Treffen der „Kriegskinder“ aus dem Jahrgang 1943/44 von Höhr
Ein wunderschönes Wiedersehen
Höhr-Grenzhausen. Die „Kriegskinder“ aus dem Jahrgang 1943/44 von Höhr feierten ihr 75-Jähriges: Es sollte ein besonderer Tag werden. Das konnte man der geschmackvoll gestalteten Einladung mit dem Programm entnehmen. So war es nicht verwunderlich, dass mehr als 30 Alterskameradinnen und Alterskameraden ihr Kommen ankündigten. Die Zusagen kamen aus vielen Bundesländern. Keine Anreise schien zu weit, ob aus Berlin, Flensburg, Garmisch-Partenkirchen, Füssen usw. Leichter Nieselregen lag in der Luft, als die ehemaligen Schulkameradinnen und Schulkameraden auf dem Platz vor der Pfarrkirche in Höhr eintrafen. Groß war die Wiedersehensfreude. Einige hatten sich jahrelang, sogar jahrzehntelang nicht mehr gesehen. So stellte sich auch des öfteren die Frage: „Wer bist du denn?“.
Die folgende Messe wurde zelebriert von Pater Prof. Dr. Hans-Ludwig Ollig vom Orden der Jesuiten in Frankfurt und stand unter dem Motto : „Alles hat seine Zeit.“ Hans-Ludwig Ollig erinnerte an die Kinder-und Jugendzeit, gab aber auch den neueren Ereignissen breiten Raum. Nachdenklich, aber auch voller Freude endete der Gottesdienst. Jetzt gab es aber die erste Überraschung des Tages. Helmut Tromm, seines Zeichens Kammersänger a.D. und langjähriger Solist am Staatstheater in Flensburg, sang für „seinen Jahrgang“ das Largo von G.F. Händel. Rolf Schwickert an der Orgel begleitete diesen unerwarteten Kunstgenuss, der in der Tat Gänsehaut pur und Ergriffenheit auslöste. Beim Fototermin an der alten Goethe-Schule strahlte man um die Wette. Danach gab es ein ausgedehntes Frühstück für den Jahrgang in den „Töpferstuben“. Die Stimmung konnte nicht besser sein. So war immer wieder zu hören: „Wäste nach?“.
Um 14 Uhr startete ein Bus in Richtung Limburg/Lahn. Die fast zweistündige Wanderung in der Altstadt faszinierte durch einen unglaublich guten Stadtführer. Zurück in Höhr, wieder in den „Töpferstuben“, ließ das Abendbüfett keine Wünsche offen. Als Höhepunkt des Abends wurde der bekannte Mundartdichter Dietmar Gerharz angekündigt. Sein Vortrag in „Hürder-Platt“ ist einfach nicht zu überbieten und löste einen Lacher nach dem anderen aus. Obwohl viele Alterskameradinnen und Alterskameraden dem Dialekt nicht mehr mächtig sind, gab des keine „Verständigungsprobleme“. Dietmar Gerharz begeisterte seine Zuhörer und erhielt großen Beifall. Gudrun Gerz dankte dem Organisator der Feier, Werner Fries, im Namen des Jahrgangs und überreichte einen Umschlag mit Gutschein. So langsam endete ein ereignisreicher Tag, der sicher unvergessen bleibt.
