Winter-Weihnachts-(Floh-)Markt des Mayener Tierheims
Es „winterweihnachtete“ sehr im Mayener Tierheim
Erlös kommt den Tieren im Tierheim zugute
Mayen. Da staunten die Tierheim-Mitarbeiter und Ehrenamtler, die den diesjährigen Winter-Weihnachts-(Floh-)Markt auf die Beine gestellt hatten, nicht schlecht: Als sie am Sonntagvormittag die Pforten öffneten, stürmen Besucher im wahrsten Sinne des Wortes die Räumlichkeiten: „Zuweilen schien es hier weder vor noch zurück zu gehen“, berichtet eine Tierheim-Mitarbeiterin und kann es immer noch nicht fassen. Mir einem solchen Ansturm hatte man nicht gerechnet; umso größer die Freude auf allen Seiten: Die Besucher machten tolle Schnäppchen – das Tierheim kann den Erlös daraus sehr gut gebrauchen. Kleidung, Porzellan, Haushaltsartikel, Schmuck, Bücher, CDs und DVDs, Tierzubehör – es war mal wieder für jeden etwas dabei. Und in einem separaten Raum erwarteten die Tierheim-Besucher festliche Deko-Artikel rund um die nahende Weihnachtszeit. Vor dem Hauptgebäude des Tierheims tummelten sich den ganzen Tag über zahlreiche große und kleine Gäste – überwiegend Zweibeiner, doch auch manch ein ehemaliger Schützling von Ruth Driessen und ihrem Team nutzte die Gelegenheit, mit Herrchen und Frauchen noch einmal vorbeizuschauen und „Hallo“ zu sagen. Vermittelte Tiere in guten Händen zu wissen, ihnen regelrecht anzusehen, wie gut es ihnen heute geht, das ist für die Tierschützer der größte Lohn. Rüde „Garrafon“ (heute heißt er „Ramon“) beispielsweise musste sehr lange auf ein neues Zuhause warten. Am vergangenen Sonntag stolzierte er neben seinem neuen Frauchen über das Tierheimgelände, strahlte sichtlich über beide Lefzen und begrüßte seine ehemaligen Betreuer wie auch viele andere Menschen und Hunde herzlich. „Es ist so schön zu sehen, wie gut es Ramon geht“, freute sich Ruth Driessen, „er war so lange bei uns im Tierheim – jetzt schlendert er mit Frauchen hier über das Fest als sei es nie anders gewesen.“
Tiere in guten Händen zu wissen ist der größte Lohn für die Tierschützer
Besucher des winterweihnachtlichen Festes genossen den Tag bei Kaffee, Glühwein und vielen Leckereien: Frische, duftende Waffeln und zahlreiche selbst gebackene Kuchen versüßten den Menschen den Tag und ließen wohl manch einem Hund das Wasser in den Lefzen zusammenlaufen. Die vegetarischen Sandwiches fanden einen so reißenden Absatz, dass sie bereits am frühen Nachmittag ausverkauft waren; ein klarer Hinweis für die Organisatoren, dass es beim nächsten Fest mehr davon geben muss!
Mit von der Partie war dieses Mal der Verein „Hoffnungsvolle Hände für Tiere e. V.“ aus Bruttig-Fankel an der Mosel, mit dem Ruth Driessen gerne kooperiert: „Das sind nur fünf Leute, ich habe riesigen Respekt davor und finde es ganz toll, was die seit ihrer Gründung im Jahr 2012 alles auf die Beine gestellt haben“, so die Tierheim-Chefin. Der kleine Verein legt sich nicht nur für wenige Hauptprojekte ins Zeug, er agiert flexibel und hilft dort, wo aktuell die Not am größten ist. Dauerhaft unterstützt „Hoffnungsvolle Hände für Tiere e. V.“ eine private Vogel-Pflegestelle, die ausgesetzte oder kranke Haus- und Wildvögel aufnimmt, finanziell und mit Futterspenden; die erste Tiertafel im Raum Cochem-Zell ist ebenfalls eine Initiative der Tierschützer. Zudem betreuen und versorgen sie Streunerkatzen im Raum Cochem-Zell und unterstützen das Tierheim Gostomel in der Ukraine, das von einer außergewöhnlichen Frau geführt wird: Asia Serpinskaya kündigte ihre Anstellung als Mathematik-Professorin, um inzwischen mehr als 800 Hunde und 400 Katzen in ihrem Tierheim „KSPA Shelter Gostomel“ zu betreuen. Staatliche Unterstützung hierfür gibt es nicht, Frau Serpinskaya verkaufte ihr ganzes Hab und Gut, um das Projekt möglich zu machen. „Diesen vorbildlichen Tierschutzgedanken unterstützen wir gerne“, sind sich die Tierschützer aus Bruttig-Fankel einig.
Vorbildliches Tierschutzprojekt
Zwei, die ebenfalls Außergewöhnliches leisten, bereicherten außerdem das „Winterweihnachtsfest“ des Mayener Tierheims: Andrea und Harald Kaiser aus Höhr-Grenzhausen. Die beiden hatten einen großen Hänger voll zauberhafter, überwiegend selbstgemachter Weihnachtsdeko mitgebracht, die sie zum Verkauf anboten; der Erlös hieraus geht komplett an das Tierheim. „Wir sammeln das ganze Jahr über Dinge, die wir zugunsten der guten Sache auf Flohmärkten verkaufen“, berichtet Harald Kaiser. Er kümmere sich darum, dass „Material“ nachkomme, aus dem seine Frau dann im heimischen Wohnzimmer mit viel Liebe schöne Dinge gestalte. „Dabei geht so mancher Abend ins Land“, so Kaiser, „manchmal, wenn es mal wieder sehr spät geworden ist, sage ich auch schon mal: Jetzt muss aber mal Schluss sein“, lacht er. Ja, es sei manchmal sogar schwierig für die Hunde, zwischen all den Kisten die Couch zu erreichen, schmunzelt auch Andrea Kaiser. Aber die beiden wissen, wofür sie all das auf sich nehmen und stellen ihr Engagement kein bisschen infrage. Wenn „Not am Mann“ ist, führen sie außerdem Nachkontrollen für das Mayener Tierheim durch.
Toll für viele Hunde war der Stand von Tier-Physiotherapeutin Bianca Gesellgen aus Mülheim-Kärlich. Die junge Frau behandelt Patienten des Mayener Tierheims unentgeltlich und hat schon manch einem von ihnen wieder auf die Beine geholfen. Neben einem kostenlosen „Check-Up“ für die vierbeinigen Besucher des Festes, gab es wertvolle Tipps für deren Besitzer; zudem veranstaltete Bianca Gesellgen gemeinsam mit ihrer Kollegin Anne Mohrs eine Tombola zugunsten des Tierheims.
„Es war ein wunderschöner Tag“, resümierte Tierheim-Mitarbeiterin Kristina Wagner am Abend müde, aber glücklich, „wir danken allen und insbesondere unseren engagierten Ehrenamtlern, die diese tolle Veranstaltung wieder mit uns möglich gemacht haben.“
Es weihnachtete ordentlich im Mayener Tierheim. Fotos: SOT
Ob sich unter den vielen Besuchern das neue Herrchen oder Frauchen versteckt hat?
Zwei Engel für Tiere: Andrea und Harald Kaiser verkauften wunderschöne, handgebastelte Deko– der Erlös ging komplett ans Mayener Tierheim.
