Allgemeine Berichte | 08.08.2018, 11:22 Uhr

Ein Liederabend zum Abschluss der Kulturwochen

Erwachen mit Nico Heinrich und Peter Bortfeldt

Abschlusskonzert: Volles Haus im Atelier Michael Franke zum Liederabend „Erwachen“. Gemeinde Wachtberg/mm
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Wachtberg-Gimmersdorf. Es war heiß, auch an diesem letzten Tag der 12. Wachtberger Kulturwochen. Trotz Rekordhitze draußen herrschten in der großen Sakralscheune im Gimmersdorfer Atelier von Michael Franke angenehme Temperaturen - und sie war voll besetzt. Der Abschluss des diesjährigen Kulturevents stand an – ein Liederabend mit dem Wachtberger Tenor Nico Heinrich und dem Pianisten Peter Bortfeldt.

Das Programm führte Werke von Antonin Dvorak, Johannes Brahms, Franz Schubert, Richard Wagner und Richard Strauss auf. Unter den Titel „Erwachen“ hatte Heinrich das Konzert gestellt und, wie er es in der Ankündigung beschrieben hatte, dabei Erwachen in vielerlei Hinsicht in den „musikalischen“ Blick genommen - aus einem schönen Traum, in der Natur, als Wiedererwachen einer verloren geglaubten Liebe.

Erwachen – in der Liebe und in der Natur

Um die Liebe, das Glück und die Sehnsucht kreisten gleich zu Beginn die ersten Stücke. Mit seiner Auswahl aus Dvoraks „Liebeslieder op. 83“ bewies Heinrich Feingefühl. Die Lieder, brillant am Klavier begleitet von Bortfeldt, entführten die Zuhörer direkt in die Welt zarter Verliebtheiten und leidenschaftlicher Sehnsüchte. Mit seiner ausdrucksstarken Stimme und zugleich eindrucksvollen Mimik verstand Heinrich es bestens, die verschiedenen Gefühlswelten musikalisch wie emotional herauszuarbeiten, ob „Im süßen Bann durch Dich, Liebe, zum Leben erweckt“ oder „Du einzig Teure, nur für dich“. Wenn auch nicht jede Liebe glücklich ist, „Tot ist’s in mancher Menschenbrust“, Heinrichs Gesang und Bortfelds fulminantes Spiel kamen musikalisch als perfektes „Paar“ daher.

Das Erwachen der Natur thematisierten anschließend drei Lieder von Brahms. Da hieß es „Meine Liebe ist grün“ und „An ein Veilchen“, es ging um prächtig blühenden Flieder und sommerliche Glücksgefühle. Schön gewählt, haben doch auch wir zurzeit einen Bilderbuchsommer wie schon lange nicht mehr. Wie passend, gerade beim Lied „Unbewegte laue Luft“ hatten sich einige zarte Puschel von Pusteblumen in die Scheune verirrt und schwebten über den Köpfen der Zuhörer hinweg. Beschaulich, aber nicht lange, denn mit Schuberts „Der Zwerg“ wurde es lauter und ernster. Es folgten, nach einer Pause, in der sich die Besucher mit kühlen Getränken erfrischen konnten, zwei weitere Schubert-Lieder, „Am See“ und „Halt!“, letzteres bekannt aus „Die schöne Müllerin“. Heinrich und Bortfeld begeisterten auch hier mit fein nuanciertem Gesang beziehungsweise perfekt abgestimmten Klavierpartien.

Erwachen – aus Schmerzen und Träumen

Mit Wagners Lied „Schmerzen“ stand wieder Dramatischeres auf dem Programm, besonders Bortfeldt stellte hier mit beeindruckenden Sequenzen sein ganzes Können unter Beweis. Anders, zarter dann ging es mit „Träume“ weiter, der Gesang leichter. Wie in den lauteren, so auch in den leiseren Passagen, weiß Heinrich mit seiner Stimme zu brillieren. Das Konzert endete mit Liedern von Strauss, unter anderem mit „Die Georgine“ und „Morgen“, in der die Frage im Raum stehen blieb: „Wo werden wir uns in die Augen sehen?“ Applaus!!! Wo es ein Wiedersehen geben wird, blieb offen, aber zwei Zugaben hatten die beiden Musiker noch, „Ständchen“ von Strauss und „Die Forelle“ von Schubert.

Zu Ende in 2018 – auf Wiedersehen in 2019

Das waren die 12. Wachtberger Kulturwochen. Bürgermeisterin Renate Offergeld dankte Gastgeber Michael Franke dafür, dass er erneut seine schönen Räumlichkeiten für das Abschlusskonzert zur Verfügung gestellt hat. Franke hielt sich eigentlich momentan anlässlich einer großen Ausstellung seiner Werke in Orvieto in Italien auf, war aber eigens zum Konzert angereist – mitsamt einiger seiner imposanten Bilder, die er in der Scheune und im großen Galeriebereich im Entree ausstellte.

Offergeld dankte weiter allen teilnehmenden Künstlerinnen, Künstlern, allen Wachtbergern, die erneut ihre Häuser und Gärten geöffnet hatten, und allen Sponsoren für ihre Mitwirkung bei den diesjährigen Wachtberger Kulturwochen. „Wachtberg hat sich wieder von seiner besten Seite gezeigt!“ zog Offergeld freudig Resümee und lud schon jetzt alle herzlich zu den 13. Wachtberger Kulturwochen in 2019 ein. Die werden dann im Rahmen der 50-Jahre-Gemeinde-Wachtberg-Feierlichkeiten stattfinden.Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

Abschlusskonzert: Tenorsänger Nico Heinrich. Gemeinde Wachtberg/mm)

Abschlusskonzert: Tenorsänger Nico Heinrich. Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

Abschlusskonzert: Volles Haus im Atelier Michael Franke zum Liederabend „Erwachen“. Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

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