Allgemeine Berichte | 03.06.2019

Die siebte Jahrestagung des LZU-Projektes „Aktion-Bien“

Erinnern und Zukunft gestalten mit Honigbienen

Anne-Kathrin Sieg erklärt Kai Wallura das transportable Hummelgehege mit Nest und Trachtwiese. Fotos: privat

Lahnstein/Koblenz. Bei der siebten Jahrestagung des LZU-Projektes „Aktion-Bien“ in Lahnstein informierten sich über 100 Lehrer, Schüler und Imker aus ganz Rheinland-Pfalz über den neuen Schulart übergreifenden Bildungsansatz „Erinnern und Zukunft gestalten mit Honigbienen“ vom Koblenzer Didaktiker Hansjörg Groenert. Im Kompetenzzentrum Aktion-Bien am Privaten Johannesgymnasium wurde dieser Ansatz über mehrere Jahre getestet und jetzt von namhaften Fachwissenschaftlern vertieft. Durch das Verhalten in der Vergangenheit haben die Menschen das vernetzte System Erde derart überstrapaziert, dass mittlerweile Existenzgrundlagen wie Atemluft, Trinkwasser, Ernährung und Energieversorgung gefährdet sind. Honigbienen sind der ideale Zugang zur lebendigen Begegnung mit Insekten, zum Mikroskopieren, für Verhaltensstudien und um die komplexen Beziehungen zwischen Lebewesen kennenzulernen. In Mitteleuropa droht in Böden, Gewässern und der Luft das Aussterben vieler Insektenarten (IPBES-Bericht vom 4. Mai 2019). Um das zu verhindern, müssen mehr bunte, möglichst über das ganze Jahr blühende, Pollen- und Nektarspendende Pflanzen angesiedelt werden, hier demonstriert von Dr. Andrea Eberle. Sie sind Nahrungsgrundlage und dienen als Nistplätze für Insekten. Außerdem dürfen über Agrarflächen keine Insektizide in Böden und Grundwasser gelangen.

Umdenken in Bezug auf Honigbienenhaltung propagierte Dr. Ralph Plugge von der LZU durch Vergleiche mit der Zeidlerimkerei im Mittelalter und heutigen Methoden in Ruanda. Die Ausrottung der dunklen Honigbiene im Dritten Reich und die weltweite Verbreitung der seit 1977 durch die Varroamilbe gefährdeten österreichischen Hochzucht-Carnicabiene sollte ein Umdenken in der Bienenhaltung bewirken. Mit dem von Prof. Dr. Dr. Menzel (FU Berlin) im Schulgarten aufgebauten Umweltspäher helfen Honigbienen über ihre Tanzsprache und Veränderung ihrer elektrischen Felder durch Neonicotinoide Umweltsünder zu lokalisieren. Anne-Kathrin Sieg (Uni Mainz) zeigte, wie mit Hummeln im Schulunterricht die gleichen Ziele erreicht werden können. Kira Marie Franz demonstrierte, wie in der Bienen-AG des Johhannes-Gymnasiums Beobachtungen an Honigbienen mit Roboterbau und -programmierung deutlich gemacht werden. Die Finanzierung von Tools wie Smartphones, Tablets, Whiteboards und Chaträumen wird in Schulen derzeit massiv gefördert: Es gibt 7500 Euro pro Schule. Wojciech Kwasnik (Uni-Koblenz) stellte mit 3-D-Druck Bauvorlagen (Mittelwände) für Honigbienen mit kleinerem (4,9mm) Zelldurchmesser vor, um durch kürzere Larvenzeit und kleinere Bienen die Varroaentwicklung zu stören. Kai Wallura stellte mit Schülern der Goethe-Realschule plus (Koblenz) über 3-D-Druck Modelle und Nisthilfen her. Kunibert Marwick und Schüler führten durch die Arbeitsräume der Bienen-AG und den schuleigenen Bienengarten.

Schülerinnen und Schüler setzen sich im Rahmen des Bildungsansatzes „Erinnern und Zukunft gestalten mit Honigbienen“ mit der Lebensweise der Bienen auseinander.

Schülerinnen und Schüler setzen sich im Rahmen des Bildungsansatzes „Erinnern und Zukunft gestalten mit Honigbienen“ mit der Lebensweise der Bienen auseinander.

Anne-Kathrin Sieg erklärt Kai Wallura das transportable Hummelgehege mit Nest und Trachtwiese. Fotos: privat

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