Allgemeine Berichte | 07.06.2022

Wandern in der Heimat mit dem Verkehrsverein Vallendar e.V. (VVV)

Eindrucksvolle 12. Orientierungswanderung im Vallendarer Wald

Waldbaden und Genusswandern im Mastjahr 2022

Picknick und "Lerneinheit" waren eine geeignete Symbiose bei der genussreichen Wanderung.  Fotos: privat

Vallendar. Die Erkenntnis bei der unter der regenreichen, kühlen Wetterprognose gestarteten Wanderung am 29. Mai lautet: Traue keinem Wetterbericht, insbesondere dann nicht, wenn er schlecht ist. Stattdessen wechselten sich Wolken und Sonne ab, den Wald in helles oder dunkles Grün zu tauchen. Lediglich bei den Methusalembäumen flossen mitfühlend ein paar Tränen vom Himmel wegen deren hohen Alters.

„Bei der Steigung am Anfang 4x einatmen und 7x ausatmen“, mit dem Tipp der Wanderführerin gelang der Anstieg auf dem Wanderweg Nr. 3 ganz leichtfüßig. Die üppige Vegetation ließ ganz selten Ausblicke auf das Feisternachtbachtal oder auf den Rheinhöhenweg zu. Blickfang waren die gerade aufgegangenen Fingerhutblüten am Wegesrand und die duftenden Holunderblütendolden. Bei den eingelegten Stopps wurden bewusst der Stamm und die Krone der Bäume betrachtet, insbesondere im Kathedralenwald mit dem Dreh- und Zwieselwuchs bei den Buchenstämmen.

Bei der Rast an der Pedelhütte hielt Anita Herr die Situation für geeignet, über das Mastjahr 2022 zu informieren. Der Begriff stammt aus der Forstwirtschaft und aus der Jägersprache zu einem besonderen Naturschauspiel. Alle tapferen Hausfrauen stimmten raunend zu, dass der Blütenstaub in diesem Jahr zu einer Dauerbeschäftigung beim Säubern der Fensterbänke und Balkone wurde.

Das Phänomen „Mastjahr“, aller sechs bis zehn Jahre, ist eine Überlebensstrategie, ein Abwehrmechanismus gegen Fraßfeinde. Buchen, Eichen, Kastanien und Wildobstbäume produzieren viel mehr Samen, allerdings zulasten des Holzwachstums (kann man eines Tages an den Baumringen ablesen). Trotz der Fraßfeinde, z.B. Eichhörnchen und Rötelmaus, bleibt in einem Mastjahr genügend Saatgut für die Waldverjüngung zur Verfügung. Frau Herr warnte vor dem Kot der Rötelmaus im Garten, denn der Kontakt damit kann zur Erkrankung mit dem Hanta-Virus führen.

Von einer Erfolgsgeschichte über den städtischen Wald handelte ihr Bericht über das Nasslager von Fichten, Douglasien Lärchen, das nach umfangreichen Genehmigungsverfahren auf dem Gelände der Tongrube Höhrer Löcher angelegt worden war. Nach dem Orkan „Sabine“ im Februar 2020 hätten die Waldbesitzer wegen des Überangebots an Holz nur einen Erlös von 37 Euro pro Festmeter erzielen können. Im Jahr 2022 herrscht jedoch in ganz vielen Bereichen Holzmangel, insbesondere auch im Hausbau. Die kommunale Holzvermarktungsgesellschaft der Region hat nun die 7.500 Festmeter hochwertigen Windbruchholzes für durchschnittlich 115 Euro verkauft. Das Wasser für die notwendige ständige Beregnung wurde dem nahegelegenen Teich entnommen und über Kanäle nachgewiesen unbelastet wieder zurückgeführt.

Vom Picknick gestärkt setzte die Wandergruppe nach einem Abstecher zum Kathedralenwald ihre Wanderung über den Traumpfad zur Bembermühle fort. Der Rückweg durch das Feisternachtbachtal, wo die Wanderwege 3, 4, 6 und 7 von Synergieeffekten profitieren, kamen die TeilnehmerInnen aus dem Staunen nicht heraus: Aufforstungen in riesigem Umfang zu beiden Seiten des Weges, und mittendrin am rechten Hang wogten Felder von blühendem Fingerhutspalieren.

Verärgert waren die Teilnehmer/innen über die Schmierereien an allen Balken der Hütten unterwegs.

Die Wanderkarte der Stadt Vallendar bildet die Wanderwege in Bild und Text ab!

Erhältlich ist sie im Rathaus der Stadt, Rathausplatz 5, gegen eine Schutzgebühr von 0,50 Euro.

Informationen zu den Aktionen des Verkehrsvereins gibt es bei der Vorsitzenden Anita Herr, Tel. 02 61/6 95 73. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro im Jahr.

Pressemitteilung Verkehrsverein Vallendar e.V. (VVV)

Die giftige Schönheit am Wegesrand, der Fingerhut, war treuer Wegbegleiter, teilweise in wogenden Feldern am Hang.

Die giftige Schönheit am Wegesrand, der Fingerhut, war treuer Wegbegleiter, teilweise in wogenden Feldern am Hang.

In der Richtung ging es weiter zum Kathedralenwald.

In der Richtung ging es weiter zum Kathedralenwald.

Picknick und "Lerneinheit" waren eine geeignete Symbiose bei der genussreichen Wanderung. Fotos: privat

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