Theaterfreunde Dreigestirn Wormersdorf
„Eine unvergessliche Nacht“ fürs Publikum
Bei der Premiere der Komödie lief nicht immer alles nach Plan - Sämtliche Vorstellungen sind ausverkauft
Wormersdorf. „Eine unvergessliche Nacht“ bescheren die Theaterfreunde Dreigestirn Wormersdorf ihrem Publikum mit der gleichnamigen Komödie von Walter G. Pfaus. Schließlich wollen die Laienschauspieler um Regisseur Harald Lohmer mit dem Stück des zeitgenössischen Theater- und Kriminalautors jeden Theaterabend zu einem einmaligen Erlebnis für ihre Gäste werden lassen. Zumindest bei der Premiere ist dem Ensemble das voll und ganz gelungen.
Natürlich waren die 85 Plätze in „Willis Theaterscheune“ restlos besetzt, und auch alle anderen Vorstellungen sind schon jetzt praktisch komplett ausverkauft. Bei der Premiere lief zwar technisch noch nicht alles glatt, und auch das ein oder andere Requisit ging unerwartet zu Bruch, doch die versierten und bereits erfahrenen Schauspieler ließen sich durch nichts aus der Ruhe bringen und machten auch aus unerwarteten Zwischenfällen noch einen humoristischen Brüller.
Ohnehin wird keine Aufführung wie die andere sein, denn das Stück soll sich durchaus im Lauf der Spielzeit weiterentwickeln und verändern, aus der Reaktion des Publikums wollen alle für die nachfolgenden Aufführungen lernen und so das Geschehen auf der Bühne kontinuierlich optimieren. Zunächst aber können sich die Fans der Wormersdorfer Bühne auf das kommende Jahr freuen, denn dann feiern die Theaterfreunde Dreigestirn ihr zehnjähriges Bestehen, und das mit einem echten Knalleffekt. Was das aber genau sein wird, wollte der Regisseur dem Premierenpublikum noch nicht verraten.
Doch zurück zum eigentlichen Stück. Max Meyer (gespielt von Jan Hoffmann) ist wirklich zu bedauern. Gerade noch freut er sich auf einen schönen Abend mit seine Angebeteten Isabella (Mareike Lanzrath), er will sie mit einem extra hergestellten, fernöstlichen Liebestrank betören. Schließlich ist sie das erste weibliche Wesen in seinem Leben, seit seine über alles geliebte Nina Wendler (Maria Grohs) ihm den Laufpass gegeben hat und nach Berlin gezogen ist. Er will vergessen und einen Neuanfang, wofür ihm das Aphrodisiakum Beine machen soll.
Bedauerlicherweise kommt alles ganz anders als geplant, denn völlig unerwartet steht plötzlich Tante Herta (Monika Schäfer) vor der Tür, weil sie es bei ihrem Bruder Paul (Georg Grohs) nicht mehr aushält. Derweil kriegt Taxifahrer Bruno Knosowsi (Harald Lohmer) graue Haare, weil niemand bereit ist, ihm die 678 Euro zu bezahlen, die die Taxifahrt von Berlin nach Wormersdorf gekostet hat. Bis plötzlich Tante Herta in Naturalien bezahlen möchte, weil sie versehentlich am Liebestrank genippt hat und nun den Chauffeur unwiderstehlich findet. Als dann auch noch die ewige Liebe Nina Wendler aufkreuzt und kurz darauf Isabella Schwerenöter Gerd Fischer (Günter Grohs), den besten Freund von Max, im Schlepptau hat, nimmt das Chaos seinen Lauf. Zumal sich Gerd spontan in Isabella verknallt, die darüber nur den Kopf schütteln kann: „So was hab ich echt noch nicht erlebt.“
Fehlt noch Onkel Paul, der ebenfalls ohne Ankündigung eintrifft und großen Gefallen an „der süßen kleinen Nina“ findet. Als dessen Braut Nadine Hartwig (Pauline Lohmer) dahinterkommt, ziehen düstere Gewitterwolken auf, die sich aber in donnernde Lachkaskaden und flammende Witzeblitze auflösen.
Für die Technik zeichnen Kai Dierckes und Hermann Lanzrath verantwortlich, Verpflegung und Bühnenbild übernehmen Marina Hoffmann und Petra Zavelberg-Lohmer, die Bühne wurde von Daniel Lenders, Leo Schäfer und Dirk Dolff gebaut. Weitere Termine sind am 28. und 29. Oktober sowie 3. und 4. November.
JOST
Bahnt sich da eine enge Beziehung zwischen Tante Herta und dem Taxifahrer an? Foto: Volker Jost
Schwerenöter Gerd kann die schöne Isabella nicht von seinen Vorzügen überzeugen. Foto: Volker Jost
