Ausstellung über die St. Seb. Schützenbruderschaft Ehrenbreitstein 1520 im Rhein-Museum
Eine Bruderschaft wird 500 Jahre jung
Ehrenbreitstein. Am 9. Februar 1519 schickte der Trierer Weihbischof Nicolaus von Schienen keinen Ablassbrief an die Bruderschaft zu Ehren der glorreichen Jungfrau Maria, der hl. Anna, der Hl. Sebastianus, Wendelinus und Job nach Ehrenbreitstein. Dies ist die älteste Erwähnung der heutigen St. Seb. Schützenbruderschaft in Ehrenbreitstein.
Aus einer kirchlichen Bruderschaft wurde unter den Kurfürsten eine Schützenkompanie, in der nassauischen Zeit eine Schützengesellschaft und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eine St. Seb. Schützenbruderschaft.
Grund genug, das 500-jährige Jubiläum im großen Stil zu feiern. Doch die Corona-Pandemie kam dazwischen, sodass das Fest auf 2021 verschoben werden musste. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr konnte jedoch eine umfangreiche Ausstellung über die 500 Jahre Schützenbruderschaft im Rhein-Museum Koblenz-Ehrenbreitstein zusammengestellt werden. Wertvolle Exponate, Urkunden, Bilder, Schriften, Fahnen, Kanonen, Pokale und vieles mehr wurden zusammengetragen.
Höhepunkt der Ausstellung ist der Silberschatz der Bruderschaft, der überwiegend aus der Kurfürstenzeit und dem 19. Jahrhundert stammt. Die Kurfürsten in der ehemaligen Residenz Ehrenbreitstein waren große Förderer der Schützen und haben, wie auch die damaligen Adeligen, viel gespendet. Der letzte Kurfürst Clemens Wenzelslaus war sogar viermal Schützenkönig im Dahl. Zu diesem Anlass stiftete er ein prächtiges Silberschild.
Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist ein silberner Vogel, gestiftet 1752 von Freiherr von Hohenfeld, anlässlich seiner Schützenkönigswürde. Erläuternde Texte informieren die Besucher über die einzelnen Ausstellungsstücke. Die 500 Jahre Ehrenbreitsteiner Schützenbruderschaft sind auch ein Teil der Geschichte der ehemaligen Residenz Ehrenbreitstein. Deshalb ist diese Sonderausstellung nicht nur für Schützen, sondern auch für alle kulturell und geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger sehenswert.
Neben der Ausstellung sind auch die anderen Bereiche des Rheinmuseums wieder geöffnet. Über die ausführliche Geschichte der Schützenbruderschaft wird in Kürze eine umfangreiche Chronik erscheinen.
Weitere Informationen
Die Ausstellung „Den Vogel abgeschossen ...“ ist bis Donnerstag, 31 Dezember im Rhein-Museum zu sehen. Öffnungszeiten täglich außer montags. Dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 12.30 bis 16 Uhr.
