Allgemeine Berichte | 23.08.2022, 09:24 Uhr

Klaffen, Bierchen trinken und Familienausflug beim ältesten Volksfest der Region

Endlich wieder Kirmes in Sinzig

Dauerstress für das Kirmesteam im Ordnungsamt

Autoscooter, der Klassiker unter den Fahrgeschäften war sehr gefragt.

Autoscooter, der Klassiker unter den Fahrgeschäften war sehr gefragt. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

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Sinzig. „Hurra, endlich wieder Kirmes in Sinzig“, die Freude, dass das älteste Volksfest der Region nach zwei Jahren Coronapause wieder stattfinden konnte, war nicht nur den Sinzigern, sondern auch den zahlreichen Besuchern anzumerken. Beste und entspannte Stimmung bei idealem sommerlichen Kirmeswetter, so lassen sich die vier Tage der Großveranstaltung in der Barbarossastadt zusammenfassen.

Kleine Neuerungen und viel Tradition: Dies gilt beim wohl ältesten Volksfest im Kreis. Für die Sinziger sind ihre Kirmestage immer noch eine ganz besondere Angelegenheit. Dabei gab es im Vorfeld der Kirmes durchaus einige Schwierigkeiten und auch viel Stress für das Kirmesteam beim Sinziger Ordnungsamt. Dies ließ Bürgermeister Andreas Geron bei der offiziellen Kirmeseröffnung anklingen. Denn zunächst einmal galt es die Stromversorgung der großen Festivitäten sicherzustellen. Die Stammfirma, die dies jahrzehntelang erledigt hatte, stand in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung. Erfolgte diese Absage recht kurzfristig so ging es bei der groß angekündigten Hauptattraktion, der Riesenschaukel „Rocket“, die sich mit ihren Gondeln ja auch in sich selbst drehen sollte, noch etwas kurzfristiger zu. Doch auch hier konnte ganz kurzfristig mit „Mister Beat“ ein Ersatz gefunden werden, der sich schnell und blinkend und auch laut vor der Westfassade von Sankt Peter drehte.

Als echte Sinziger Jong ist der Sinziger Bürgermeister Andreas Geron natürlich auch mit ganzem Herzen Kirmesfan. Die Freude war ihm bei der Eröffnung des großen Volksfestes anzusehen und anzuhören.

Kleine Neuerung in diesem Jahr: Bereits in der zweiten Auflage: Die Eröffnung fand auf dem Marktplatz statt. Musik und Reden waren die Jahre zuvor auf dem Kirchplatz mitten im allerdicksten Kirmestrubel schon mal etwas untergegangen. Trotz vieler Veränderungen, eines blieb auch bei der 781. Auflage der Kirmes erhalten. In Sinzig wird tatsächlich mitten in der Stadt gefeiert zu Füßen des Sinziger Wahrzeichen Sankt Peter. An Maria Himmelfahrt also dem 15. August 1241, hatte der markante spätromanische Sakralbau seine Weihe. Und darauf lässt sich dann auch die Tradition der Sinziger Kirmes zurückführen.

Ansonsten ließen es die Sinziger bei ihrer Kirmes aber sehr relaxed angehen. Schwätzchen halten beim kühlen Blonden, oder entspannter Familienbummel waren an den vier hohen Festtagen bis zum 23. August angesagt.

Zur Eröffnung formierte sich am Samstag gegen 18 Uhr auf Einladung der Jusseps-Jonge ein Festzug. Einst gab es diesen Festzug allerdings bei späterem Beginn und ohne Sommerzeit übrigens als Fackelzug der Sinziger Vereine.

Überhaupt dürften so manchen Kirmesnostalgiker eine ganze Reihe von Veränderungen aufgefallen sein. Dies ist zum einen einfach der Lauf der Zeit, zum anderen aber auch werden die direkten Folgen der Corona- Pandemie zurückzuführen. Denn nicht längst alle Schaustellerbetriebe haben diese harten Zeiten überlebt. Vieler orten war der Wechsel und einfach Neues angesagt. Dennoch gab es am Kirmes Samstagabend, der allerbestens besucht war zwischen Markt entlang der Kirmesmeile auf der Bachovenstraße und natürlich auf dem Kirchplatz viel Andrang.

Die Pflege der Kirmestraditionen ist Sache der Sankt-Josef-Gesellschaft: Der älteste Sinziger Verein wurde bereits im Jahr 1300 als kirchliche Schutzorganisation gegründet. Nach einem zweiten Festzug zum Vereinsheim in der Helenenbergstraße feierten die Jusseps-Jonge am Samstagabend dort ihren Königsball. Die musikalische Begleitung durch den Spielmannszug Freiweg bei den Festzügen ist ebenfalls eine lange Tradition. Bei der Kirmeseröffnung auf dem Marktplatz spielten dann auch die Rhein-Ahr-Spatzen auf.

Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelte sich die Kirmesmeile dann in ein blinkendes und glitzerndes, leuchtendes kleines Wunderland. Und wenn man genau hinschaute, waren auch die Fluchtwege vom Kirmesplatz deutlich ausgeschildert. Diese Sicherheitsmaßnahme gibt es auch bereits seit einigen Jahren. Gefeiert wurde übrigens ohne große Coronaauflagen. Auch ein Stück zurückgewonnene Freiheit nach harten Zeiten der Einschränkungen. Ein Tütchen gebrannte Mandeln ließ sich natürlich ebenso ergattern wie Süßkram aller Art und Kirmesleckereien in jeder Form. Die Schausteller und auch die Sinziger Gastronomie hatten da alle Register gezogen.

Zum Abschluss gab es am Dienstag in Sinzig gegen 22 Uhr mit dem Höhenfeuerwerk dann noch einmal einen großen Massenandrang. Und dies trotz erhöhter Brandgefahr wegen der Trockenheit. Dies bedeutete dann noch mal ein wenig Stress für die Sinziger Feuerwehr, die das Höhenfeuerwerk weiträumig absicherte. Vor und während des Feuerwerks waren zudem einige Zuwege zum Kirchplatz wie etwa die Löwentreppe gesperrt. Und bei allen Schwierigkeiten und Veränderungen in Sinzig wurde in diesem Jahr über vier Tage lang eine grandiose Kirmes gefeiert. BL

Autoscooter, der Klassiker unter den Fahrgeschäften war sehr gefragt.

Autoscooter, der Klassiker unter den Fahrgeschäften war sehr gefragt. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Das Fahrgeschäft „Mister Beat“ vor der Pfarrkirche Sankt Peter.  Foto: ROB

Das Fahrgeschäft „Mister Beat“ vor der Pfarrkirche Sankt Peter. Foto: ROB

Viele Menschen drängten sich an den Ständen und Buden.  Foto: RASCH

Viele Menschen drängten sich an den Ständen und Buden. Foto: RASCH

Die Kinder erfreuten sich bei einer Runde auf dem Karussell „Zauber der Phantasie“.  Foto: ROB

Die Kinder erfreuten sich bei einer Runde auf dem Karussell „Zauber der Phantasie“. Foto: ROB

Strahlender Sonnenschein begleitete die Sinziger Kirmes. Foto: ROB

Strahlender Sonnenschein begleitete die Sinziger Kirmes. Foto: ROB

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