Allgemeine Berichte | 08.05.2019

Exkursion des Frauentreffs Meckenheim

Entdeckungen in Tannenbusch

Führung durch den jüngsten Bonner Stadtteil brachte Überraschendes zutage

Ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt ist die Tannenbuscher Düne, deren Entstehung und Geschichte Rainer Selmann erläuterte. Foto: privat

Meckenheim. Die jüngste Exkursion führte die Mitglieder des Frauentreffs Meckenheim nach Tannenbusch, einem sehr jungen Stadtteil von Bonn.

Von der U-Bahn-Haltestelle Tannenbusch-Süd-Düne führte Rainer Selmann („Bonner Stadtspaziergang“) die Teilnehmerinnen über die Hohe Straße – deren Namen sich herleitet aus dem frühen Mittelalter, als die „hohen Herren“ ihre Reisen von den südlichen Pfalzen nach Aachen unternahmen – zum Schützenhaus. Es wurde 1910 fertiggestellt und damit das älteste Haus in Tannenbusch. Vorbei an den in den Fünfzigerjahren errichteten Wohnblocks für deutsche Angestellte der amerikanischen Behörden kommt man zur sogenannten Düne. Vor rund 11.000 Jahren, als der Rhein Ausläufer am Vorgebirge bildete, trug der Westwind Rheinsand nach Tannenbusch. Das ursprünglich acht Kilometer lange Areal hat sich heute auf 675 Meter reduziert und steht seit 1989 unter Naturschutz. Nach vorheriger Nutzung als Jagdrevier, französischem Soldatenfriedhof und Truppenübungsplatz können sich jetzt unter anderem Sandnelken und Sandbienen ungestört entwickeln. Dazu tragen auch die „Schrittverweigerer“, Holzplankeneinfriedungen, bei.

An der 1982 gegründeten Waldorfschule entlang kam die Gruppe zum Baugebiet, das hauptsächlich für die Ost-Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs errichtet wurde. Hier entstand 1951 das erste Hochhaus in Bonn, das mittlerweile denkmalgeschützt ist. Eine Besonderheit waren die im Jahre 1962 erstellten zentralen Müllschlucker mit unterirdischem Rohrsystem – damals neben Stockholm die einzigen weltweit! Das System musste 2010 aufgegeben werden. Nachdem dieser nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Bereich besichtigt war, kamen die Damen in den „alten“ Teil von Tannenbusch. Die ersten eineinhalbgeschossigen Häuser wurden aufgrund des Heimstättengesetzes von 1920 errichtet und waren um 1930 bezugsfertig. Hier steht auch die 1952 erbaute katholische Kirche mit entfernt stehendem Turm, dem italienischen Campanile nachempfunden. Der Ausflug hat wieder einmal gezeigt, wie viel man über die nähere Umgebung noch lernen kann.

Ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt ist die Tannenbuscher Düne, deren Entstehung und Geschichte Rainer Selmann erläuterte. Foto: privat

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