Verein Zehnthaus Odendorf/Essig präsentierte
Emotionale Achterbahn als Programm für den Abend
Lise Lotte Lafleur brilliert mit französischen Chansons von gestern bis heute
Swisttal-Odendorf. Einen stimmungsvollen Abend erlebten die Besucher des Konzerts von Lise Lotte Lafleur im Odendorfer Zehnthaus. Die Bonner Künstlerin zog ihr zahlreich erschienenes Publikum mit einer derart verblüffenden Bandbreite französischer Chansons in ihren Bann, dass ein Besucher von einer „Achterbahn der Gefühle“ sprach, auf der er sich auf und ab bewegt fühlte.
Wie wird man in diese Stimmung versetzt? Die Einladung zu dem Konzert verriet das Rezept. Man nehme von französischen Chansons von den 1920er-Jahren bis heute - die fröhlichen, frechen und frischen -, füge die samtenen, süßen, sehnsuchtsvollen hinzu, schmecke es ab mit Geschichten von der Liebe, dem Leben, den Leuten und lasse alles etwas ruhen. Dann packe man das Ganze in die knisternde Pralinenschachtel eines Konzertabends, verschließe es mit einem kunstvollen Band aus Komik, Können und Charisma und lasse es von der Sängerin und Pianistin Lise Lotte Lafleur präsentieren. So einfach ist das.
Dem belgischen Chansonnier und Schauspieler Jacques Brel fühlt sich Lafleur besonders verbunden. So verwundert es auch nicht, dass sie mehrfach auf Lieder seines Repertoires zurückgriff. Aber auch „Göttingen“, ein Chanson von Barbara, und das durch Marilyn Monroe bekannt gewordene Stück „Je cherche un miliionaire“ fanden sich im Programm. Bemerkenswert ist Lafleurs breites Spektrum an Ausdrucksweisen. Gesang, Klavierspiel, dann wird der Mund auch einmal zum Pfeifen gespitzt oder zum Trompeten geformt. Oder es wird mit der Zunge geschnalzt, an Stellen, an denen auf ihrer neuesten CD ein Glöckchen klingt. Zahlreiche der von ihr angebotenen CDs wechselten den Besitzer, mit und ohne Autogramm. Und davon musste sie viele schreiben. Denn ein Autogramm dieser Künstlerin ist für viele der Konzertbesucher eine schöne Erinnerung an einen bezaubernden Abend.
