Allgemeine Berichte | 15.05.2018

Eine auf Initiative der Christlich-Jüdischen-Gesellschaft für Brüderlichkeit

Erneut Stolpersteine gegen das Vergessen eingesetzt

Bei der Verlegung der Stolpersteine: v.li. Gunter Demling, Petzer Wings und Detlev Pilger.HH

Koblenz. Auf Initiative der Christlich-Jüdischen-Gesellschaft für Brüderlichkeit wurden wieder Stolpersteine in drei verschiedenen Ortsteilen von Koblenz, eingesetzt. Mit dem Installieren dieser Steine wird die 2007 in Koblenz begonnene Aktion fortgesetzt, die bis zum heutigen Tage auf 119 Stolpersteine in mehreren Straßen angewachsen ist.

In drei verschiedenen Ortsteilen wurden Stolpersteine verlegt

Begonnen wurde am Dienstag mit dem Einsetzen eines Steines in der Ravensteynstraße vor dem Haus Nr. 10. In Anwesenheit einer Schulklasse der Grundschule Pfaffendorf, wurde dieser Stein zum Gedenken an Mathilde Morgenthau eingesetzt. Sie hatte nach dem Tod ihres Mannes 1918 die Metzgerei in der Eltzerhofstraße aufgegeben und zog mit ihrem Sohn Alfred in das Haus Ravensteynstraße Nr. 10. Mit dem Transport vom 27. Juli 1942 wurde sie von Koblenz-Lützel nach Köln, dann über das Konzentrationslager Theresienstadt zum Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort am 19. September 1942 ermordet.

Im Anschluss erläuterte Hans Peter Kreutz, Koordinator der Christlich-Jüdischen-Gesellschaft für Brüderlichkeit, den Jungen und Mädchen die Bedeutung der Stolpersteine. Neben Mitorganisator Peter Wings, war auch der Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger anwesend, der besonders der Schulklasse die Wichtigkeit unserer freien Gesellschaft erläuterte.

Eine weitere Station war die Emser Straße 365, wo vier weitere Steine im Bürgersteig eingelassen wurden. Hier wurden diese Steine im Beisein der vierten Klasse der Grundschule Horchheim eingesetzt. Diese Steine wurden zum Gedenken an die Geschwister Berta und Alexander Salomon sowie Ernst und Otto Fried im Bürgersteig eingelassen. Berta und Alexander Salomon stammten aus einer alteingesessenen Metzgerfamilie, die in der damaligen Hauptstraße 37 in Horchheim wohnte. Beide wurden im September 1942 in Treblinka ermordet. Ernst und Otto Fried waren Kinder von Robert und Rebekka Fried, die als geborene Salomon eines der zehn Kinder, der in der Emser Straße 365 ansässigen Metzgerfamilie war. Der ältere Sohn Ernst starb an seinem 16. Geburtstag an einer schweren Krankheit, Otto gelang die Flucht nach Amerika und wurde später als Maler international bekannt.

Von Pfaffendorf über Horchheim ging es in den Markenbildchenweg 30, wo an diesem Tag noch drei weitere Steine im Bürgersteig eingemauert wurden. Diese Steine stehen zum Gedenken an Johanna, Dorothea und Elisabeth Schneider, die in Heddesheim, Kreis Bad Kreuznach, geboren wurden und letztendlich im Markenbildchenweg 30 wohnten. Alle drei wurden mit dem Transport vom 22. März 1942 nach Izbica deportiert und dort ermordet. Hanna Zack Miley, eine Nichte, die extra aus Amerika angereist war, schilderte in bewegenden Worten die letzten Wochen und Monate, die sie mit ihren Tanten erlebte.

Der Künstler Gunter Demnig, der 1993 die Idee zu dem Projekt „Stolpersteine“ hatte, ließ es sich nicht nehmen, die Steine an diesem Tag in Koblenz selbst zu verlegen. 1997 verlegte er die ersten Steine, die mit einer Messingplatte überzogen und mit einer einheitlichen Aufschrift, versehen sind.

Was sind Stolpersteine?

„Stolpersteine“ sollen an Menschen erinnern, die für ihren Glauben, ihre Weltanschauung oder ihr Anders-Sein mit dem Leben bezahlen mussten.

Die vier eingelassenen Stolpersteine im Gedenken an die Geschwister Berta und Alexander Salomon sowie Ernst und Otto Fried.

Die vier eingelassenen Stolpersteine im Gedenken an die Geschwister Berta und Alexander Salomon sowie Ernst und Otto Fried.

Erneut Stolpersteine gegen das Vergessen eingesetzt

Bei der Verlegung der Stolpersteine: v.li. Gunter Demling, Petzer Wings und Detlev Pilger.Fotos: HH

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