Allgemeine Berichte | 23.11.2022

Brexbachtalbahn e. V.

Energiekrise? Nicht bei der Brexbachtalbahn

Zwischen Grenzau und Sierhahn sollen bald wieder Züge rollen

Marode Schwellen wurden nun ausgetauscht.  Foto: privat

Bendorf. Energie entsteht nicht, sie ist! Sie verändert vielleicht die Form, aber sie geht nie verloren. Es ist also nach dem Energieerhaltungssatz nicht möglich, Energie zu vernichten. Diese physikalische Erkenntnis machen sich die Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn seit 15 Jahren zu Nutze und investieren ihre Antriebsenergie in den Erhalt einer resilienten Bahnstrecke im Sinne der Daseinsvorsorge für die öffentlichen Eisenbahnen. Diese energiegeladenen Menschen schöpfen ihre Kraft aus ihrem Tun und der Gewissheit, Energie richtig zu investieren und etwas Wichtiges und Notwendiges zu vollbringen. Das stärkt ihr Selbstvertrauen für die Herausforderung, Bürgern wieder Zugang zur Bahn zu verschaffen. Momentan sind von den 900 Mittelzentren in Deutschland 123 von der Bahn abgekoppelt, darunter sogar 13 Städte wie Bendorf, wo seit drei Jahren Klimanotstand herrscht. 3,4 Millionen Bürgern fehlt der direkten Zugang zum Schienenverkehr, rechnet man die Anbindung einzelner Stadtteile durch Bahnhöfe mit ein, sind es sogar fünf Millionen Menschen. Verkehrs-und klimapolitisch ist das eine Katastrohe. Damit zwischen Grenzau und Sierhahn wieder Züge rollen und zumindest im ersten Schritt wieder Personenverkehr für den Tourismus möglich wird, sind noch einige Arbeiten zu erledigen. So müssen an einer Weiche in Grenzau marode Schwellen ausgetauscht werden. Diese haben alle unterschiedliche Längen und lagern zum größten Teil in Bendorf-Sayn. Der Verein hat sie über die letzten Jahre hinweg überall zusammen getragen und vor der Entsorgung gerettet, was sich nun auszahlt. In der letzten Woche wurden sie nun für den Einbau vorbeireitet, d.h. zunächst abgeplattet. Auch dafür war viel Energie notwendig, denn einige der Schrauben leisteten sogar dem Schraubpflug heftigen Widerstand. Im nächsten Schritt werden sie genau vermessen, um in den kommenden Wochen dann nach Grenzau transportiert zu werden, wo sie in Zusammenarbeit mit einem professionellen Gleisbauunternehmen fachmännisch eingebaut werden. Wenn dann die ersten Züge wieder mit Touristen auf der „Brex“ unterwegs sind, hat sich dieses regional-geschichtliche Engagement für alle Beteiligten gelohnt. Und wird mit Freunde belohnt. Auch diese Energie geht nicht verloren.

Marode Schwellen wurden nun ausgetauscht. Foto: privat

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