Allgemeine Berichte | 18.02.2025

Paul Gieler und Dr. Jürgen Haffke referieren über Historie des Ahrweinbaus

Erster Gesprächskreis Ahrwein ein voller Erfolg

Gelungene Wiederaufnahme des Gesprächskreises Ahrwein: Dr. Jürgen Haffke, Carolin Groß, Marc Linden, Astrid Rickert und Paul Gieler.  Foto: Klaus Geck

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das AhrWeinForum platzte fast aus allen Nähten, als der Ahrwein e.V. am Dienstag, 18. Februar, nach fünf Jahren corona- und flutbedingter Pause wieder zu einem Gesprächskreis Ahrwein eingeladen hatte. Rund 90 Gäste waren gekommen, um dem spannenden und anschaulichen Vortrag von Paul Gieler und Dr. Jürgen Haffke zur Geschichte des Weinbaus an der Ahr bis 1950 zu lauschen. „Wir sind überwältigt von der Resonanz und haben sowohl aus der Winzerschaft als auch von interessierten Bürgerinnen und Bürgern viel Lob für die Wiederaufnahme der Vortragsreihe wieder in unser Programm erhalten“, resümierte Ahrwein-Referentin Carolin Groß. In diesem Jahr sind sechs weiter Gesprächskreis-Termine geplant.

Beim Vortrag erläuterten der Historiker Haffke und der Ahrweinexperte Gieler abwechselnd die wichtigsten historischen Stationen der mindestens 1200-jährigen Weinbautradition an der Ahr. Erstmal schriftlich erwähnt wird der Weinbau im 8. Jahrhundert im so genannten „Prümer Urbar“, dem Grundbuch Klosters Prüm. Darin sind königliche Schenkungen von „Wingerten“ (Weinbergen) an der Ahr an das seinerzeit mächtigste Kloster in der Region dokumentiert. Die rote Farbe des Ahrweines taucht erstmals 1443/44 und 1490 auf. Aus welcher Rebsorte der Wein hergestellt wurde, ist laut Gieler zu dieser Zeit nicht bekannt. Der Name „Burgunder“ taucht erst 1788 in Altenahr auf, obwohl die Rebsorte aus dem fränkischen Burgund bereits Ende des 9. Jahrhunderts erstmals in heutigen deutschen Gefilden (am Bodensee) auftauchte.

Mit einem Sprung ins 19. Jahrhundert rückten die Vortragenden die Gründung der Winzervereine an der Ahr ab 1868 und die von Nordamerika ausgehenden Rebenerkrankungen Oidium und Peronospora sowie den Befall der Reblaus. In den Mittelpunkt. Weiter ging es in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hierzu erläuterte Haffke die Ausdehnung des Ahrweinbaus auf über 1.000 Hektar um 1910, die nationalsozialistische Propaganda mit der Gründung des ersten Winzerfestes an der Ahr 1934, die Grundstückszersplitterung durch jahrelange Erbteilung sowie die Weiterentwicklung des Weinbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Weinbau an der Ahr ab 1950 ist Thema eines weiten Vortrages im nächsten Jahresprogramm.

Im Part „Ahrwein“ aktuell schilderte Winzermeister Marc Linden neben den zurzeit anstehenden Arbeiten wie Rebschnitt und das Biegen der Reben die drei Frostperioden (Früh-, Winter- und Spätfröste), denen die Reben ausgesetzt ist. Vor allem bei den im April bis Mai auftretenden Spätfrösten sei, wie das Jahr 2024 zeigte, die Gefahr bis zur totalen Vernichtung der Ernte besonders groß. Astrid Rickert, Kellermeisterin in der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, berichtete über die erfreulich gute Entwicklung der Weine des Jahrgangs 2024, der zwar mengenmäßig riesige Ausfälle hatte, dessen Qualität aber über dem Durchschnitt liege.

Der nächste Termin des Gesprächskreises Ahrwein findet am Dienstag, 22. April, um 19 Uhr im Weingut Maibachfarm mit einem Exkurs zum Thema Thema Ahrwein-Vermarktung statt. Unter dem Titel „Die Zukunft des Tourismus im Ahrtal – Quo Vadis?“ erläutert der Geschäftsführer des Ahrtal-Tourismus, Andreas Lambeck, wie sich der Tourismus in der Region nachhaltig entwickeln und dauerhaft als Marke etablieren kann. Infos unter ahrwein.de/gespraechskreis.

Gelungene Wiederaufnahme des Gesprächskreises Ahrwein: Dr. Jürgen Haffke, Carolin Groß, Marc Linden, Astrid Rickert und Paul Gieler. Foto: Klaus Geck

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Anzeige Show Alive
AZ_Gelenk 2026
Zukunft trifft Tradition KW 18
AzubiSpots Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
87

Die Woche vom 11. bis 17. Mai bringt Bewegung in viele Lebensbereiche. Gefühle klären sich, Entscheidungen rücken näher und im Alltag zeigen sich neue Chancen. Rund um den Vatertag am 14. Mai zieht es viele Menschen ins Freie. Gemeinsame Aktivitäten sorgen für Ausgleich, können aber auch Spannungen offenlegen. Wer aufmerksam bleibt, erkennt früh, wo es sich lohnt, innezuhalten oder aktiv zu werden.

Weiterlesen

Verleihung Ehrenamtspreis Stadt Andernach am 29. April 2026 (v.l.n.r.): Bürgermeister Claus Peitz, Gerd Kaul, Vorsitzende des Vereins Freundschaftskreis Dimona-Andernach e.V. Barbara Söhngen, Oberbürgermeister Christian Greiner)Foto: Sebastian Waluga
21

Andernach. Im Historischen Rathaus der Stadt Andernach sind am 29. April 2026 zwei besondere ehrenamtliche Engagements mit dem Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ehrte Oberbürgermeister Christian Greiner den Miesenheimer Bürger Gerd Kaul sowie den Verein Freundschaftskreis Dimona-Andernach e. V. für ihren langjährigen Einsatz.

Weiterlesen

Symbolbild.
214

Region. Ein Spielteilnehmer oder eine Spielteilnehmerin aus dem Westerwald hatte am vergangenen Freitag allen Grund zur Freude: Mit einem Tippschein für die europäische Lotterie Eurojackpot, den er oder sie in einer Annahmestelle von Lotto Rheinland-Pfalz gespielt hatte, gewann er oder sie in der Gewinnklasse 2 über 681.000 Euro.

Weiterlesen

Weitere Artikel
10

Ab dem 28. Mai auf dem Unkeler Sportplatz

Deutsches Sportabzeichen in Unkel erwerben

Unkel. Es ist wieder so weit: Ab Donnerstag, dem 28.05.2026, besteht die Möglichkeit, zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr nach telefonischer Absprache das Deutsche Sportabzeichen auf dem Unkeler Sportplatz zu erwerben. Dies erfolgt im Rahmen von Training und Abnahme.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Dienstleistungen
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Haus
Schulze Klima -Image
Werksverkauf Anhausen
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NoWi
Heizöl/Diesel/Holzpellets
Outdoormöbel
Door To Door Anzeige
10 Jahre NOWI
Zukunft trifft Tradition KW 18
First Friday Anzeige Mai
Stellenanzeige
Stellenanzeige