Veranstalter und Stadt bezogen Stellung zur Absage des Münz Firmenlaufs
Erstattung der Startgelder ist ausgeschlossen
Keine Alternative zum sofortigen Abbruch
Koblenz. Nachdem der münz Firmenlauf 2016 wegen eines drohenden Unwetters abgesagt werden musste hatten jetzt der Veranstalter Bernhard Münz, Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig und Vertreter der zuständigen Sicherheitsbehörden zu einer Pressekonferenz eingeladen, um die Gründe für die Absage darzustellen. Hierbei gab der OB erst einmal einen Rückblick auf die Ereignisse am Tag der Veranstaltung im Einzelnen und dazu einen genauen Zeitablauf der Geschehnisse. „Aus Sicht der Stadt ist der münz Firmenlauf eine der bedeutsamen Sportereignisse und in diesem Jahr durch die hohe Beteiligung und die Anmeldezahl ganz besonders. Und insoweit war für uns immer klar, dass wir alles dazu beitragen möchten was möglich ist, damit der münz-Firmenlauf tatsächlich stattfinden kann. Auf der anderen Seite stand natürlich das schutzwürdige Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Aktiven und den Zuschauern. Demzufolge war klar, dass wir eine Entscheidung zu treffen haben, die immer eine Abwägung ist, zwischen Sorglosigkeit auf der einen Seite und Übervorsicht auf der anderen Seite. Das eine wäre so schädlich wie das andere“, so der Oberbürgermeister ist seiner Einleitung auf der Pressekonferenz. Der OB betonte auch die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und das diese sich bei einer solch wichtigen Entscheidung an einen Tisch gesetzt haben, um eine Entscheidung zu treffen.
Lage war nicht klar abzusehen
Markus Obel von der Feuerwehr Koblenz gab eine Übersicht über die Wetterlage am Veranstaltungstag, denn man stand auch in Verbindung mit dem Wetteramt. Für den Freitag war ein Unwetter angesagt, mit Gewitter, Starkregen und mit heftigen Winden, jedoch war nicht abzusehen, ob Koblenz direkt davon betroffen sein wird. So stellte sich für die Verantwortlichen die Situation am Freitagmorgen dar. Jedoch sollte zu diesem Zeitpunkt noch keine Absage gemacht werden, da dies als vorschnelle und eine Überreaktion bewertet wurde, erklärte der OB. Eine Vertagung auf den Freitag Mittag wurde beschlossen. In diesem Zusammenhang sprach Hofmann-Göttig auch von einer völlig transparenten Öffentlichkeitsarbeit. Am Mittag zeigte sich die Wetterlage jedoch als immer noch kritisch und unverändert. In Nordrhein-Westfalen war indessen ein Unwetter mit Sturmböen von 110 Km/h und tennisballgroßen Hagelkörner herunter gekommen und die Risiken für Rheinland-Pfalz bestanden weiterhin. Jedoch war am Mittag immer noch nicht klar, wie es für Koblenz aussehen wird und man wollte die Wetterlage erst einmal abwarten und beobachten, um gegebenenfalls mit einem einstündigen Vorlauf zu reagieren.
Evakuierungs- und Schutzplan wurde vorab entwickelt
Unwetterzellen können sich aktuell immer sehr spontan bilden und lokal entladen, das wusste man sehr genau. Dazu haben die Verantwortlichen gemeinsam einen Evakuierungs- und Schutzplan entwickelt, der vorsah, bei einem Abbruch während des Laufs die Menschen aufzufordern, Schutz in der Altstadt, in der Innenstadt und in der Rhein-Mosel-Halle zu suchen. Weitere Fahrzeuge der Feuerwehr mit Lautsprechern bestückt wurden bereitgestellt, um an der Laufstrecke mit den Läufern zu kommunizieren. Das Veranstaltungsgelände war komplett vorbereitet, unter anderem mit 185 VIP-Zelten, einer mit Streckenposten ausgestatteten Laufstrecke und 800 Helfern für Firmenläufer. Unkalkulierbare Gewitterzellen kamen gegen 15.30 Uhr aus südwestlicher Richtung und zeitgleich kam von Westen her ein Gewitter mit Einschlägen an der Stadtgrenze von Koblenz, denn eine sichere Einschätzung der weiteren Entwicklung war nicht mehr gewährleistet.
Absage in letzter Minute
Diese Gewitterfront war ausschlaggebend für den Abbruch: „Hier haben wir dann die Reißleine gezogen“ so Markus Obel bei seiner Ausführung. Wenige Minuten vor 16 Uhr erreichte den Veranstalter die Nachricht der Feuerwehr, dass es keine Alternative zum sofortigen Abbruch gab. Auch wurde an dieser Stelle über die Möglichkeit eines verspäteten Starts nachgedacht, jedoch war diese Option nach einem Katastrophenalarm im nahegelegenen Stromberg, Starkregen in Andernach und drohenden Sturmböen in Koblenz nicht mehr vorhanden. Durch die vorher gesagten starken Windböen war auch nicht klar, ob später überhaupt noch Zelte auf dem Veranstaltungsgelände stehen würden.
Lauf wird nicht nachgeholt
Für das Jahr 2016 wird es für den münz Firmenlauf auch keinen Alternativtermin geben. 20 Teilnehmer von 17.500 Läufern hatten beim Veranstalter bisher unverbindlich angefragt, ob es eine Chance gibt, das Startgeld zurückerstattet zu bekommen. Eine Rückerstattung ist allerdings innerhalb der allgemeinen Geschäftsbedingungen im Fall von „höherer Gewalt“ ausgeschlossen.
Ein Dank ging an alle Besucher, Läuferinnen und Läufer, die sehr friedlich und sehr ordentlich das Veranstaltungsgelände nach Bekanntgabe der Absage verlassen haben. Der OB lobte zudem das Verhalten des Veranstalters als vorbildlich, der auch zu keiner Zeit die Sicherheit der Läuferinnen und Läufer, sowie der Besucher riskieren wollte. Aufgrund der erheblichen wirtschaftlichen Investition wollte der Veranstalter eine Absageentscheidung jedoch erst zu einem Zeitpunkt getroffen sehen, wie dieses wirklich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gegeben ist, erläuterte Hofmann-Göttig in der Pressekonferenz. Alle Beteiligten gaben aber eine gemeinsame Aussage – „Wir haben die richtige Entscheidung getroffen und dazu stehen wir.“
Bernhard Münz (münz-Sportkonzept) und Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (re.) waren sich einig, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, den münz-Firmenlauf abzusagen.
(v.l.) Martin Velten (Polizeiinspektion 1) und Thomas Fischbach (Polizeidirektion Koblenz) gaben ein Statement auf der Pressekonferenz.
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