Exkursion am Juckelberg
VG Maifeld. Die Biologen Jörg Hilgers und Daniel Müller, die zum Team der Stiftung für Natur und Umwelt des Landkreises Mayen-Koblenz gehören, führten eine Exkursion für NABU-Mitglieder und Interessierte am Juckelberg bei Kollig durch. Auch Tanja Stromberg, die Geschäftsführerin der Stiftung, war anwesend.
Das Ziel war, auf die Besonderheiten in Fauna und Flora hinzuweisen, die durch die Pflegearbeiten, die die Stiftung in den letzten Jahren hier veranlasst hat, möglich wurden. Das Gebiet, das früher durch Beweidung und Obstanbau geprägt und zwischenzeitlich fast zugewachsen war, ist auf dem Weg, wieder in eine halb offene Landschaft zurück verwandelt zu werden. Diese inzwischen seltenen Biotope sind sehr wertvoll, da sie den Lebensraum für viele Arten darstellen, die vom Aussterben bedroht sind.
Als Beispiel zeigte Herr Hilgers den Teilnehmern eine Stelle, die auf drei Quadratmetern vier Rote-Listen-Arten aufwies: Eine sogenannte „Mäuseschwanz-Federschwingel und Ackerfilzkraut-Flur“. Der Insektenspezialist Daniel Müller zeigte z.B. Schachbrettfalter, Brombeer-Perlmuttfalter und als Highlight eine gefleckte Keulenschrecke.
Leider wurde der Eindruck vieler Teilnehmer/innen, die die Natur mit Interesse beobachten, von den Experten bestätigt: In diesem Jahr ist der Rückgang der Insekten besonders eklatant. Es wurde deutlich, dass eine hohe Pflanzendiversität, wie sie solch halboffene Biotope wie der Juckelberg bieten, auch die Voraussetzung für eine hohe Artendichte von Insekten ist.
Auf Nachfragen hin gab Frau Stromberg noch einen kurzen Überblick über die gemeinnützige Stiftung, die 2009 entstand. Finanziert durch Gelder für Kompensationsflächen, betreut sie inzwischen 200 bis 300 Hektar an ökologisch wertvollen Flächen im Kreis Mayen-Koblenz.
Zum Abschluss bedankten sich die Teilnehmer/innen, die die Exkursion mit großem Interesse verfolgt hatten, für die sachkundige Führung.
Pressemitteilung NABU Osteifel
