Jahresfahrt der kfd St. Petrus und Paulus Odendorf/Essig/Ludendorf
Erdgeschichte und jüngere Geschichte am Rhein erlebt
Odendorf. Kürzlich startete die kfd St. Petrus und Paulus Odendorf/Essig/Ludendorf zu ihrer diesjährigen Jahresfahrt an den Rhein.
Das erste Ziel war Remagen. In den Türmen der ehemaligen Ludendorff-Brücke befindet sich das Friedensmuseum. Schon im Vorfeld hatte die kfd einen Film zu der Geschichte rund um die Brücke von Remagen gezeigt. Die Teilnehmer der Reise hatten das große Glück, den Gründer des Museums, den 87-jährigen ehemaligen Bürgermeister von Remagen, Hans Peter Kürten, persönlich kennenzulernen. Kürten erzählte von seinem Lebenswerk sehr engagiert und packend. Die Zeit verging wie im Flug, während die Gruppe seinen vielen Erlebnissen rund um die Entstehung des Museums lauschte. Sein Zeugnis der historischen Geschichte hielt alle im Bann. Für sein Engagement bekam Kürten schon 1979 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Für viele Teilnehmer war es neu, dass in der „Goldenen Meile“ am Rheinufer von Remagen bis Niederbreisig bis zu 253.000 deutsche Soldaten in einem Kriegsgefangenenlager der Amerikaner gefangen gehalten wurden. Hier lebten sie drei Monate unter freiem Himmel, ohne Unterstände und unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. In dieser kurzen Zeit starben dort 1247 Insassen an Unterernährung, Erschöpfung und Krankheiten. Eine Kapelle erinnert heute an das Lager. Ein Gefangener formte 1945 dort aus Lehm eine Madonna mit Kind. Eine Kopie steht heute in dieser Kapelle.
Nach dem gemeinsamen Gebet vor Ort ging es dann weiter zu der Straußenfarm Gemarkerhof. Dass Strauße Steine schlucken, um Mahlsteine im Magen zu haben, damit sie die Gräser und Körner zermahlen und verdauen können, dass ein Hahn mit zwei Hennen ein Leben lang zusammenbleibt und sie zu den ältesten Bewohnern des Erdballs zählen und noch aus der Dinosaurierzeit stammen, war vielen Besuchern neu. Ein frisch geschlüpftes Straußenküken auf der Hand zu halten, war der krönende Abschluss der informativen Tour durch das Straußengehege. Und am Ende der Tagestour gab es im Geysirzentrum Andernach Informationen zu Erdgeschichte, dem Vulkanismus in der Eifel und zur Entstehung des Kaltwassergeysirs. Natürlich durfte auch der Besuch der „Namedyer Werth“ mit dem Schiff nicht fehlen. Hier bricht der weltgrößte Kaltwassergeysir mit einer imposanten Höhe von 45 bis 60 Metern aus. Seit 2008 steht er, wegen seiner Ausbruchshöhe im Guinnessbuch der Rekorde.
