Besuch im „Haus am Quendelberg“
Eine neue Heimat für Behinderte in Montabaur
Montabaur. Der Schutz und die Betreuung von Menschen mit Behinderungen hat in Kirche und Caritas eine besondere Tradition, stellte Peter Roos bei einem Besuch des Arbeitskreises Heimatgeschichte und Brauchtum im Westerwald-Verein (AK) und der Deutsch-Englischen Gesellschaft Montabaur (DEG) im erst kürzlich eröffneten „Haus am Quendelberg“ in Montabaur heraus. Peter Roos ist Abteilungsleiter Ambulante Hilfen - Bildung - Wohnen des Caritas-Verbandes Westerwald-Rhein-Lahn e.V., der den Bereich von Hachenburg bis zur Loreley / St. Goarshausen abdeckt. Aus dieser Tradition heraus setzt sich dieser Caritas-Verband seit vielen Jahren für die gesellschaftliche Integration betroffener Menschen ein, betonte der Referent. Er erläuterte zunächst die Struktur der Caritas - Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und stellte diese eindrucksvoll in Lichtbildern vor. So sei Caritas auch „ein starkes Stück Kirche“.
Großes Interesse an der Arbeit der Partnerschaftsvereine
Zu dem 215. Treffen des seit 1980 von Guido Feig geleiteten Arbeitskreises konnte dieser diesmal auch den stellvertretenden Vorsitzenden Helmut Stahlhofen, Mitglieder und Ehrenmitglied Norbert Reisewitz von der DEG begrüßen. Diesbezüglich kann die DEG bei ihrer anstehenden Fahrt in die englische Partnerstadt von Montabaur in Brackley über die neuen Entwicklungen in der Kreisstadt informieren. Bei den Teilnehmern zeigten auch der Vorsitzende der Deutsch-Texanischen Gesellschaft Montabaur-Fredericksburg (DTG) und Vorstandsmitglied Inge Wick großes Interesse. Der WWV-Zweigverein Montabaur war mit seinem Vorsitzenden Oswald Böckling und der WWV-Hauptverein mit dem Hauptkulturwart Dr. Moritz Jungbluth, dem stellvertretenden Leiter des Landschaftsmuseums Westerwald in Hachenburg vertreten. Dr. Hermann Josef Roth (Bonn) konnte, wie auch andere interessierte Teilnehmer mit geschichtlichen Details zum Haus am Quendelberg beitragen, wo einst die „Volksschule“ der Stadt mit einem repräsentativen Gebäude stand.
Ein Haus mit bewegter Geschichte
Peter Roos zeigte auf, dass das „Caritashaus“ in der Ignatius-Lötschert-Straße im 19. Jahrhundert dem Mutterhaus der „Genossenschaft der Barmherzigen Brüder zu Montabaur in Hessen-Nassau“ angegliedert war und in seiner bewegten Geschichte von bis zu 400 behinderten Menschen bewohnte war. 1937 wurde das Haus von der damaligen Regierung geschlossen, ehe es nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1977 wieder in Betrieb war, dann aber schließlich wegen baulicher Mängel und sehr hohem Sanierungsbedarf von der Kongregation der Barmherzigen Brüder aufgegeben wurde. Die letzten Bewohner fanden in anderen Einrichtungen der Behindertenhilfe eine neue Bleibe.
Die zentrale Lage ist ein Vorteil für die Bewohner
Für eine Standortentscheidung der neuen Caritaseinrichtung oberhalb der Stadthalle in der Koblenzer Straße 4 von Montabaur sprachen die günstige Infrastruktur der Stadt mit nahegelegenen Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten in der Fußgängerzone. Diese unterstützen die sozialen Kontakte und sichern die Teilnahme am alltäglichen Leben, trug Roos vor. Ärztliche Versorgung, öffentliche Verkehrsmittel, in der Nähe gelegene soziale Einrichtungen und Caritas-Werkstätten sowie das unmittelbar benachbarte Naherholungsgebiet waren weitere Kriterien für die Standortwahl.
Das Haus am Quendelberg der Caritas steht an einer geschichtsträchtigen Stelle mit einer wechselvollen Geschichte. Dies wurde bei dem Treffen diskutiert. Es diente bis 1930 als Schule und wurde zuletzt als Wohnraum genutzt, ehe das Anwesen 2013 vom Caritas-Verband erworben und noch von der Stadt Montabaur anschließend abgerissen wurde. Nach einer etwa zweijährigen Bauzeit konnte es seiner neuen Bestimmung übergeben werden. Es verfügt über barrierefreie Wohnungen für 24 Menschen mit Behinderung in drei Wohneinheiten mit je acht Personen. Es soll den Bewohnern Sicherheit und Lebensqualität geben sowie Heimat sein. Hierüber konnten sich die Teilnehmer bei einer Hausführung einen Überblick verschaffen.
Mit dem Neubau hat sich die Anzahl der stationären Wohnplätze in Caritas-Einrichtungen im Kreis Westerwald auf 62 erhöht, Höhr Grenzhausen hat 38 und Montabaur 24. Nauort ist mit 15 entfallen. Anträge für die Aufnahme müssen bei dem Sozialamt der Kreisverwaltung gestellt werden. Helmut Stahlhofen (DEG) und Guido Feig (AK) dankten Peter Roos für die ausführlichen interessanten Informationen und den Einblick in diese ansprechende soziale Einrichtung. Pressemitteilung des
Arbeitskreises Heimatgeschichte und Brauchtum
im Westerwald-Verein
