In Wachtberg drei geführte Wanderungen: Tag des Geotops am 17. September
Eintauchen in die Erdgeschichte
Wachtberg. Anlässlich des Tags des Geotops veranstaltet die Gemeinde Wachtberg geführte Ausflüge zu drei herausragenden geolo gischen Aufschlüssen Wachtbergs. Ein Pkw oder eine Mitfahrgelegenheit ist dieses Mal erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Der Rodderberg
Führung: Geologieoberrat a.D. Diplom-Geologe Klaus-Frank Simon.
Vulkane gibt es in der Eifel viele. Dieser ist jedoch ganz besonders. Ein perfekter Krater hoch über dem Rhein. Frech sitzt er dem Siebengebirge gegenüber, dem vulkanischen Greis aus der Tertiärzeit. Wieso eigentlich Eifel? Na ja, geographisch nicht wirklich, aber geologisch auf alle Fälle; denn der eiszeitliche Osteifeler Vulkanismus „wagte“ sich hier vor rund 50.000 bis 30.000 Jahren mit Eruptionen und Basaltintrusionen weit nach Norden. Die Aufschlüsse im Rodderberg, heute ein Naturschutzgebiet mit bemerkenswerter Flora und Fauna, zeigen in einmaliger Weise die Geschichte eines eiszeitzeitlichen Vulkans. Klimageschichte pur. Auf dem eineinhalbstündigen Spaziergang tauchen die Teilnehmer ein in die extreme Welt der vergangenen Zeiträume von Warm- und Kaltzeiten. Beginn: 9.30 Uhr. Treffpunkt: Rodderberg (Parkplatz vor der Einfahrt zum Broichhof in Niederbachem). Ende: 11 Uhr.
Die Kiesgrube Gimmersdorf
Führung: Diplom-Geologe Dr. Stefan Thomas. Die Kiesgrube Gimmersdorf ermöglicht einen hervorragenden Einblick in die Schichten der jüngeren Hauptterrasse. In der Umgebung des linksrheinischen Bonn ist die Hauptterrasse landschaftlich gut als „Hochebene“ des Kottenforstes erkennbar. Sande, Kiese und Blockwerk wurden vom Rhein als arktischer Breitbettfluss voretwa 790.000 bis 580.000 Jahren in einer Kaltzeit des jüngeren Cromer-Komplexes aufgeschottert. Lössablagerungen aus der der letzten Kaltzeit bedecken diese und stellen das Ausgangsgestein fruchtbarer Braunerden. Die Führung in der Kiesgrube führt rund eineinhalb Stunden in die Welt einer Kaltzeit, die unter anderem von Mammut und Wollnashorn durchstreift wurde. Beginn: 11.30 Uhr. Treffpunkt: Kiesgrube in Gimmersdorf (Zuwegung über den Wittfelder Hof). Ende: 13 Uhr
Die Tongrube Adendorf
Führung: Diplom-Geologe Dr. Sven Oliver Franz. Das Töpferdorf Adendorf hat seinen Ursprung und Blüte den in der Umgebung anstehenden Vorkommen reiner Tone zu verdanken. Der heutige Tagebau „Erhard“ der Sibelco Deutschland GmbH im Süden von Adendorf ist jedoch nicht nur wirtschaftlich für die Keramikindustrie von Bedeutung. Zwischen den Tonlagern aus der Miozänzeit vor etwa 15 bis 18 Millionen Jahren sind in Sandlinsen und Braunkohleflözen sehr gut erhaltene Pflanzenfossilien zu finden, die für die Rekonstruktion des Klimas im rheinischen Jungtertiär von Bedeutung sind. Zur damaligen Zeit verband ein weit mäandrierender Fluss sumpfige Senken und Seen. An den Ufern gedieh in einem feuchten und warm-gemäßigten Klima unter anderem ein üppiger immergrüner Lorbeermischwald. Die Führung durch den Tagebau vermittelt Einblicke in die damalige Landschaft, die Herkunft und die Ablagerungsbedingungen der Sedimente. Beginn: 13.30 Uhr. Treffpunkt: Parkplatz hinter der Einfahrt zur Tongrube Erhard (Sibelco Deutschland GmbH, Grubenstraße, 53343 Wachtberg-Adendorf, von der Tankstelle aus in die Erhard-Fischer-Straße fahren, erste rechts Richtung Tongrube). Ende: 15 Uhr.
Anmeldungen
Anmeldungen sind ab sofort im Rathaus der Gemeinde Wachtberg, Rathausstraße 34 in Wachtberg-Berkum, möglich bei Melanie Kamradt, Tel. (02 28) 95 44 153, E-Mail melanie.kamradt@wachtberg.de. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 25 Personen begrenzt.
Pressemitteilung der
Gemeinde Wachtberg
