Allgemeine Berichte | 20.09.2017

Erziehungs-und Familienberatungsstellen

Erfolgreiche Arbeit dokumentiert

Rhein-Sieg-Kreis. Die Mutter meldet den 14-jährigen T. bei der Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Siegburg an. Es findet das Erstgespräch mit Mutter und Sohn statt. Der Vater wird in die weitere Beratung eingebunden. T. lässt sich auf die ihm angebotene Therapie ein, und es finden gemeinsame Elterngespräche statt. „Dieser Fall ist leider nicht die Regel. Oft werden schwierige Themen, zum Beispiel Sucht und Gewalt, Teil in der Einzelberatung“, berichtete Volker Neuhaus, Leiter der psychologischen Beratungsdienste des Rhein-Sieg-Kreises, aus der Arbeit der Erziehungs- und Familienberatungsstellen jüngst im Jugendhilfeausschuss des Kreises. „Die Arbeit der Erziehungs- und Familienberatungsstellen ist so vielseitig wie das Leben der Kinder, Jugendlichen und Eltern. Uns kommt es darauf an, eine qualifizierte Beratung, maßgeschneidert auf die individuelle Situation, sicher zu stellen und die Familien zu begleiten“, erläuterte Volker Neuhaus den Schwerpunkt der Beratungspraxis. In der Ausschusssitzung machte er auf den wichtigen, erfreulichen Punkt aufmerksam, wonach die Begleitung Einzelner und Familien durch die Erziehungs- und Familienberatungsstellen positive Effekte freisetzt. Dies belegt die aktuelle bundesweite Studie „Wir.EB - Wirkungsevaluation in der Erziehungsberatung“; an dieser Studie nahm ebenfalls die Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg teil. Ergebnis: die Arbeit der Beratungsstelle liegt im Trend der Bundesergebnisse. Dies heißt: die Erziehungsberatung ist hochwirksam. Die stärksten Effekte wurden in den Bereichen „Zusammenleben und familiäre Beziehungen“, „Strategien zur Bewältigung“, „Erziehungskompetenz“, „Sozio-emotionale Fähigkeiten“ gemessen. „Die Einzelfallberatung bietet ein breites Spektrum an Unterstützungsangeboten. Sie umfasst Diagnostik, psychologische und psychosoziale Beratung, pädagogisch-therapeutische Interventionen und die Arbeit mit dem sozialen Umfeld des Kindes“, erläuterte Volker Neuhaus die Qualitätsstandards in der Einzelfallberatung. Jährlich werden rund 1.700 Fälle von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bestehend aus einem multidisziplinären Fachteam, bearbeitet. In der Regel erhalten 87 Prozent der Ratsuchenden, so die Erhebung der kreiseigenen Erziehungs- und Familienberatungsstellen aus dem Jahr 2016, innerhalb von zwei Wochen ein persönliches Anmeldegespräch; der Landesdurchschnitt liege bei 58 Prozent. Nur drei Prozent der Ratsuchenden müssen länger als einen Monat warten. 66 Prozent aller Beratungen sind nach weniger als sechs Monaten abgeschlossen; 40 Prozent der Beratungen dauern weniger als drei Monate. Die übrigen Beratungen sind in der Regel nach 18 Monaten abgeschlossen; nur ein Prozent dauerte länger als 18 Monate. In 39 Prozent der Fälle sind Trennungs- und Scheidungsbelastungen der Anmeldegrund. Insgesamt 50 Prozent der angemeldeten Kinder und Jugendlichen leben nicht in ihrer Ursprungsfamilie. Lediglich 28 Prozent der Mütter oder Väter sind alleinerziehend. Zusätzlich zur Einzelfallberatung sind Prävention, also zum Beispiel Vorträge zu Erziehungsthemen oder Gruppen für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien, sowie Vernetzung, also die Koordination und fachliche Weiterentwicklung eines bedarfsgerechten regionalen Hilfesystems, Aufgaben der Arbeit der Erziehungs- und Familienberatungsstellen des Rhein-Sieg-Kreises. „Wir wollen weiterhin ein verlässlicher Ansprechpartner für die Kinder, Jugendlichen und Eltern im Rhein-Sieg-Kreis bleiben“, betonte Volker Neuhaus im Jugendhilfeausschuss des Rhein-Sieg-Kreises. Die Erziehungs- und Familienberatung in Trägerschaft des Rhein-Sieg-Kreises umfasst vier Erziehungs- und Familienberatungsstellen in Siegburg, Mühlenstraße 49, in Eitorf, Brückenstraße 25, in Rheinbach, Aachener Straße 16, und in Bornheim, Brunnenallee 31. Die Beratung unterliegt grundsätzlich der Schweigepflicht und Freiwilligkeit. Alle Beratungs- und Hilfsangebote sind kostenfrei. www.rhein-sieg-kreis.de

Pressemitteilung des

Rhein-Sieg-Kreis

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