Neujahrsempfang der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Elf Millionen Euro teurer Bau als sichtbares Zeichen einer positiven Entwicklung
Rheinbach. Professor Dr. Hartmut Ihne, der Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, sieht den elf Millionen Euro teuren Erweiterungsbau am Campus Rheinbach als sichtbare Bestätigung dafür, dass sich die Hochschule am Standort Rheinbach wohlfühlt und sich hier auch künftig weiter entwickeln will. Beim Neujahrsempfang der Hochschule wurde der Neubau, in dem seit Beginn des Wintersemesters 2017/2018 geforscht und gelehrt wird, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das dreigeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von 2201 Quadratmetern wird im Erdgeschoss vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und der Hochschule allgemein genutzt. Beispielsweise mit einem „Eltern-Kind-Zimmer“ für Studentinnen und Hochschulmitarbeiter mit Säuglingen, ein anderer Raum wird für die regelmäßigen Ferienprogramme für Grundschulkinder von Studierenden und Beschäftigten der Hochschule genutzt. „Damit tragen wir zur besseren Vereinbarkeit von Studium oder Beruf und Familie bei“, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte Monika Sarrazin-Comans.
Das erste Obergeschoss teilen sich der Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften mit dem Institut für Detektionstechnologie, das auch im Kellergeschoss noch Räume nutzt. Das zweite Obergeschoss ist dem Zentrum für Angewandte Forschung vorbehalten. Im Zuge der Baumaßnahme wurde auch die bereits vorhandene Bibliothek durch den Ausbau im ersten Obergeschoss um 286 Quadratmeter Nutzfläche erweitert. Die beiden Gebäude werden durch einen dreigeschossigen Baukörper verbunden. Hier sei „Studieren mit Seeblick“ möglich, so Ihne augenzwinkernd angesichts der Lage des neuen Gebäudes direkt am Hochschul-Weiher.
Der Präsident sieht den Neubau als Meilenstein im Bemühen, Lehre, Forschung und Wissenstransfer mehr Raum zu geben. Damit werde die Hochschule endgültig fit für die Zukunft gemacht. Aus den ursprünglich geplanten 2500 Studierenden seien inzwischen mehr als 8000 geworden, was die große Anziehungskraft der Hochschule unter Beweis stelle. Mittlerweile seien hier zudem mehr als 1100 Mitarbeiter beschäftigt. Dank praxisnaher Lehre und anwendungsorientierter Forschung werde hier jungen Menschen eine sehr gute Perspektive für ihr berufliches Leben eröffnet.
Die Erweiterungsbauten an beiden Campusstandorten seien das sichtbare Zeichen dieser positiven Entwicklung. Für die nahe Zukunft seien weitere Anstrengungen geplant im Hinblick auf die notwendige Digitalisierung, eine bessere Kommunikation und die Integration neuer Unternehmensformen. „Gute Wissenschaft braucht gute Räume“, bemerkte Ihne und war sich sicher, dass aus dem Neubau zukünftig viele wissenschaftliche Innovationen entspringen sowie neue Entwicklungsimpulse für die Region gegeben werden. Der neue „Science Campus“ werde Wissenschaft und Wirtschaft in lebendiger Form zusammenbringen.
Bei der Umsetzung hätten nicht zuletzt Aufenthaltsqualität und Nachhaltigkeit im Fokus gestanden, so Ihne weiter. Schließlich habe sich die Hochschule in ihrem Hochschulentwicklungsplan unter anderem die Nachhaltigkeit als Leitmotiv auf die Fahnen geschrieben, um auch auf diese Weise gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Deshalb sei schon beim Planungsbeginn festgelegt worden, dass eine energetisch hochwertige, effiziente, innovative und nachhaltige Realisierung der Neubauten umgesetzt werden soll, um eine Zertifizierung in Silber nach dem Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen (BNB) zu erreichen.
Dafür wurde eine gute Wärmedämmung berücksichtigt, durch die zusammen mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach nicht nur die Energiekosten im Betrieb, sondern auch Schadstoffemissionen gesenkt werden. Vergleichbares gilt für die gute Tageslichtversorgung der Räume über die hohen Fensterbänder. Durch die Gründächer wird die versiegelte Fläche ausgeglichen, und das Regenwasser von den Dachflächen soll direkt vor Ort versickert werden - beides wird bei der ökologischen Qualität mit Punkten belohnt. Damit sich die Nutzer in dem neuen Gebäude wohlfühlen, werden bei der Planung der Büros und Seminarräume verschiedenste Aspekte betrachtet, wie etwa Raumakustik, Barrierefreiheit und Aufenthaltsbereiche vor und in den Gebäuden. Den Beschäftigten und Studierenden stehen für die Pausen zudem Kommunikationszonen zur Verfügung.
Landrat Sebastian Schuster (CDU) zeigte sich ebenfalls erfreut über die positive Entwicklung: „Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bedeutet mir als Landrat des Rhein-Sieg-Kreises besonders viel. Sie kann mit Fug und Recht als das Erfolgsprojekt des Strukturwandels bezeichnet werden. Mit ihrer rasanten Entwicklung ist sie auch ein Zeichen dafür, dass sich unsere Region zu einer herausragenden Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungsregion entwickelt hat.“ Auch Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) war beeindruckt: „Wenn ich sehe, wie sich die Hochschule in nur 22 Jahren entwickelt hat, mag ich mir gar nicht vorstellen, wie es erst in Zukunft noch weitergeht.“
Die Hoffnung der Stadt, ein bedeutender Hochschul-Standort zu werden, habe sich erfüllt, und wir werden uns auch einer weiteren Entwicklung gegenüber offen zeigen, versprach er. So sei schon jetzt die Erschließung des 14 Hektar großen Gewerbegebiets „Hochschulviertel II“ geplant, zudem werden darüber hinaus noch Flächen rund um den jetzigen Standort für eine mögliche weitere Entwicklung freigehalten. JOST
In den neuen Labors des Fachbereichs Angewandte Naturwissenschaften wird seit wenigen Wochen geforscht und gelehrt. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
Beim Rundgang durch den Neubau überzeugten sich die Gäste des Neujahrsempfangs von der hervorragenden technischen Ausstattung der Labors des Fachbereichs Angewandte Naturwissenschaften. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
Beim Neujahrsempfang der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg präsentierte Hochschul-Präsident Professor Dr. Hartmut Ihne (Zweiter von links) den elf Millionen Euro teuren Neubau unter anderem Landrat Sebastian Schuster (links) und Bürgermeister Stefan Raetz (Zweiter von rechts).Fotos: JOST Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
