Kartoffelfest in Gimmersdorf mit reichlich Besucherandrang
Erfolgreiches Fest beim zweiten Anlauf
Kleiner Ort stellt Event seit über 20 Jahren auf die Beine
Wachtberg-Gimmersdorf. Was in der Septembermitte wegen des Regens nicht gelingen wollte, gelang ein Wochenende später umso besser: Das Kartoffelfest in Gimmersdorf zog bei schönstem Sonnenschein rund 40 Familien mit etwa 60 Kindern an.
Der Andrang war so groß, dass der Kartoffelexpress mit den Kleinen gleich zwei Mal seine Runden durch die Felder drehen musste, damit alle mal an der Reihe waren.
12 Helferinnen und Helfer waren auf den Beinen, um aufzubauen, zu grillen, zu bewirten, den Kartoffelexpress durch die Felder zu fahren und zu organisieren.
Thomas Kühlwetter fuhr nicht nur den Trecker, er ging mit anderen zusammen später auch mit den Kindern auf das Feld und hatte für die Neugierigen eine Überraschung im Gepäck. In einem kurzweiligen Vortrag brachte er die Kartoffelernte nahe, wie sie anno dazumal durchgeführt wurde.
Keine Maschinen, sondern Menschenhände legten jede einzelne Saatkartoffel in Reihen in die Erde. Menschenhände waren es auch, die die Kartoffelpflanzen mühevoll „häufeln“ mussten, damit sie bis zur Ernte keine Sonne abbekamen. Denn wenn die Knollen wachsen, verdrängen sie die Erde und kommen ans Tageslicht, wenn an der Pflanze keine zusätzliche Erde aufgehäuft wird. Wenn das passiert, so erfuhren die Kinder, dann werden die Kartoffeln grün und es bildet sich ein Giftstoff darin, der die leckere Beilage auf unserem Teller ungenießbar macht. Welche Werkzeuge benutzt wurden und wie mühevoll ein Pflug oder ein Kartoffelroder durch den Boden geschoben werden mussten, erfuhren die Kids ebenfalls.
Die Knollen, die beim Gimmersdorfer Kartoffelfest per Hand vom Feld gesammelt wurden, waren zumeist jedoch gut gewachsen und perfekt für ihre Verwendung am offenen Feuer. Zu den Würstchen vom Grill konnten die Familien auf dem Bolzplatz die frisch gesammelten Kartoffeln in Alufolie wickeln und im offenen Feuer garen. Dazu schmeckte vom Verein bereitgestellter Quark oder Kräuterbutter.
Im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt hatte der Verein darum gebeten, Teller und Besteck selbst mitzubringen.
Den großen Erfolg dieser Veranstaltung des Ortsvereins „Gimmersdorf-aktiv“ führen die Mitglieder und der erste Vorsitzende des Vereins, Frans Bollebakker, auf den Zusammenhalt im Dorf und die rege Beteiligung Vieler zurück. Hier bleibt die Arbeit nicht ein paar Händen überlassen, sondern jeder fasst mit an, wenn Hilfe gebraucht wird.
Das gute Miteinander lässt sich auch an den Vereinszahlen ablesen. Fast ein Viertel der rund 850 Einwohner Gimmersdorfs engagiert sich aktiv bei der Gestaltung des Ortes und seiner Feste. So gestaltet man im Jahreslauf Zeltlager, Arbeiten auf den Gemeinschaftsanlagen, Brauhaustouren und andere schöne, gemeinsame Aktivitäten miteinander.
Eine Woche zuvor war das Fest im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen.
