GTRVN-Familienwanderfahrt in Holland
Eine außergewöhnliche Woche
Neuwied. „The same procedere as last year“, so oder so ähnlich könnte man die Familienwanderfahrt überschreiben, denn wie schon in den vergangenen Jahren zog es die Familienwanderfahrer des GTRVN nach Holland.
In diesem Jahr fiel die Wahl auf Südholland. Alles (oder fast alles) war so wie immer. Kanäle, enge Brücken, schöne Hausboote, staunendes Publikum, wenn die breiten und langen Ruderboote des GTRVN in den Grachten gesichtet wurden. Besonders schön waren in diesem Jahr die Grachten in Leiden, die bei strahlendem Sonnenschein ein wahrer Rudergenuss waren. Aber wie in jedem Jahr, gab es die eine oder andere Besonderheit, die die Fahrt außergewöhnlich machten.
Die Sache mit dem Wetter
Ausgerüstet waren die wettererprobten Ruderfamilien für kaltes und nasses Wetter, aber überraschenderweise kam schon am ersten Tag die Sonnencreme zum Einsatz. Bei strahlendem Sonnenschein ruderten die Neuwieder von Den Haag nach Leiden. Mittags kam man an einer Schleuse vorbei, an der passend zum Sonnenschein an beiden Seiten Eisdielen waren. Nach der Schleusung musste also zunächst eine Eis-Pause eingelegt werden. Auch in den nächsten Tagen konnten sich die Teilnehmer über tolles Wetter freuen. Nicht einmal der gefürchtete Gegenwind stellte sich in diesem Jahr ein.
Die Sache mit den naturnahen Campingplätzen
Wer hätte gedacht, dass auf einem Campingplatz unter der Einflugschneise des Flugplatzes so viel Natur herrscht? Beim Frühstück und Abendessen wurden die Neuwieder von Unmengen von Mücken geplagt, sodass man immer total vermummt am Tisch sitzen musste.
Auch in der Nacht war viel los. Frösche quakten, der Kuckuck rief und auch der Kauz war nicht leise. Zwischendurch schnatterten noch die Nilgänse. Und wer immer noch nicht genug von Tieren hatte, konnte tagsüber noch die Ziegen im Streichelgehege des Campingplatzes streicheln. Morgens nach dem Frühstück sah man auch noch acht oder neun Ruderer auf der Wiese hüpfen, denn der Campingplatz bot auch noch Animation am frühen Morgen in Form von Tanzen an.
Die Sache mit der aufregenden Strecke
Der dritte Tag begann schon richtig chaotisch. Alles begann damit, dass der Steg beim Ruderverein von Alphen so voll war, dass nicht mehr auf die Fahrer der Transportfahrzeuge gewartet werden konnte. Kurzerhand legte eines der drei GTRVN-Boote ab. Nach zwei Kilometern konnte eine passende Anlegestelle gefunden werden, um auf die anderen zu warten. Inzwischen hatten zwei der Organisatoren die Pläne geändert und beschlossen, einen anderen Weg nach Gouda zu nehmen, der nach Ansicht der ortsansässigen Ruderer „very beautiful“ war. Im Nachhinein musste man sich fragen, wann diese Ruderer die Strecke zum letzten Mal gefahren sind. Nach dem Umbesetzen der Boote machte man sich auf den Weg. Zwölf Kilometer später bogen die Neuwieder Boote in eine kleine, kaum erkennbare Abzweigung ein. Dort befand sich eine kleine Insel mit einem Aussichtturm, die zum Pause machen einlud.
Nachdem der Geburtstagskuchen eines Teilnehmers gegessen war, machten sich die Teilnehmer gestärkt wieder auf den Weg. Es begann schon langweilig zu werden, als eines der drei Boote plötzlich ein kleines Schaf erblickte, das in den Kanal gefallen war. Sofort wurde eine spektakuläre Rettungsaktion gestartet. Zwei Teilnehmerinnen versuchten, das mit Wasser vollgesaugte Tier an der Wolle zu packen. Der Wanderfahrtsfotograf war sofort zu Stelle, um Fotos zu machen. Nachdem das Schaf aus dem Wasser aus dem Wasser gezogen worden war, wurde es sorgfältig trocken gerubbelt und in die Freiheit entlassen.
Nach der erfolgreichen Rettungsaktion konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Es dauerte nicht lange und schon kam die nächste Herausforderung. Aufgrund des hohen Wasserstandes konnten wir die nächsten beiden Brückendurchfahrten nicht rudernd passieren. Alles was höher als die Dollen der Boote war, musste kurzerhand ausgebaut werden. Nachdem auch das geschafft war, tauchte eine sehr enge Brücke im Blickfeld auf. Doch schnell stellte sich heraus, dass die Brücke zugemauert war und die Boote umgetragen werden mussten. Mit allen verfügbaren Kräften war dies erstaunlich schnell und problemlos geschafft. Der Käsemarkt von Gouda konnte nach all den Hindernissen des Tages leider nicht mehr erreicht werden!
Am letzten Rudertag musste die Ruderetappe verkürzt werden, da keine geeignete Stelle zum Ausheben der Boote gefunden wurde. Also wurde nach einer Mini-Etappe der Weg nach Hause angetreten. Sicherlich wird diese Fahrt allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben und alle sind gespannt, welche Herausforderungen wohl im nächsten Jahr bei der GTRVN-Familienwanderfahrt auf die Ruderer warten!
Pressemitteilung
Gymnasial-Turn-Ruder-Verein Neuwied 1882 eV
