2019 – Schicksalsjahr für das Bistum Trier
Engagierte Christen laden zur Infoveranstaltung
Am Mittwoch, 23. Januar im Katholischen Pfarrheim Remagen
Remagen. 2019 wird das letzte Jahr sein, in dem das Bistum Trier seine bisherige räumliche und organisatorische Struktur aufweist. Am 1. Januar 2020 findet im Zuge der Trierer Synodenbeschlüsse eine komplette Umstrukturierung statt. Aus über 800 Gemeinden werden 35 Großpfarreien, die sogenannten „Pfarreien der Zukunft“ entstehen. Es ist geplant, die bisherigen leitenden Pfarrer nicht an ihrem jetzigen Einsatzort zu belassen, sondern neu zu verteilen. Wohin ist ungewiss.
In den offiziellen Papieren des Trierer Synodenbüros heißt es wörtlich: „Das Bistum Trier unterbricht die Gewohnheiten und Abläufe des bisherigen kirchlichen Lebens vor Ort. (Der Perspektivwechsel) bedeutet einen schmerzhaften Einschnitt, weil er das vertraute Umfeld des kirchlichen Lebens verändert, wie kein anderer“. Viele Christen in der Remagener Pfarreiengemeinschaft sind sich sicher, dass diese harte Form einer Umstrukturierung nicht erforderlich ist, um die Kirche erfolgreich zu verändern. Auf Basis einer gut funktionieren Gemeinde mit einem guten Seelsorger und einer gesunden finanziellen Ausstattung lässt sich die Gemeinde viel eher zukunftsfähig machen.
Stattdessen aber soll nach jetzigem Stand die Pfarreiengemeinschaft Remagen aufgelöst werden und in der Großpfarrei Sinzig aufgehen. Die von den Gemeinden gewählten Pfarrgemeinderäte und andere Gremien vor Ort werden aufgelöst. Ob, wie und auf welcher Ebene es eine Nachfolge dieser Gremien geben wird und wie in den Pfarreien damit umgegangen werden wird, ist unbestimmt. Für den Erfolg der Maßnahmen wird, so schreibt das Synodenbüro, die Mitwirkung von Ehrenamtlichen benötigt, die sich zukünftig um Belange wie dem Bestattungsdienst, neue Gottesdienstformen oder auch die Verkündigung des Evangeliums bis hin zur Predigt im Rahmen einer Eucharistiefeier kümmern sollen.
Dies wird für alle katholischen Christen gravierende Veränderungen mit sich bringen, mit Folgen, die noch nicht abzusehen sind. Im letzten Jahr protestierten vor dem Trierer Dom rund 1.500 engagierte Gläubige aus allen Teilen des Bistums, um die Verantwortlichen unter anderem dazu zu bewegen, die in Jahrhunderten gewachsenen Gemeinden nicht gegen ihren Willen aufzulösen und die Reform zunächst auszusetzen. Überall im Bistum bildeten sich Gruppen, die die Reform in dieser Form ablehnen. Bereits im Mai 2018 hatten auch Christen aus der Kirchengemeinde St. Laurentius in Oberwinter ihre Bedenken an den Synodenbeschlüssen in einem Brief an Bischof Stephan Ackermann formuliert. Unterstützt von rund 180 Mitchristen hatten Dr. Viola Fromm und Ingo Konrads aus Oberwinter darin unter anderem den Erhalt der Pfarreiengemeinschaft Remagen erbeten.
Wie hat der Bischof auf den Brief reagiert? Welche Punkte hat das Synodenbüro aufgegriffen? Welche Aspekte wurden im Rahmen der Protestaktion in Trier aufgegriffen? Nach einer bereits im November des Vorjahres durchgeführten Informationsveranstaltung in Oberwinter werden diese und weitere Fragen auf vielfachen Wunsch nun noch einmal im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 23. Januar um 19.30 Uhr im Katholischen Pfarrheim Remagen (Kirchstraße 30a) beantwortet, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Veranstaltet wird der Abend von Dr. Viola Fromm und Ingo Konrads, unterstützt von Ursula Gemein und Rainer Jung.
