Erste Bilanz im Projekt „Thermographiebefliegung Rheinbach“
Terminlisten der Berater vor Ort und im GTZ sind voll - Weitere 100 Hauseigentümer erhalten 30 Euro Zuschuss für die erste Beratung vor Ort
Rheinbach. Ein Jahr ist es her, als ein wohl bemerkenswertes Pilotprojekt zum Klimaschutz in Rheinbach startete. Mit einer Thermographiebefliegung über den Dächern der Stadt Rheinbach konnte jeder Hauseigentümer den persönlichen Befund über den energetischen Zustand seiner Immobilie erhalten.
„Über das Dach ins Haus“, war der Gedanke der Initiatoren. 8.500 Gebäudeeigentümer wurden angeschrieben und erhielten ein einmaliges kostengünstiges Angebot, einen Beitrag zur Energieeinsparung zu leisten. Rund sechs Wochen nach dem Versand der Anschreiben zogen nun Robin Denstorff, der Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, zusammen mit Bürgermeister Stefan Raetz und Jürgen Kalb von der Verbraucherzentrale NRW während eines Pressegesprächs ein erstes Fazit. Da es sich bei diesem Projekt um ein Pilotprojekt handelt, wusste keiner, wie viele Eigentümer sich auf das Anschreiben melden würden. Man hatte zwar auf einen Erfolg gehofft, aber eine solche bemerkenswerte Resonanz hatte Denstorff nicht erwartet. Bereits 66 Hauseigentümer haben von dem Angebot Gebrauch gemacht, sich von Jürgen Kalb in einem Beratungsgespräch im GTZ Tipps und Infos zur Energieeinsparung zu holen. Im Vergleich: 2012 fanden ganze sieben Beratungen statt. Auch vom Angebot der Stadt, die ersten hundert Energieberatungen vor Ort mit 30 Euro zu bezuschussen - normalerweise werden 60 Euro für die Beratung fällig -, wurde kräftig Gebrauch gemacht. Bereits 90 Vor-Ort-Beratungen fanden in den Monaten Januar und Februar statt. Nun sattelt die Stadt nochmals auf und bezuschusst nochmals 100 Vor-Ort-Beratungen mit 30 Euro. Würde man diese Beratung in der freien Wirtschaft einholen, würde man circs 250 bis 300 Euro locker hinblättern müssen. An dieser Stelle wies Denstorff darauf hin, dass Interessenten, die bisher noch kein Anschreiben bekommen haben, dies auf Anfrage bei der GTZ umgehend erhalten können.
Kostenfreie Erstberatung
Weiterhin besteht das Angebot zur kostenfreien Erstberatung. Einfach im GTZ anzurufen und einen Termin für ein Gespräch vereinbaren - einfacher geht es nicht. Salopp gesagt: Man muss einmal Energie einbringen, sich beim GTZ melden, um dann Energie einzusparen.
In der Sache geht es nicht um eine „Luxussanierung“ um jeden Preis, denn oft sind es bisher nicht beachtete Kleinigkeiten im Haus, die letztlich die Heizkosten in die Höhe treiben, sagte Jürgen Kalb. So sind eine falsch eingestellte Wärmepumpe, ein nicht isolierter Rolladenkasten oder ein undichter Fensterrahmen oft die Verursacher für hohe Kosten trotz eines toll isolierten Daches resümierte Kalb.
Doch der Herr von der Verbraucherzentrale NRW spürt beim Vorort-Termin nicht nur diese „kleinen“ Mängel auf, er rät nach Inaugenscheinnahme auch von unnötigen oder gar falschen geplanten Maßnahmen zur Energieeinsparung ab. So macht es eben nicht unbedingt Sinn, in einem in den 60er Jahren gebauten Haus Fenster mit 3-fach-Verglasung einzubauen und sich dann vielleicht den Schimmel ins Haus zu holen. Entscheidet sich der Hauseigentümer für eine sinnvolle und notwendig gewordene Energieeinsparungsmaßnahme, sollte man auch die angebotenen Förderungsmöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen.
Zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die Sanierung und Modernisierung von Wohnraum mit den Programmen „Energieeffizient Sanieren“ und „Wohnraum Modernisieren“. Seit dem Inkrafttreten verschärfter Energiespar-Regeln in der EU muss der Häuslebauer diese bereits bei der Planung berücksichtigen. Doch auch Eigentümer von Altbauten müssen in manchen Fällen nachrüsten und bei Sanierungen die neuen Anforderungen erfüllen. Auch hierfür gibt es zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse bis zu 50 Prozent von dieser Förderbank.
Dies gilt auch für die Baubegleitung, bei der man auf den Einsatz von Sachverständigen bereits in dieser Phase nicht verzichten sollte, rät Jürgen Kalb. Zusätzlich empfiehlt die Bonner Energieagentur Handwerker mit Knowhow rund um die Energieeinsparung - auch aus Rheinbach. „Klimaschutz geht alle an“, sagte Bürgermeister Stefan Raetz. Dabei spielt das Rheinbacher Pilotprojekt eine herausragende Rolle. Zahlreiche Kommunen haben bereits ihr Interesse an dem Fortgang dieser Maßnahmen bekundet. Selbst auf Bundesebene wird Interesse gezeigt und um Vorstellung des Projektes gebeten. Wenn man bedenkt, dass das gesamte Projekt mit null Euro Steuermitteln läuft und komplett gesponsert wird, sollte man diese, wohl einmalige Gelegenheit nicht verstreichen lassen und von dem Angebot der Stadt Gebrauch machen, sich zu unschlagbar günstigen Konditionen mit der energetischen Sanierung seiner Immobilie zu befassen und Rat einzuholen. Vielleicht sollten Sie mal auf die neue Internetseite der Stadt Rheinbach, www.klimaschutz-rheinbach.de schauen, auf der Sie alle wichtigen Infos, Ergebnisse und Termine sehen können.
Die Besitzer von Immobilien werden mit den Informationen zum energetischen Zustand ihres Hauses nicht allein gelassen, sondern können sich zu jeder Zeit im GTZ oder vor Ort beraten lassen. Hier berät Jürgen Kalb in seinem Büro im GTZ.
