzmarie Mandy Simon (Trainerin Romina Cecire-Wille) vertraten die KG Schafskopf 1903, bevor die DJK-Showtanzgruppe Crazy Dancers (Leiterin Sarah Willkomm) ein „Buntes Jahrmarktstreiben“ zelebrierte. Die legendäre Rentnerband leitete das große Finale ein, wie immer angeführt von Bolzhauser, der schon vorher ein Fazit gezogen hatte: „Wir haben Gardetänze, Showtänze, Tanzpaare und Solomariechen: Diese Vielfalt macht den Karneval in Ochtendung einzigartig.“
Der Musikverein Blau-Weiß Ochtendung mit Tanzmariechen Johanna Laux durfte nicht fehlen.
Die Kindergarde der DJK Ochtendung machte den tänzerischen Auftakt.
Dagmar Schäfer und Marcus Bolzhauser (Mitte) führten souverän durch das Programm. Zu Beginn stellte sich Günter Pinetzki vor, der als erster Ochtendunger den Kreiswackes erhalten hatte.
Die Schafskopfdancer hatte das Inselfieber gepackt, zusammen mit Prinzessin Inge I. ging es auf nach Mallorca.
