Allgemeine Berichte | 04.09.2023

Haus der Stille in Rengsdorf schult Kursleitende im Umgang mit sexualisierter Gewalt

Evangelische Kirche setzt Meldepflicht bei Verdacht fest

Unter Leitung von Psychologin Dr. Juliane Arnold (links) haben sich 15 Kursleitende im Haus der Stille einen Tag lang intensiv für die Prävention sexualisierter Gewalt fortgebildet. Die Therapeutin und Supervisorin Dr. Arnold ist Psychologische Leiterin der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung in Köln. Foto: Dorothea Müth-Abu Dhis

Rengsdorf. Im Haus der Stille in Rengsdorf fand kürzlich eine Schulung für Kursleitende zur Prävention und zum Umgang mit sexualisierter Gewalt statt. 14 Dozentinnen und Dozenten aus dem Bereich der Meditations- und Einkehrkurse wurden von Dr. Juliane Arnold intensiv geschult. Die Teilnehmenden erhielten ein besseres Verständnis für Sprache und Situationen, die Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung begünstigen könnten. Zudem wurden klare Verfahrenswege für den Fall von erlebter oder beobachteter sexualisierter Gewalt vermittelt. Bei begründetem Verdacht besteht Meldepflicht bei der Ansprechstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in Düsseldorf.

Alle weiteren der insgesamt rund 80 Kursleitenden sind angehalten, eine ähnliche Schulung bis zum Jahr 2024 zu absolvieren. Die 17 festen Mitarbeiter des Hauses der Stille haben bereits im November 2022 an einer solchen Schulung teilgenommen.

Das Haus der Stille legt großen Wert auf den Schutz von Gästen, Besuchern und Mitarbeitenden. Dementsprechend wurden alle Räumlichkeiten auf potenzielle Gefahren untersucht und Verbesserungen, etwa in Form neuer Schließsysteme für die Gästezimmer, sind geplant. Im Foyer informiert ein Plakat über die zuständigen Ansprechpersonen. Drei unabhängige Vertrauenspersonen in der EKiR stehen zur Beratung zur Verfügung, und der Kontakt kann sowohl telefonisch als auch schriftlich hergestellt werden.

Darüber hinaus müssen alle Kursleitenden eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnen. Ein umfassendes Schutzkonzept wird derzeit vom Team des Hauses der Stille finalisiert und wird ab Oktober auf der Website einsehbar sein. Die Maßnahmen sind Teil der Umsetzung des Kirchengesetzes der EKiR zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, das am 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist.

Weitere Informationen sind auf der Website www.haus-der-stille.ekir.de zu finden.BA

Unter Leitung von Psychologin Dr. Juliane Arnold (links) haben sich 15 Kursleitende im Haus der Stille einen Tag lang intensiv für die Prävention sexualisierter Gewalt fortgebildet. Die Therapeutin und Supervisorin Dr. Arnold ist Psychologische Leiterin der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung in Köln. Foto: Dorothea Müth-Abu Dhis

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