Jugendhilfeausschuss beschäftigte sich mit Kindergartensituation
Erst kommt die provisorische Lösung, dann erst ein dauerhafter Kindergarten
Situation im Kindergartenbereich war für alle Fraktionen unbefriedigend – Angedachte Lösung mit der Lebenshilfe Bonn kam nicht zum Tragen
Rheinbach. Die Situation im Kindergartenbereich ist unbefriedigend, darin war sich der Jugendhilfeausschuss der Stadt Rheinbach in einer Sondersitzung einig. Eigentlich wollen alle einen weiteren städtischen Kindergarten, um die steigende Nachfrage nach Kindergartenplätzen auf Dauer befriedigen zu können. „Wir wollen endlich eine dauerhafte Lösung haben“, sagte etwa Karl-Heinz Kerstholt (SPD). Doch erneut wird es wohl nur eine provisorische Übergangslösung für ein Jahr geben, eine neue städtische Kindertagesstätte sei frühestens zum Kindergartenjahr 2021/22 denkbar, räumte Fachbereichsleiter Wolfgang Rösner ein. Die SPD hatte die Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses beantragt, um über den Neubau eines zweigruppigen Kindergartens in der Kernstadt zu beraten. Bei den Planungen solle die Möglichkeit einer späteren Erweiterung berücksichtigt werden, so die Fraktionsvorsitzende Martina Koch. Laut Kindergartenbedarfsplanung fehlten nämlich schon im Kindergartenjahr 2019/20 insgesamt 17 Plätze für Kinder über drei Jahre, die aber gerade noch so zu verkraften sei.
43 Kindergartenplätze zu wenig vorhanden
Ab dem kommenden Kindergartenjahr fehlten jedoch laut Plan volle 43 Plätze, und das Raumproblem sei nicht so einfach zu lösen. Mittlerweile habe sich die Situation sogar noch weiter verschärft. „Unserer Auffassung nach ist inzwischen deutlich erkennbar, dass die Stadt Rheinbach einen weiteren Kindergarten benötigt, der zeitnah geplant und gebaut werden muss“, argumentierte Koch. Denn spätestens 2020 zeichne sich der Bedarf für zwei weitere Gruppen für Kinder über drei Jahren ab. Darüber hinaus dürften die neuen Wohnquartiere auf dem Pallotti- und dem Majolika-Gelände den Bedarf an Plätzen sicherlich noch deutlich vergrößern, glaubte sie. Aus Sicht der SPD biete es sich daher an, die beim Bau des Wohngebietes Weilerfeld nicht umgesetzte Planung für einen Kindergarten wieder aufzunehmen und zu prüfen, ob im Bereich des jetzigen Kinderspielplatzes eine neue Kita gebaut werden könne. Dort könnten unter anderem die Kinder aus dem Weilerfeld sowie aus Wormersdorf aufgenommen werden, wo es ebenfalls einen starken Mehrbedarf gebe. Man sei aber auch offen für andere Standortvorschläge der Verwaltung.
Zwei Möglichkeitenwurden geprüft
Rösner führte in seiner Antwort aus, die Verwaltung überlege bereits seit längerer Zeit, das Betreuungsangebot in Tageseinrichtungen auszubauen. Dazu habe man zwei Möglichkeiten ermittelt. Zum einen könne der Kindergarten der „Lebenshilfe Bonn“ am Standort Koblenzer Straße mit einem Erweiterungsbau vergrößert werden, was die zusätzliche Einrichtung von zwei Kindergartengruppen ermöglichen würde. Ein entsprechender Förderantrag sei bereits 2018 beim Landschaftsverband eingereicht worden. Leider habe die Lebenshilfe Bonn im Frühsommer mitgeteilt, dass eine Verwirklichung im kommenden Jahr nicht möglich sei. Daher habe man zunächst geprüft, ob eine Nutzung des derzeit von der Stadt angemieteten Gebäudes in der Koblenzer Straße 6 – dem früheren Sitz der „Neuen Pfade“ – für eine vorübergehende Nutzung zu Unterbringung einer Kindergartengruppe in Betracht komme. Die Anforderungen an die kindgerechte Ausstattung würden aber umfangreiche Baumaßnahmen mit entsprechenden Kosten nach sich ziehen und andere Nutzungskonzepte für das Gebäude über einen längeren Zeitraum hinweg verhindern. Aus diesem Grunde habe sich die Verwaltung für eine „mobile Lösung“ als kurzfristiges Provisorium für ein Jahr ausgesprochen in Form eines Kindergartencontainers.
Auf dem Pallotti-Areal soll etwas entstehen
Zunächst müsse also eine eingruppige Einrichtung mit der Gruppenform III zum Kindergartenjahr 2020/21 als Übergangslösung gebaut werden. Dann folge der Bau einer zweigruppigen Tageseinrichtung zum Kindergartenjahr 2021/22, womit dann die Übergangslösung aufgegeben werden könne. In den Folgejahren schließlich stehe der Bau einer zweigruppigen Einrichtung im Bereich des Pallotti-Areals auf der Tagesordnung, diese Kita sei bereits Bestandteil der Planungen.
So beauftragte der Ausschuss die Verwaltung einstimmig, die Rahmenbedingungen für eine vorübergehende Raumlösung zu Unterbringung einer Kindergartengruppe der Gruppenform III mit 25 Kindern zum Kindergartenjahr 2020/21 zu prüfen und dem Jugendhilfeausschuss einen Realisierungsvorschlag in der nächsten Sitzung zu unterbreiten. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für die Errichtung einer zweigruppigen Einrichtung mit den Gruppenformen II und III zu erstellen und dem Jugendhilfeausschuss zur Beratung vorzulegen.
JOST
