Heimat- und Verschönerungsverein Buschhoven e.V. besichtigt Burg Heimerzheim
Eine Führung durch den Burgherrn persönlich
Buschhoven. Beim Sommer-Ausflug zur Burg Heimerzheim wurde der HVV herzlich empfangen von den Eheleuten von Boeselager, die ihren Besuchern die Burg und deren Geschichte seit Mitte des 13. Jahrhunderts sehr anschaulich nahebrachten.
Die Besucher bestaunten die repräsentativen Räume der Hauptburg, die im Stil an die Zeit des früheren Eigentümers der Burg, den kurkölnischen Minister Graf Caspar Anton von-de-Heyden-Belderbusch, 2. Hälfte 18. JH. erinnerten. Nach dessen Tod kam die Burg durch Heirat in den Besitz der Familie von Boeselager.
Die Zugbrücke über den die Burg umschließenden Wassergraben gibt es heute zwar nicht mehr – das große Tor zur Burg ist aber geblieben.
Erstaunlich, dass einige heute prächtig erscheinende Räume früher eher gewöhnlichen Zwecken dienten – zum Beispiel das heute als Frühstücksraum genutzte Zimmer, das früher der Stall für das Lieblingspferd des Hausherrn war… Dass das schöne Blumenrondell im Innenhof der Vorburg einmal den Misthaufen beherbergte, sieht man ihm auch nicht mehr an…. Die „Toilette“ der Bewohner befand sich damals als kleiner Erker im Obergeschoss des Zugbrückenturms. Statt der heute üblichen Wasserspülung verschwanden große und kleine Geschäfte durch ein Loch auf direktem Weg nach unten ...
Heute werden die historischen Räumlichkeiten mit dem antiken Mobiliar gerne für Hochzeiten und andere Events als Veranstaltungsort genutzt: Im „roten Salon“ ist ein standesamtliches Trauzimmer vorhanden, und in der Burg wird sogar ein kleines Hotel betrieben.
In 2021 wurde die Burg bekannt, weil die Eheleute von Boeselager von der Flut betroffenen Einwohnern von Heimerzheim in der Burg Zuflucht boten. In der Nacht erreichte die Flut leider auch die Burg, das Wasser stand weit über 2 Meter hoch. Die „Flüchtlinge“ in der Burg konnten noch rechtzeitig gewarnt und in höher gelegene Räumlichkeiten der Burg evakuiert werden. Die Autos der Flüchtlinge, deren mitgebrachtes Hab und Gut, alle Räume im Erdgeschoss der Burg sowie die Außenanlagen wurden vom Wasser zerstört – aber alle Menschen dort kamen mit dem Leben davon. Auch wenn es für alle Beteiligten dramatisch war, die Burg bot – wie in ihren Ursprungszeiten im 13. Jahrhundert - Schutz. Vielleicht sind noch Bilder von der Rettung der Menschen mittels Hubschrauber im Gedächtnis – auch von der Burg wurden Menschen so evakuiert. Letztlich wurde die Burg und ihre weiten Außenanlagen mittlerweile wieder vollständig hergerichtet.
Zum Abschluss der Führung gab es bei Kaffee und Kuchen in „fürstlicher Umgebung“ noch Gelegenheit zum Gedankenaustausch: Die Gäste waren beeindruckt, mit welcher Liebe zum Detail der Burgherr Antonius von Boeselager die Burg nach der Flut wieder hat herrichten lassen. „Nun wohne ich seit 50 Jahren in Buschhoven, aber in der Burg Heimerzheim war ich noch nie – danke dem HVV für diese gute Ausflugsidee!“, so eine Teilnehmerin. Ein großer Dank ging auch von Dr. Georg Schneider, HVV-Vorsitzender, an das Ehepaar von Boeselager für die vielen eindrücklichen Einblicke.
Die Außenansicht der Burg Heimerzheim.
Blick ins Trauzimmer und den roten Salon.
Eingang zur Hauptburg.
Dr. Georg Schneider (l.) im Gespräch mit dem Hausherrn Antonius Freiherr von Boeselager.
Auch der große Festsaal wurde besichtigt.
