Ganz Scheuren feierte ausgelassen Dorfkirmes
Eine wahrhaft königliche Familie
Mit Nico und Peter Srol sicherten sich Sohn und Vater die Junggesellen- und Bürgerkönigswürde
Unkel. Am Wochenende feierte der Unkeler Stadtteil Scheuren seine Kirmes im Festzelt auf dem Festplatz am Kindergarten. Traditionell eröffnet wurde sie vom Junggesellen- und Jungmädchenverein, der am Freitagabend alle über 16-Jährigen zu einer stimmungsvollen 80er- und 90er-Jahre Party mit DJ Andy eingeladen hatte. Bereits Stunden zuvor hatten die Junggesellen dem Kirmesmann seinen Platz am Mittelpfosten des Festzeltes am Eingang zugewiesen.
Ausgerechnet 2016, im Jahr seines 160. Stiftungsfestes, hatte sich der Junggesellenverein den Kickern des Bürgervereins erstmals seit neun Jahren beim traditionellen Fußballturnier auf dem Bolzplatz am Samstagvormittag mit 2:1 geschlagen geben müssen.
Diese Scharte galt es nun dieses Jahr auszuwetzen, was allerdings nicht so leicht war. Mit einem 3:3 mussten die Mannschaften in die Verlängerung gehen, bevor die Bürger knapp mit 3:4 unterlagen. Deutlicher fiel da schon der Sieg gegen die Damen des Vereins mit 14:0 aus, die trotz der Niederlage gegen den Bürgerverein mit 1:6 natürlich als „eigentliche“ Sieger vom Platz gingen.
Fähnrich Philipp Schmitz wird Rheinlandmeister aller Klassen
Nächster Schauplatz war am frühen Samstagvormittag das Festzelt, in dem die Rheinlandmeisterschaft aller Klassen ausgeschwenkt wurde sowie die Meisterschaft des „Freistaats Scheuen“. Mit Dominik Schwager aus Erpel, Bastian Lindlohr und Philipp Schmitz aus Bruchhausen, dem frisch gebackenen Siebengebirgsmeister Julian Muss aus Unkel und dem jungen Lukas Ley aus Leubsdorf stellten sich nur fünf Fähnriche der Jury.
Anders als in der Woche zuvor, als Philipp Schmitz die Bundesmeisterschaft nach dem Jahr Zwangspause nicht wieder nach Bruchhausen hatte holen können, gelang ihm dies mit der Rheinlandmeisterschaft aller Klassen. Dominik Schwager, der Rheinland-Pfalz-Meister 2016, musste sich mit Platz zwei begnügen, konnte dafür aber den Freistaat-Scheuren-Pokal mit nach Erpel nehmen.
Zahlreiche Gastvereine reihten sich in den Königszug ein
Nur kurze Zeit später konnten Hauptmann Niclas Richarz und Leutnant Lukas Schmitz mit den Junggesellen Rheinbreitbach, Bruchhausen und Unkel nicht nur Gastvereine aus der Verbandsgemeinde begrüßen. Aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen waren auch Selhofer Junggesellen von „Einigkeit macht stark“ nach Scheuren gereist. Neben diesen reihten sich auch der St. Josephs Bürgerverein Scheuren um die Vorsitzenden Uli Koch und Michael „Lalla“ Braun, der St. Sebastianus Bürgerverein Heister um Helmut Bürger und Knut von Wülfing sowie der Unkeler Bürgerverein um Rudolf Zimmermann in den Königszug ein. Angeführt wurde dieser vom Tambourcorps „Rheinklänge“, das von den Bläsern der Karnevalisten tatkräftig auf dem Weg durch den Ort unterstützt wurde.
Erwartet wurde der Königszug schon längst von den Majestäten, die sechs Jahre nach dem Scheurener „Familien-Königsjahr“ mit Großvater Dieter Rechmann und Enkel Kilian sowie drei Jahre, nachdem Mutter Sigrid und Tochter Verena Braun als Königinnen in dem Unkeler Stadtteil regiert hatten, wieder aus einer Familie stammen. Kaum dass Nico Srol am Sonntag vor einer Woche den Rumpf des Außerirdischen vom Planeten Melmac im Katzenloch mit dem 237. Schuss zu Fall gebracht hatte, hatte sein Vater Peter Srol beschlossen, nach Ablauf der „Schonfrist“ als Bürgerkönig 2013 erneut aufs Ganze zu gehen, was ihm dann mit dem 186. Schuss auf den Königsadler auch gelungen war. Mit seiner Königin Melanie hatte er sich mit Karin und Reinhard Wolf, den Bürgermajestäten 2015, sowie Silvia und Klaus-Dieter Schmitz die Unterstützung erfahrener Ehrenpaare gesichert, während Sohn Nico mit Königin Valentina Emons von Joanna Pulido und Patrick Königsmark sowie Elisa Riedel und Luca Salvenini umgeben wurden. Gemeinsam empfingen sie am späten Samstagnachmittag in der „Hofburg“ den Festzug, dessen Offiziere im Nu den Hof in der Honnefer Straße bevölkerten.
Wie im Vorjahr hatte es da leicht zu nieseln begonnen, sodass Niclas Richarz und Uli Koch besorgt zur Eile mahnten. Lauter Jubel brandete auf, als Nico Srol und Valentina Emons sowie Peter und Melanie Srol zum Präsentiermarsch durch das Spalier der Offiziere und Fähnriche auf die Straße traten und sich an die Spitze des Zugs setzten, der den Dorfplatz anstrebte. Während der Bürgerkönig längst mit allen Zeichen seiner Macht ausgezeichnet worden war, wurde der Junggesellenkönig von seinem Vorgänger Niclas Richarz dort mit der Kettenübergabe inthronisiert, bevor es weiter ins Festzelt ging. Dort tanzten die Königspaare der beiden Vereine um die Fahnen und eröffneten mit dem gemeinsamen Königswalzer den Höhepunkt des Festes, den Kirmesball, zu dem wie in den Vorjahren die Tanzband „Barbados“ aufspielte.
Mit Festhochamt und Prozession startete der Kirmessonntag
Eine ausgedehnte Nachtruhe war den Scheurenern am Wochenenden eher nicht beschieden, schon gar nicht dem Team um Manfred Mönch, das in den frühen Morgenstunden das Altarbild für das Kirchweih-Hochamt auf dem Dorfplatz legte. Nach der anschließenden Prozession ging es dann zum Frühschoppen ins Festzelt, wo wieder die beiden Königspaare mit ihrem Ehrengeleit im Mittelpunkt standen. Musikalisch unterhalten wurden sie wie auch die zahlreichen Gäste nicht nur den „Lau-Sitzern“. Auch die Chorgemeinschaft Unkel/Kasbach-Ohlenberg entbot ihnen den Sängergruß, während sich vor allem die jungen Kirmesbesucher auf dem Kettenkarussell amüsierten oder im „Saloon“ rote Plastikrosen und andere Belohnungen für hohe Treffsicherheit anvisierten.
Zwar neigte sich die Scheurener Kirmes am Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen langsam dem Ende entgegen, offiziell beendet wurde sie aber erst am Montagabend. Da wurde der Kirmesmann von seinem trockenen Platz heruntergeholt und ein letztes Mal im Ort zur Schau gestellt, bevor der Junggesellen- und Jungmädchenverein dem armen Kerl den Prozess machte, der natürlich mit dem Urteil „Tod in den Flammen“ endete. DL
Noch war die Königsfamilie mit Peter und Melanie Srol sowie Nico Srol mit seiner Königin Valentina unter sich.
Vorerst blieben einige Regenschirme beim Königszug Richtung Festzelt geschlossen.
