Allgemeine Berichte | 20.03.2023

50 Jahre Fairer Handel:

Enttäuschung und Erfolgsgeschichte

Obwohl der Faire Handel auch nach 50 Jahren noch nicht den gewünschten Multiplikatoreffekt erreicht hat und die Aus-strahlung des Fairen Handels auf das Kaufverhalten der Bevölkerung noch zu gering ist, bestärkte Prof. Dr. Allert in seinem Vortrag die Weltladenmitarbeiter darin, dass sie in ihren Bestrebungen für eine Verbesserung der Akzeptanz des Fairen Handels und der Weltladenumsätze nicht nachlassen sollten. Foto: Hans-Joachim Schmitz, Weltladen Linz

Linz. Prof. Dr. Rochus Allert, Linzer Bürger und Mitglied des Vereins Eine-Welt Linz e.V., sprach vor Mitarbeiterinnen und Mitar-beitern des Weltladen Linz über seine Erfahrungen im Fairen Handel.

In Gesprächen, die der Vereinsvorsitzende von Eine-Welt Linz, Hans-Joachim Schmitz, in den vergangenen Wochen mit Vereinsmitglied Prof. Dr. Allert führte, stellte sich heraus, dass Prof. Dr. Allert seit seiner Studentenzeit einen persönlichen Bezug zum Fairen Handel hat.

Zur Freude von Hans-Joachim Schmitz machte er eine Zusage bei der Frage, ob er sich vorstellen könne, bei einer Mitarbeiter-versammlung des Weltladen Linz über seine Erfahrungen zu berichten.

Viele der aktuell 30 Weltladen-Mitarbeiter versammelten sich in diesen Tagen im Restaurant „Zum Strünzerbrunnen“, um sich über neue Weltladenprodukte sowie die aktuelle Entwicklung beim Weltladen Linz zu informieren.

Von Prof. Dr. Allert wollten sie hören, welche Erfahrungen er in den vergangenen Jahren in Bezug auf den Fairen Handel in Lateinamerika gemacht hat. Aufschlussreich war sein Fazit nach 50 Jahren bezüglich der Enttäuschungen und der Akzeptanz durch die Bevölkerung sowie die Sinnhaftigkeit und ursprünglichen Ziele des Fairen Handels. In seinem Ausblick auf den künftigen Stellenwert des Fairen Handels unter Berücksichtigung der internationalen wirtschaftlichen Beziehungen hängt nach seinen Worten der Erfolg des Fairen Handels weitgehend von der Akzeptanz durch die Bevölkerung ab, die leider auch nach 50 Jahren immer noch nicht in dem Umfang fair gehandelte Produkte einkauft, wie es notwendig wäre, damit der Faire Handel in Lateinamerika, Afrika und weiteren Ländern ein bedeutender Faktor für den Aufbau lebens-werter und existenzfördernder Maßnahmen darstellt.

Daran zu arbeiten, dass sich die Lebenssituation vieler Menschen verbessert, ist nach wie vor eine wichtige Aufgabe für die bundesweit 900 Weltläden und ihr Verkaufsergebnis einschließlich der Bildungsarbeit in Schulen und Vereinen. Das größte Problem ist nach wie vor das Verbraucherverhalten. Die Bevölkerung nutzt zu wenig den Einkauf im Fairen Handel, obwohl das Produktangebot konkurrenzfähig ist. Einzig und allein Kaffee und Schokolade sind gegenüber den Mitbewerbern etwas teurer. Aber warum das so ist, dass dürften inzwischen die meisten Menschen wissen. Wäre schön, wenn die Bevölkerung dieses Wissen in die Tat umsetzen würde. Ein wichtiger Baustein für die Weltläden und ihre Arbeit ist nicht zuletzt die Durchführung von politischen Kampagnen, mit denen sie die Politik in das Denken des Fairen Handels und die Verwirklichung von Maßnahmen einbinden wollen. Immer wieder machen sie auf Entwicklungshemmnisse, die notwendige Verbesserung von Lieferketten, Arbeitsbedingungen, die ungleiche Landverteilung und ungleiche Vermögensverteilung, Niedriglöhne, die Verletzung von Menschenrechten und vielem mehr aufmerksam.

Pressemitteilung

EINE-WELT Linz e. V.

Obwohl der Faire Handel auch nach 50 Jahren noch nicht den gewünschten Multiplikatoreffekt erreicht hat und die Aus-strahlung des Fairen Handels auf das Kaufverhalten der Bevölkerung noch zu gering ist, bestärkte Prof. Dr. Allert in seinem Vortrag die Weltladenmitarbeiter darin, dass sie in ihren Bestrebungen für eine Verbesserung der Akzeptanz des Fairen Handels und der Weltladenumsätze nicht nachlassen sollten. Foto: Hans-Joachim Schmitz, Weltladen Linz

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