Allgemeine Berichte | 02.02.2021

Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler

Eine kleine Pumpe, die Leben rettet

Die Kardiologen des Krankenhauses Maria Hilf nutzen Impella-Pumpen, um schwer herzkranke Patienten und Patientinnen zu behandeln

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der 85-jährige Patient, der Anfang Dezember von seinem Hausarzt in die Kardiologie des Krankenhauses Maria Hilf überwiesen wurde, litt schon bei kleinsten Belastungen unter einem ausgeprägten Engegefühl und Schmerzen in der Brust. „Wir führten bei ihm eine Untersuchung mit dem Herzkatheter durch und diagnostizierten mehrere Engstellen in den Herzkranzgefäßen“, erläutert Dr. Theodoros Ballidis. Das war ein besorgniserregender Befund, erinnert sich der Chefarzt der Inneren Medizin/Kardiologie und Leiter der Schlaganfalleinheit. „Der Patient brauchte eigentlich eine Bypass-Operation.“ Die kam für ihn aber nicht in Frage, weil sie wegen seines hohen Alters viel zu riskant für ihn war. So erhielt er zunächst Medikamente, die seine Beschwerden jedoch nicht linderten.

Daraufhin entschieden Dr. Ballidis und sein Team, die verengten Gefäße im Herzkatheterlabor zu behandeln. Dieser ebenfalls riskante Eingriff konnte bei ihm deshalb durchgeführt werden, „weil wir gleichzeitig sein Herz mithilfe einer kleinen, aber sehr wirksamen Pumpe unterstützt haben“, sagt er. Seit wenigen Wochen steht diese Impella-Herzpumpe den Kardiologen im Krankenhaus Maria Hilf für schwer herzkranke Patientinnen und Patienten zur Verfügung, für die eine Bypass-OP eine zu große Belastung wäre.

Behandlung wird sicherer

Die Behandlung wird dadurch für diese Patienten deutlich sicherer.

Die Impella-Pumpe wird vor dem Eingriff im Herzkatheterlabor durch einen kleinen Schnitt in der Leistenarterie bis in die linke Herzkammer geschoben. Hier befördert die kleinere bis zu zweieinhalb Liter Blut pro Minute aus der linken Herzkammer in den Körper. Damit stabilisiert sie den Kreislauf und versorgt die Organe mit sauerstoffreichem Blut. Die große Pumpe kann sogar fast die gesamte Herzfunktion übernehmen. Sie ist in der Lage bis zu 4,3 Liter Blut in der Minute in das Kreislaufsystem zu pumpen. Währenddessen können die Kardiologen die verengten Herzkranzgefäße mit einer Ballondilatation aufdehnen oder besonders stark verkalkte und verhärtete Stellen mithilfe kleiner Diamantbohrer wieder durchlässig machen und dann mit Stents, also Gefäßstützen stabilisieren. Nach diesem Eingriff geht es den Patienten deutlich besser, denn ihr Herzmuskel wird wieder mit Blut versorgt und ist leistungsfähiger.

Mit der Impella-Pumpe konnten Dr. Ballidis auch einer 81-jährige Patientin helfen, die an Silvester mit einem akuten Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Bei ihr diagnostizierten die Kardiologen eine sogenannte Hauptstammstenose, eine Verengung in der Koronar-Arterie, durch die das sauerstoffreiche Blut fließt, das den Herzmuskel versorgt. „Das ist ebenfalls eine klare Indikation für eine Bypass-Operation, die wir der zierlichen Frau aber auf keinen Fall zumuten wollten“, so Dr. Ballidis.

Sie hätte nicht die Reserven gehabt, um sich von diesem schweren Eingriff wieder zu erholen, sagt er. Deshalb führte er zusammen mit seinem Team den Eingriff im Herzkatheterlabor durch, die Impella-Pumpe sorgte währenddessen für einen stabilen Kreislauf. Auch sie konnte – genau wie der 85-jährige Patient – wenige Tage später das Krankenhaus verlassen. „Es geht beiden wieder gut“, freut sich Dr. Ballidis.

Lebensrettend kann die Impella-Pumpe bei Patienten sein, die einen kardiogenen Schock erleiden, zum Beispiel bei einem schweren Herzinfarkt, einer Herzmuskelentzündung oder einem akut auftretenden Herzklappenfehler. Denn das Herz ist in diesem Fall zu schwach, um genügend Blut in den Körper zu pumpen und das kann zu einem Versagen der Organe führen. Die Patienten müssen schnellstmöglich behandelt werden. „Mit der Impella-Pumpe können wir auch bei diesen Patienten dafür sorgen, dass weiterhin sauerstoffreiches Blut in den Körper gepumpt wird und die Organe versorgt werden“, so Dr. Ballidis. Das schenkt den Kardiologen ausreichend Zeit, um die Ursache der massiven Herzschwäche zu diagnostizieren und zu behandeln. Bei diesen Patientinnen und Patienten bleibt die Pumpe bis über eine Woche im Herzen. So wird es bei seiner Arbeit unterstützt und kann sich wieder erholen.

Pressemitteilung Marienhaus

Klinikum im Kreis Ahrweiler

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