Allgemeine Berichte | 25.11.2024

Kreishaus Cochem-Zell

Erinnerungskultur ist ein Beitrag zur Sicherung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

Joachim Hennig beschloss sein Referat mit einer Antwort auf die Frage, warum man sich heute mit der NS-Gewaltherrschaft von damals auseinandersetzt. Foto: Veronika Rass

Cochem. 42 Zuhörer und Zuhörerinnen fanden sich im Kreishaus Cochem-Zell ein, um dem Vortrag über das System der NS-Konzentrationslager von Joachim Hennig, ehemaliger Richter am Oberverwaltungsgericht Koblenz und langjährig aktiv in der Gedenkarbeit Mahnmal Koblenz sowie im Vorstand des Fördervereins Gedenkstätte KZ-Außenlager Cochem e.V. zu folgen.

Franziska Bartels, Kreisvolkshochschule Cochem, hieß die Teilnehmenden im Kreishaus Cochem willkommen. Veronika Raß, Vorsitzende des Fördervereins und Pastoralreferentin im Pastoralen Raum mit dem Schwerpunkt Erinnerungskultur, begrüßte unter den Teilnehmenden Bürgermeister Walter Schmitz aus Cochem, Gemeinderatsmitglied Guido Pringnitz aus Treis und den ehemaligen Bürgermeister Manfred Ostermann aus Bruttig. Es waren Augenzeugen des Geschehens im KZ-Außenlager, Forscher und Forscherinnen, langjährig in der Gedenkarbeit Aktive sowie Interessierte versammelt, darunter Schüler und Schülerinnen des Obenstufenkurses am Gymnasium Cochem mit Lehrer Stefan Beisel. Anhand von Dokumenten wie einem Brief eines Cochemer Juden, den er im Konzentrationslager Buchenwald schrieb, und anhand von Fotos von Cochemer Juden, die das KZ Theresienstadt überlebten, sowie den Lebens- und Sterbedaten des Conder Pfarrers Jakob Ziegler, der im KZ Dachau an den Folgen der Inhaftierung litt und starb, zeigte Joachim Hennig auf, dass die NS-Gewaltherrschaft nicht irgendwo in der Ferne ihre Opfer fand, sondern mitten unter uns.

In sechs Phasen zeichnete er die Stufen der zunehmend entmenschlichten Haftbedingungen in den Konzentrationslagern von 1933 bis 1945 auf. In die letzte Phase fällt die Einrichtung und Auflösung des KZ-Außenlagers Kochem Bruttig Treis.

In detailreicher Sachkenntnis legte Joachim Hennig die Ergebnisse seiner Forschungen im Arolsen Archiven dar. Listen von Transporten und Rücktransporten vom und in das KZ-Stammlager Natzweiler-Struthof im Elsass belegen die Zahl von ca. 2400 KZ-Häftlingen, die in das KZ-Außenlager Kochem Bruttig Treis deportiert wurde. Belegt ist die Zahl von mehr als 90 gewaltsam zu Tode gekommenen im KZ-Außenlager. Eine unbekannt hohe Zahl verstarb nach dem Rücktransport nach Natzweiler, auf der Odyssee in weitere Konzentrationslager, auf den Todesmärschen oder auch nach 1945 an den Folgen der erlittenen Gewalt während der Inhaftierung und an den Folgen der mörderischen Arbeit.

Interessiert zeigte sich das gewogene Publikum an den heutigen Möglichkeiten der Forschungstätigkeit in Archiven. Die Arolsen Archive bieten online eine Plattform, Dokumente von Personen aufzurufen, unter anderen der Häftlinge des KZ-Natzweiler Struthof.

Ins Gespräch kamen Zuhörerinnen und der Referent vor allem über die Frage, was man damals gewusst haben konnte. In Kochem Bruttig Treis war das KZ-Außenlager nicht zu übersehen aufgrund der Lage an den Ortsrändern.

Joachim Hennig beschloss sein Referat mit einer Antwort auf die Frage, warum man sich heute mit der NS-Gewaltherrschaft von damals auseinandersetzt. Damit sich die Geschichte der NS-Gewaltherrschaft heute und in Zukunft nicht wiederholt. Nie wieder Faschismus.

Franziska Bartels dankte dem Referenten mit einem Buchpräsent, dem Jahrbuch 2024 des Kreises Cochem-Zell zum Thema Nachhaltigkeit.

Veronika Raß wies auf eine weitere Veranstaltung des Fördervereins Gedenkstätte hin:

Am 27. Januar 2025, dem Gedenktag der Verfolgten des Nazi-Regimes in den NS-Konzentrationslagern, findet um 18:00 Uhr am Gedenkstein auf dem Friedhof in Treis ein Gedenken an die Opfer der KZ-Häftlinge statt, veranstaltet vom Förderverein in Zusammenarbeit mit der kommunalen Gemeinde Treis-Karden (zugesagt) und dem Kreis Cochem-Zell (angefragt) sowie der Kirchen (angefragt).

Pressemitteilung

Pastoraler Raum Cochem-Zell

Joachim Hennig beschloss sein Referat mit einer Antwort auf die Frage, warum man sich heute mit der NS-Gewaltherrschaft von damals auseinandersetzt. Foto: Veronika Rass

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Dauerauftrag
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
Maikirmes Franken
Maikirmes Franken
10 Jahre NOWI
Titelanzeige
10 Jahre NoWi
Stellenanzeige Servicekräfte
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
66

Region. Die DB InfraGO startet in knapp zwei Monaten mit der Korridorsanierung der Bahnstrecke am rechten Rheinufer zwischen Troisdorf und Wiesbaden. In der Zeit vom 10. Juli bis zum 12. Dezember 2026 bündeln die Bauteams entlang der rund 160 Kilometer langen Strecke zahlreiche Arbeiten, die die Infrastruktur langfristig leistungsfähiger und weniger störanfällig machen.

Weiterlesen

Symbolbild.
43

Vulkaneifel. Nach umfassender Prüfung des Antrags hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord nun grünes Licht gegeben: Die „wpd Windpark Sarmersbach Repowering GmbH & Co. KG“ darf auf dem Gebiet der Gemeinde Sarmersbach im Kreis Vulkaneifel vier neue Windenergieanlagen bauen und betreiben. Die fünf bestehenden Anlagen sollen zurückgebaut werden. Um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt zu berücksichtigen, wurden 27 Fachstellen befragt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
129

36-jähriger Autofahrer verliert bei Starkregen die Kontrolle über sein Fahrzeug

04.05.: Dramatisher Unfall auf der B 56: Motorradfahrer schwer verletzt

Lohmar. Am Montag, den 4. Mai, ereignete sich in Lohmar ein schwerer Verkehrsunfall, als zwei Fahrzeuge im Gegenverkehr kollidierten. Dabei erlitt ein Motorradfahrer schwere Verletzungen. Gegen 16:00 Uhr fuhr ein 36-jähriger Mann aus Siegburg mit seinem Pkw auf der Bundesstraße 56 von Siegburg nach Lohmar. Bei starkem Regen verlor er im Ortsteil Heide aus bisher ungeklärten Gründen die Kontrolle über seinen Mercedes-Benz.

Weiterlesen

Symbolbild.
80

Spielschein wurde ohne Kundenkarte in einer Annahmestelle abgegeben

Glückspilz aus dem Westerwald gewinnt über 680.000 Euro im Eurojackpot

Region. Ein Spielteilnehmer oder eine Spielteilnehmerin aus dem Westerwald hatte am vergangenen Freitag allen Grund zur Freude: Mit einem Tippschein für die europäische Lotterie Eurojackpot, den er oder sie in einer Annahmestelle von Lotto Rheinland-Pfalz gespielt hatte, gewann er oder sie in der Gewinnklasse 2 über 681.000 Euro.

Weiterlesen

Der Vorstand der Gewerbegemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler, von links Patrick Küpper (Schatzmeister), Markus Zednik (1. Vorsitzender), Alexander Petkovski (2. Vorsitzender) und Thorsten Hermann (Schriftführer). Fotos: DU
36

Führungswechsel bei der Gewerbegemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler

Markus Zednik folgt auf Volker Danko als Vorsitzender

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Rück- und Ausblicke, aber auch wichtige Personalien bot unlängst die Mitgliederversammlung der Gewerbegemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler im Hemmessener „Dom-Café“. Was hier als „Personalien“ ziemlich allgemein klingt, war das Ende einer langen Ära: nach 25 Jahren als Vorstandsmitglied, davon 14 Jahre als 1. Vorsitzender der Werbegemeinschaft Aktivkreis Bad Neuenahr, bzw. der...

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Schulze Klima -Image
Minijob
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Biergarteneröffnung
10 Jahre Nowi
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Stellenanzeige Bauingenieur Trinkwasserversorgung/Abwasserbeseitigung