Allianz für Menschen mit Demenz am Mehrgenerationenhaus Koblenz gegründet
„Es kann für jeden ein Thema werden – durch alle Generationen“
Koblenz. Bis zu 1,7 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt, teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit. Diese Zahl könnte sich bis zum Jahr 2050 auf über drei Millionen erhöhen. Dazu kommen nahe Angehörige, die ebenfalls unter den Folgen dieser meist irreversiblen Krankheit leiden. Die neu gegründete „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ in Koblenz hat sich zum Ziel gesetzt, über die Erkrankungen aufzuklären, zu sensibilisieren und regelmäßige Veranstaltungen in diesem Thema zu organisieren. Die Koordinierung übernimmt die katholische Familienbildungsstätte Koblenz mit ihrem Mehrgenerationenhaus.Die Allianz setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der AWO, des Caritasverbands Koblenz, des DRK, dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), der KoblenzerBürgerStiftung, der Pflegestrukturplanung der Stadt Koblenz und dem Koblenzer Bündnis für Familie zusammen.
„Wir haben vorher schon mit diesen Partnern im Bereich Demenz, aber auch in anderen Kontexten zusammengearbeitet“, erklärt Felicitas Flöthner, Leiterin der katholischen Familienbildungsstätte (FBS), unter deren Trägerschaft das Mehrgenerationenhaus Koblenz (MGH) steht. Neu ist das konzentrierte Arbeiten an einem gemeinsamen Jahresplan mit monatlichen Angeboten für demenziell Erkrankte und deren Angehörige. Hinzu kommen weitere Verbreitungswege von Informationen durch Multiplikatoren. So bietet die Bürgerstiftung zwar keine eigenen Veranstaltungen an, „aber die haben ganz andere Verteiler und Kontakte“.
Bereits jetzt gibt es rund um Koblenz im Demenz-Bereich viele gute Angebote von unterschiedlichen Anbietern, weiß Felicitas Flöthner und nennt in diesem Zusammenhang das „Netzwerk Demenz“. Sie betont ausdrücklich, dass die neue Allianz keine Konkurrenz sein soll. Das Projekt möchte die Angebotspalette erweitern und Synergien nutzen sowie Ressourcen bündeln. Daraus ergebe sich ein Mehrwert für alle Beteiligten, ist sich Susanne Schwandt sicher. Sie ist pädagogische Mitarbeiterin im MGH und Ansprechpartnerin für das Projekt. Auch die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs ist von der trägerübergreifenden Zusammenarbeit überzeugt: „Ich freue mich, dass wir in Koblenz mit Hilfe der Lokalen Allianz noch vernetzter für an Demenz erkrankte Menschen arbeiten können“.
Das Projekt ist hier gut verortet; im MGH und in der FBS finden schon seit vielen Jahren Veranstaltungen zum Thema statt. Dazu zählt ein Demenzparcours. „Wir hatten eine Schulklasse da, von denen fast ein Drittel im privaten Umfeld Erfahrungen mit dieser Krankheit hatte“, berichtet Susanne Schwandt. Felicitas Flöthner sieht darin eine Bestätigung auf dem richtigen Weg zu sein. „Es kann für jeden ein Thema werden – durch alle Generationen.“ Daher hat sich die Allianz unter anderem zum Ziel gesetzt, verstärkt mit Schulen zusammenzuarbeiten. Momentan ist das, wie so vieles andere, nicht möglich. Selbsthilfegruppen, Gesprächskreise und Ähnliches können nicht stattfinden. Das MGH und die FBS bieten zurzeit trotzdem viele Angebote für unterschiedliche Zielgruppen und Altersklassen an. Aktuelle Informationen gibt es auf www.fbs-koblenz.de und unter Tel. (02 61) 3 56 79.
Der Aufbau von bundesweiten „Allianzen für Menschen mit Demenz“ wird durch Mittel des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für drei Jahre gefördert.
Pressemitteilung des
Bistums Trier
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