Impressionen von Rock am Ring 2018
Endlich wieder einfach rocken
Unwetter am frühen Freitagmorgen – Rückgang der Besucherzahlen – Festival konnte ohne Zwischenfälle gefeiert werden
Nürburg. Wenn im Juni der Eifelboden bebt, dann hat das nichts mit bevorstehenden Vulkanausbrüchen zu tun. Nein, dann startet wieder Deutschlands größtes Musikfestival am Nürburgring; Dann ist ROCK AM RING. Für die Rock-Fans ist es natürlich Tradition, ein paar Tage früher anzureisen, und so ist ein Großteil der Besucher schon am Mittwoch und Donnerstag auf den Campingplätzen rund um den Ring eingetroffen und hat sich dort häuslich eingerichtet. Doch dann gab es für die Camper ein unschönes Erwachen am Morgen des ersten Festivaltages: Heftige Gewitter und starke Regenstürme gingen in dieser Nacht in der Gegend um das Festivalgelände und die Campingflächen nieder.
Unwetter dank guter Sicherheitsvorkehrungen ohne Verletzte
Über das Nachrichtensystem der eigens für das Festival eingerichteten Smartphone-App, die in diesem Jahr als zusätzliches Sicherheitsinstrument eingerichtet wurde, ging um 2.56 Uhr die erste Gewittermeldung an die Camper heraus. Die Benutzer erhielten über die App aber nicht nur Nachrichten, wie eben Unwetterwarnungen und Empfehlungen, die nächsten Blitzschutzzonen aufzusuchen. Die App verfügt auch über ein sogenanntes Crowd-Sensing. Hierbei werden durch GPS-Daten der Smartphones Standorte und Bewegungen der Festivalbesucher (natürlich anonym) zu einer Heat-Map zusammengetragen, die dann Brennpunkte oder große Menschenmengen und deren Bewegungen erkennen und sichtbar machen kann, sodass die Verantwortlichen schneller reagieren und gegebenenfalls einschreiten können. Ein weiterer Schritt, um eine Großveranstaltung wie „Rock am Ring“ noch sicherer zu machen. Gegen Nachmittag ließ der Regen dann nach und der ein oder andere Sonnenstrahl verirrte sich aufs Gelände. So konnten die Fans dann noch mit Bands wie Jimmy Eat World, Enter Shikari, Casper, 30 Seconds to Mars, Stone Sour oder Marilyn Manson bis tief in die Nacht feiern.
Gemächliches Erwachen zu gutem Wetter und klasse Musik
Der zweite Festivaltag begann dann sehr verhalten. Zwar war bekannt, dass in diesem Jahr deutlich weniger Tickets verkauft wurden, als im Vorjahr – aber Schuld war sicher auch, dass vielen der rund 71.400 Festivalbesucher die lange (beziehungsweise kurze) Nacht noch in den Knochen zu stecken schien. Erst gegen Nachmittag zu den Auftritten von The Neighbourhood, Beth Ditto oder Kettcar füllte sich das Infield langsam und die gute Laune kam zurück. Beste Voraussetzungen zum Weiterfeiern boten neben den mittlerweile warmen und sonnigen Temperaturen an diesem Tag unter anderem Bands wie Shinedown, Snow Patrol, Bullet For My Valentine, und der Headliner der Volcano-Stage: MUSE.
Großes Finale mit Foo Fighters und Gorillaz
Festivaltag Nummer Drei versprach bereits in den Morgenstunden warme und sonnige Temperaturen. Und so hielt es viele Camper nicht lange auf den Campingplätzen, sondern trieb sie gleich auf das Festivalgelände. Die Zeit zwischen Einlass und dem Beginn des ersten Konzerts um 14 Uhr konnte man sich prima in der Erlebniswelt vertreiben, beispielsweise bei einer Fahrt auf dem Riesenrad, dem Autoscooter oder dem Breakdancer. Außerdem bot der angrenzende, große Foodcourt allerhand verschiedene und teilweise auch ausgefallene Leckereien an.
Gut genährt konnte man dann auch in den dritten und letzten Festivaltag starten. Es spielten Bands wie Bad Religion, Good Charlotte, Rise Against, und Bilderbuch, die den Rockfans die letzten Reserven abverlangten und zu guter Letzt die beiden Headliner: Die Gorillaz, die zum Finale die Crater-Stage abrissen, und die Foo Fighters, die auf der Volcano Stage eine mega Show boten. Und das, obwohl Frontmann Dave Grohl die Stimme gegen Ende komplett versagte und das Konzert trotz stimmstarker Unterstützung der Bandkollegen eine halbe Stunde früher enden musste, als geplant. Die Fans waren sichtlich enttäuscht, doch die Erklärung stimmte sie verständnisvoll: Dave Grohl konnte seiner erkälteten kleinen Tochter beim besten Willen das eingeforderte Küsschen nicht verwehren und steckte sich bei ihr an.
Positive Bilanz der Veranstalter und der Sicherheitskräfte
In der abschließenden Pressekonferenz lobte Polizeidirektor Gerd Bertram das diesjährige Ringpublikum mit den Worten: „Ich würde das 2018er Publikum gerne für 2019 wieder einladen“. Weiter führte der Polizeidirektor aus: „Man kann von einem freundschaftlichen Umgang der Besucher mit der Polizei sprechen, es gab kaum Aggressionspotenzial unter den Besuchern. Gerade mal 12 Körperverletzungsdelikte und 13 Verkehrsunfälle wurden seit vergangenem Mittwoch verzeichnet – bei dem Volumen einer kleinen Großstadt, die sich gerade in der Eifel befindet, ist das ein verschwindend geringer Wert“.
Der Pressesprecher des DRK, Thorsten Trütgen zieht ein ähnliches Fazit für das Rock-Wochenende: Das Unwetter in der Nacht von Donnerstag auf Freitag führte kaum zu Einsätzen des DRK. Den Grund dafür sieht er überwiegend in der guten und schnellen Information durch die Verantwortlichen über ihre Social-Media-Kanäle und den damit verbunden Verhaltenstipps an die Besucher. Für das gesamte Festival liegt die Zahl der Hilfeleistungen bei ca. 3.600. „Hierin enthalten sind kleinere und größere Behandlungen, alles vom kleinen Blasenpflaster bis zur Notfallversorgung. Lediglich 600 Personen mussten zur Weiterbehandlung in umliegende Krankenhäuser verlegt werden – bei einem Festival dieser Größenordnung ist das nicht außergewöhnlich“, beendet Trütgen seine Ausführungen.
2019 kommt exklusiv „die beste Band der Welt“
Zum Abschluss der Pressekonferenz hatten Marek und Andre Lieberberg noch eine besondere Überraschung vorbereitet. In einem extra für diese Ankündigung gedrehten Video wurde enthüllt: DIE ÄRZTE kommen nach sechsjähriger Live-Pause für zwei exklusive Konzerte zum Zwillingsfestival Rock am Ring und Rock im Park, welches im nächsten Jahr am Wochenende vom 7. bis 9. Juni stattfinden wird.
Freudig stürmen die Gäste das Areal. Foto: www.axellivepictures.de
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Ein Parkway Drive-Fan.Foto: MX Foto: MX
...und Poppigerem (wie Beth Ditto). Foto: www.axellivepictures.de
Rund 17.400 Gäste besuchten Rock am Ring 2018 und genossen die tolle Atmosphäre.Foto: CF Foto: CF
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Marilyn Manson am Freitagabend. Foto: www.axellivepictures.de
Kreativ konstümiert präsentierten sich manche Festivalbesucher.Foto: MX Foto: MX
Das Lebensgefühl: Rock’n’Roll.Foto: MX Foto: MX
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Paul Wilson, Bassist von Snow Patrol am Samstagabend. Foto: www.axellivepictures.de
Bei 30 Seconds To Mars am Freitagabend herrschte beste Stimmung. Foto: www.axellivepictures.de
Jared Leto begeisterte nicht nur mit seiner Musik – auch sein Showtalent überzeugte. Foto: www.axellivepictures.de
MUSE waren Headliner am Samstag und zeigten eine erwartet außergewöhnliche Show. Foto: www.axellivepictures.de
Es ist offiziell: 2019 kommt „die beste Band der Welt“ an den Ring und in den Park. Foto: www.axellivepictures.de
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Das FInale: Die Gorillaz . Foto: www.axellivepictures.de
Jimmy Eat World am Freitag. Foto: www.axellivepictures.de
Dave Grohl von den Foo Fighters gab auf der Bühne wirklich alles. Foto: www.axellivepictures.de
Die Stimmung vor den Bühnen spricht für sich.Fotos: www.axellivepictures.de Foto: www.axellivepictures.de
Casper war für viele eingefleischte Rocker die positive Überraschung des Festivals. Foto: www.axellivepictures.de
Auf den Campingplätzen herrschte entspanntes Festival-Feeling.Foto: MX Foto: MX
Gary Lightbody und Paul Wilson von Snow Patrol. Foto: www.axellivepictures.de
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The Neighbourhood am Samstag. Foto: www.axellivepictures.de
Walking On Cars am Freitag. Foto: www.axellivepictures.de
