Amtsgericht Cochem fällte Urteil
Einbrecherbande schlug auch in Kaisersesch zu
Mittäter aus Cochem zu einem Jahr Bewährungsstrafe verurteilt
Cochem. Vom südlichen Baden Württemberg bis ins nördliche Rheinland-Pfalz zogen sich die Spuren einer mehrköpfigen Einbrecherbande mit kosovarischem Migrationshintergrund, die hier vornehmlich gewerbliche Objekte ins Visier nahmen und diese, nach intensiver Tatvorbereitung, überwiegend nächtlich gewaltsam angingen. In diesem Zusammenhang machten sie sich mit den äußeren und inneren Begebenheiten der jeweiligen Tatobjekte im Vorfeld vertraut und dokumentierten diese zum Teil auch fotografisch. Überdies erfolgten diesbezüglich eindeutige Absprachen untereinander über ihre Handys. Letztere wurden ihnen schließlich zum Verhängnis. Denn was sie nicht wussten, die polizeilichen Ermittlungsbehörden in Baden-Württemberg hatten sie längst auf dem Kieker und hörten ihre Gespräche mittels Telefonüberwachung mit. Mit diesen aufgezeichneten Gesprächen konnte die Polizei schließlich auch einen Einbruch der Bande in die Kaisersescher Bäckereifiliale der Fa. Lutz im Oktober 2017 nachweisen, die jetzt zur vorläufig abschließenden Verhandlung beim Amtsgericht Cochem, unter dem Vorsitzenden Richter Sven Kaboth kam. Wegen breiter Anschlussermittlungen durch die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, konnten die letzten beiden Täter der Bande hier nach rund dreieinhalb Jahren intensiver Recherchen jetzt aktuell zur Rechenschaft gezogen werden. Einer der Täter, Hasan S. (alle Namen von der Red. geändert), war zum Zeitpunkt der Tat sogar Angestellter der Fa. Lutz gewesen und hatte seine Komplizen über die örtlichen Verhältnisse rund um, sowie in der Bäckereifiliale informiert. Nach der vorliegenden Beweislage nahm er am Tattag allerdings nur als „Einweiser und Schmieresteher“ für die aus Baden-Württemberg anrückenden Komplizen an dem Einbruch teil, bei dem den Tätern mehrere Tausend Euro in die Hände fielen. Diese sollten im Anschluss, laut vorheriger Absprache, gerecht aufgeteilt werden. Auch Mehmet S. musste sich als Mittäter vor dem Amtsgericht Cochem verantworten, wobei er sich sofort als rundum geständiger Fahrer eines Tatfahrzeugs zum Vorwurf der Tatbeteiligung einließ. Drei weitere Bandenmitglieder waren im Vorfeld bereits vom Amtsgericht Konstanz abgeurteilt worden, wobei die beiden Haupttäter Selim C. und Cyril K. Freiheitsstrafen von über sechs Jahren erhielten. Während sich Mehmet S. ausführlich zu Sache einließ, hüllte sich der in Cochem wohnende Hasan S. in Schweigen und überließ seinem Pflichtverteidiger Rechtsanwalt Thomas Düber das Reden. Der forderte in seinem Plädoyer, nach Abschluss der Beweisführung, trotz vorliegender Beweise für eine offensichtliche Tatbeteiligung des Hasan S., einen Freispruch für seinen Mandanten. Staatsanwältin Julia Feldpausch hatte zuvor in ihren Ausführungen 14 Monate Haft für den Beschuldigten gefordert, die allerdings, aufgrund einer positiven Sozialprognose, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden könnten. Fernerhin beantragte sie die Zahlung von 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Laut dem sich anschließenden Urteilsspruch des Schöffengerichtes, wurde Hasan S. vom Vorsitzenden Richter Kaboth, wegen erwiesener Mittäterschaft, zu einem Jahr Haft verurteilt, das ihm für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Eine zusätzliche Bewährungsauflage war die Entschädigungszahlung an die Fa. Lutz in voller Schadenshöhe, sowie die Zahlung von 1000 Euro an den Sozialdienst katholischer Frauen in Cochem. Überdies muss Hasan S. die Kosten des Verfahrens tragen, für das beim AG Cochem zwei Sitzungstermine anberaumt waren. Das Verfahren gegen den vollumfänglich geständigen und tatbeteiligten Mehmet S. wurde in Cochem eingestellt, da er bereits in einem parallel laufenden Verfahren in Baden-Württemberg verurteilt worden war, was jetzt in Cochem mit einbezogen wurde. Das Urteil gegen Hasan S. ist noch nicht rechtskräftig.
TE
Beim Amtsgericht Cochem wurde von Richter Kaboth jetzt ein vorläufiger Schlussstrich unter die Angelegenheit gezogen.
