Besuch aus Belgien im HoT in Sinzig
Europäischer Erfahrungsaustausch
Sinzig. Nachdem im Oktober 2016 Mitarbeiter des Haus der offenen Tür (HoT) in Sinzig einen Einblick in die Arbeit der Sozialarbeiter in der deutschsprachigen Gemeinde Eupen in Belgien erhalten konnten, besuchte nun jüngst eine Gruppe von sechs belgischen Kollegen das HoT in Sinzig. Ziel war es, den Gästen aus Belgien einen möglichst umfassenden Überblick über die Tätigkeitsfelder des HoT sowie des Projektes Smarts-Up im HoT zu vermitteln. Im Fokus standen die Bereiche Offene Jugendarbeit, schulnahe Sozialarbeit, Einzelfallhilfe sowie passgenaue Unterstützung beim Berufseinstieg von jungen Erwachsenen. Träger des HoT ist die Katholische Kirchengemeinde St. Peter in Sinzig. Das Projekt Smarts-Up wird im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund, Handlungsschwerpunkt Integration statt Ausgrenzung (IsA) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
Neben dem HoT wurden auch verschiedene andere Einrichtungen der Region mit ihrer vielseitigen und engagierten Jugendarbeit vorgestellt. So präsentierten Annette Gies und Sara Wessel die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Bad Neuenahr-Ahrweiler („OKUJA“) als eine soziale Einrichtung, die freiwillige und überwiegend kostenfreie pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche anbietet. Auch Danijela Koll, seit einigen Monaten hauptamtliche Leiterin des Jugendtreffs in Burgbrohl, stellte sehr engagiert und mit Herzblut die unterschiedlichen, vielfältigen Angebote „ihres“ Treffs vor, der mehr als ein „reiner“ Jugendtreff ist, sondern sich in den letzten Monaten immer mehr zur Anlaufstelle für alle möglichen Probleme und Anliegen der Menschen in und um Burgbrohl entwickelt hat. Über seine umfassende Arbeit als Jugendpfleger in der Verbandsgemeinde Adenau und die aktuelle Situation dort gab Jürgen Schwarzmann einen Überblick. Auch Nicole Emmler von prOju, dem Projekt Offene Jugendarbeit in Bad Hönningen, gab den belgischen Gästen gern Auskunft über die vielseitigen Aufgaben ihrer Arbeit.
Im Anschluss fand eine Stadtführung durch Sinzig aus ‚Pädagogensicht‘ statt. Bernd Linnarz vermittelte hier also nicht nur allerlei Wissenswertes zur Stadtgeschichte, sondern ging auf insbesondere beliebte Orte bei Jugendlichen ein, beleuchtete vermeintliche Problemlagen und positive Entwicklungen.
Auch kam an diesem Tag der fachliche Methodenaustausch nicht zu kurz. So stellten die Mitarbeiter des HoT den belgischen Sozialarbeitern eine wissenschaftlich fundierte Methode vor, wie sich individuelle Kompetenzen des Einzelnen messen lassen. Durch so ein objektiviertes Feedback können sich junge Menschen beispielsweise noch zielgerichteter auf Ausbildung und Beruf vorbereiten.
Nach einem langen Tag mit vielen spannenden Erfahrungsaustauschen und Fachgesprächen ist ein weiterer Grundstein für eine deutsch-belgische Zusammenarbeit zwischen dem HoT in Sinzig und dem Jugendbüro in Eupen gelegt. Bereits Anfang 2017 wird ein nächstes Treffen stattfinden, um voneinander zu lernen und gemeinsame Projekt voranzutreiben – diesmal wieder in Eupen.
BL
