Kulturinitiative Maifeld
Ernst Heimes liest in Polch aus seinem neuen Roman
Polch. Auf Einladung der Kulturinitiative Maifeld liest der bekannte Schriftsteller Ernst Heimes am Freitag, 23. September, um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum in Polch aus seinem in diesem Jahr erschienenen Roman „Der Sommer, der alles veränderte“. Heimes, Schriftsteller und Mitinhaber der Koblenzer Buchhandlung Heimes, nimmt in seinem neuen Roman den Leser mit auf einen wilden Trip in die Zeit der siebziger Jahre. „Der Sommer, der alles veränderte“ trägt autobiografische Züge, ist aber kein autobiografischer Roman. Die Handlung beruht auf Fiktion. Gleichzeitig verneigt sich Heimes mit diesem Roman vor den Opfern des Massakers von Maillé, das bis heute unerforscht ist. Seine Kenntnisse über dieses Verbrechen deutscher Besatzer an französischen Zivilisten im Jahr 1944 entspringen intensiver und sorgsamer Recherche.
Hier einige Auszüge: „Der Sound jener Jahre gab uns Orientierung. In seiner rebellischen Stimmung fühlten wir uns aufgehoben. Es war wie eine Handreichung aus der Welt des Protests, des Aufbruchs und der Veränderung herüber zu uns ins katholisch-stickige Hinterland einer schmuddeligen, immer noch andauernden Nachkriegszeit. Wir wussten von Sitins und den Protesten der 68er in den Großstädten, die sich am VietnamKrieg, dem Widerstand gegen die Notstandsgesetze und vielem anderen entzündet hatten. Aber wir waren nicht wirklich politisch. Willy Brandt war uns näher als Kiesinger, Martin Luther King näher als Nixon. Wir verehrten Rudi Dutschke. Wir fieberten mit bei den Liedern von Joan Baez, Bob Dylan und Pete Seeger und sangen sie in schlechtem Englisch nach. Was aber in Wirklichkeit hinter all den Bewegungen und Protesten stand, hatten wir bis dahin nicht wirklich begriffen, spürten nur, hier bot sich ein begehbarer Weg auf der Suche nach Zukunft.“ Die Lesung wird musikalisch bereichert durch den Gitarristen Manfred Heimes. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten.
