Kurfürst-Salentin-Gymnasium (KSG)
Enthüllung des diesjährigen Mahnmals
Andernach.Ein Mahnmal ist normalerweise nichts, das sich verändert. Im Gegenteil: Für gewöhnlich ist es fester Bestandteil eines Ortes, um an die Vergangenheit zu erinnern. Am Kurfürst-Salentin-Gymnasium (KSG) ist das anders. Zwar gibt es dort schon seit einigen Jahren ein Mahnmal, das an die Opfer von Kriegen und Verfolgung erinnert, jedoch ist die Gedenkstätte so konzipiert, dass sich ein Teil von ihr Jahr für Jahr verändert.
In diesem Jahr konnte die Schule den türkischstämmigen Künstler Emrah Gökdemir dafür gewinnen, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, den linken Teil der Gedenktafel zu gestalten. Das Thema, das sie dabei zugrunde legte, kann zugleich als Mahnung verstanden werden: „Choice - Du hast es in der Hand“ lautet der Titel der diesjährigen Installation.
Der Kontakt zum Visual Artist und Performance-Künstler Emrah Gökdemir, der aus dem türkischen Antakya stammt und seit drei Jahren in Leipzig lebt, entstand über KSG-Kunstlehrerin Annika Leese. Die Kunstkurse der MSS 11 gingen dann mit Gökdemir in die konkrete Umsetzung der Ideen.
Entstanden in ein Werk, das mit seinem hellen Blau und seinen Darstellungen in Kontrast steht zu der rechten, sich nicht verändernden Seite des Mahnmals mit ihren bronzefarbenen Inschriften. Links zeigen dann Fotografien von Händen und anderen Gegenständen, dass es in vielen Situationen eine Wahl (Englisch: choice) gibt. Und manchmal eben auch nicht, was zum Beispiel die Opfer der Nationalsozialisten erfahren mussten, die auf der Glasplatte vor den beiden Mahnmalseiten aufgeführt sind.
Zur Enthüllung des diesjährigen Mahnmals fand Andernachs designierter Oberbürgermeister Christian Greiner lobende Worte für die jungen Künstlerinnen und Künstler und betonte, wie wichtig es sei, sich an die Vergangenheit zu erinnern und sich immer ins Bewusstsein zu rufen, „dass wir es in der Hand haben, dass solche Dinge nicht wieder passieren“.
Dass das Mahnmal, dass er zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der MSS 1 geschaffen hat, nicht von Dauer sein wird, findet Emrah Gökdemir gut. „Die meisten Denkmäler auf diesem Planeten sind ein Objekt oder ein Ort, der einfach da ist. Wenn sie einmal gebaut sind, helfen sie uns, uns zu erinnern, aber sie atmen nicht.“ Das KSG-Mahnmal gebe die Möglichkeit, Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden.
