Allgemeine Berichte | 16.11.2019, 11:09 Uhr

Freunde der Ahrtalbahn besuchten das Verkehrsmuseum Nürnberg & die Augsburger Localbahn

Eisenbahn historisch und im aktuellen Güterbetrieb

Region. Historie und Aktualität begegneten den „Freunden der Ahrtalbahn“ bei ihrer jüngsten Reise nach Nürnberg und Augsburg. Der Historie wegen waren sie nach Nürnberg gefahren, um sich dort im Verkehrsmuseum, dem Hauptmuseum Deutschen Bahn AG, umzusehen. Und die Aktualität erlebten sie einen Tag später, als sie die Augsburger Localbahn besuchten, eine ganz spezielle Güterbahn. Im Nürnberger Museum fanden die Eisenbahnfreunde reichlich Stoff für ihre Leidenschaft, sich mit der Eisenbahn zu befassen. Die Geschichte ab 1835 über die Zeit der Länderbahnen bis zur frühen Deutschen Reichsbahn und dann die Bahngesellschaften in der alten Bundesrepublik und der DDR bis 1990 bot eine Fülle an Information. Und auch die Zeit bis heute gehörte dazu, alles sehr anschaulich und informativ dargeboten. Ein Höhepunkt: Auf der imposanten Modellbahnanlage ist echter Bahnbetrieb mit vorschriftsmäßigem Blockabstand umgesetzt. Die Augsburger Localbahn ist eine schon mehr als 125 Jahre bestehende Güterbahn, die wohl als einzige ihrer Art noch übrig geblieben ist. Im Jahre 1889 entschlossen sich mehrere Augsburger Industriebetriebe, dem in den Straßen herrschenden Verkehrschaos durch Fuhrwerke (!) Abhilfe zu verschaffen mit dem Bau einer Eisenbahn. Es entstand eine Rundbahn, die die Verbindung zum Ausburger Bahnhof herstellte. Und sie fährt noch heute, zwei der Anteilseigner waren schon vor 129 Jahren dabei. Geschäftsführer Helmuth Schmitt empfing die Gruppe aus dem Ahrtal und informierte sie theoretisch und praktisch über den Bahnbetrieb. Rund 40 Menschen arbeiten hier heute noch, sie führen Rangierfahrten und Gütertransporte, auch auf externen Strecken, durch und transportieren 1,2 Mio. Tonnen im Jahr. Die Gruppe aus dem Ahrtal wusste sehr zu schätzen, dass Helmuth Schmitt nicht nur ein exzellenter Kenner seiner Eisenbahn, sondern auch seiner Heimatstadt ist. Bevor sie im Augsburger Hauptbahnhof den Zug in Richtung Rheinland bestieg, erlebte sie in kompakter, aber intensiver Art und Weise die Geschichte der Stadt und erfuhr viel über die freie Reichstadt, die Handelsmacht der Fugger, über Reformation und den Augsburger Religionsfrieden, die (seinerzeit unerwünschte) Zugehörigkeit zum Königreich Bayern, die Industrialisierung und das Schicksal der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Groß, Sprecher der Freunde der Ahrtalbahn und Organisator der Fahrt, dankte Schmitt dafür im Namen aller. Die „Freunde der Ahrtalbahn“ treffen sich zu ihrem offenen Stammtisch an jedem vierten Mittwoch im Monat um 18:30 Uhr in der Gaststätte „Ehemaliger Winzerverein“ in Bad Bodendorf, das nächste Mal wieder im Januar. Alle an den Themen Nahverkehr, Bahn und Bus Interessierte sind jederzeit willkommen.

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