Allgemeine Berichte | 07.04.2016, 09:35 Uhr

50 Jahre Haus der Familie in Bonn Bad Godesberg

Eine Institution feiert Geburtstag

Das Haus der Familie in Bad Godesberg feiert seinen 50. Geburtstag. BV
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Bad Godesberg. Auf ein ganz besonderes Highlight können sich Regina Uhrig und ihr Team in diesem Jahr freuen. Das Haus der Familie in der Bad Godesberger Friesenstrasse feiert seinen 50. Geburtstag. Grund genug die Entstehungsgeschichte dieser tollen Institution einmal Revue passieren zu lassen.

Im Herbst 1953 wurde in der Wurzerstrasse in Bonn Bad Godesberg die Christuskirche eingeweiht. Damals stand sie noch inmitten von Obstgärten, Wiesen und Feldern – und mancher wunderte sich doch sehr, warum dort so ein grosser Bau entsteht.

Im Laufe der 50er Jahre folgten die Wohnviertel, die seinerzeit von Beamten und Angestellten des Bundes bezogen wurden und heute zur Gemeinde gehören.

Viele dieser Menschen waren Flüchtlinge und kamen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, um sich hier im schönen Rheinland eine neue, feste Existenz aufzubauen.

Die evangelische Kirche machte sich von Anfang an viele Gedanken darüber, wie hier eine lebendige Gemeinde aufgebaut werden kann. Das Wichtigste dabei war erst einmal Kontakt zu den vielen Neuzugezogenen zu finden und ihnen Gelegenheit zu geben, sich kennenzulernen und zueinanderzufinden.

Geprägt durch die Erfahrungen der Nazizeit und der Nachkriegsjahre waren die Menschen damals leider eher misstrauisch und zurückhaltend. Da sie sich aber fremd und auch einsam fühlten, suchten viele von ihnen nach neuen Freunden und Verbindungen. Andererseits hatten aber auch viele Neuzugezogene große Angst über den Tellerrand zu blicken und blieben deshalb lieber ungestört in ihrer privaten Sphäre. Hier tritt Marianne Hamm von Sahr, die selbst aus Ostpreußen geflohen und in Bonn gestrandet war, erstmalig in Erscheinung. Ihr weites Herz, die tiefe Gläubigkeit, ihre Tatkraft und Ausstrahlung machten es möglich, die Idee einer Mütterschule im Presbyterium unter Pfarrer Kolfhaus durchzusetzen.

1963 startete man mit einem Säuglingspflegekurs in den Räumlichkeiten der Kirche und wenig später folgte sogar ein Nähkurs.

Schnell zeichnete sich ab, dass diese Kurse sehr stark frequentiert wurden und die zunehmende räumliche Enge machten den Bau eines eigenen Veranstaltung- und Kommunikationszentrums notwendig.

Kurz darauf, im Jahr 1964 entschied das Presbyterium den Bau eines eigenen Hauses für „Mütter, Väter, Jugend und Verlobte“ zu bauen, welches im Sommer 1966 als „Haus der Familie“ fertig gestellt und eingeweiht wurde.

1877 Teilnehmende in 150 Kursen und Veranstaltungen, beispielsweise. „Die Frau soll nicht immer nur Opfer bringen“, „Gäste bewirten mit Championsgerichten“, „Bräutekurs“, „Geburtsvorbereitung“, „Haltungs- und Fußgymnastik für Kinder“, so die stolze Anfangsbilanz

Seit 1976 ist das Haus der Familie eine vom Land Nordrhein-Westfalen anerkannte Weiterbildungseinrichtung und somit Familienbildungsstätte.

Die Kurse und Veranstaltungen richten sich nach den Grundlagen des Weiterbildungsgesetzes NRW. Das veränderte Bewusstsein über die Bedeutung der ersten Lebensjahre führt zur Einrichtung von Spiel- und Kontaktgruppen, Babytreffen und Elternabende.

Aus den ersten sieben Kursen 1963 sind inzwischen über 750 Kurse und Veranstaltungen im geworden und das Angebot entsprechend vielfältig.

Da die Einrichtung seit 2007 auch das Mehrgenerationenhaus beherbergt, besteht nun auch die Möglichkeit, Bildung, Beratung und Begegnung im gemeinsamen Lernen der Generationen zu fördern.

Wellcome Bonn (Unterstützung von Familien im ersten Lebensjahr) und die Einbeziehung der Kleiderkammer in der Godesberger Allee machen das Haus der Familie zu einem wichtigen Akteur im Stadtteil Plittersdorf und weit über die Grenzen hinaus. Mehr als 10.000 Menschen jeden Alters und jeder Nationalität besuchen das Haus jährlich und nutzen das breit gefächerte Angebot.

Acht hauptamtlich Mitarbeitende, 140 Kursleitungen und 120 ehrenamtlich Mitarbeitende planen und führen die Veranstaltungen durch.

„Das Haus soll so etwas wie eine Werkstatt der Gemeinde werden“, sagte Marianne von Sahr 1964 und damit sollte sie mehr als Recht behalten. BU

Das Haus der Familie in Bad Godesberg feiert seinen 50. Geburtstag. Foto: BV

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