Fastenaktion evangelischer Kirche steuert interessante Ziele an: Fairtrade Town Bad Ems
Fairer Handel verringert Fluchtursachen
Bad Ems/Rhein-Lahn. Mit einem Besuch im Welt-Laden in Bad Ems hat die Fastenaktion „7 Wochen mit...“ im evangelischen Dekanat Nassauer Land begonnen. Zu der lädt das Pfarramt für gesellschaftliche Verantwortung in diesem Jahr ein. An vielen Orten im Rhein-Lahn-Kreis werden Verbraucher dabei zu einem verantwortungsvolleren und bewussteren Einkaufen animiert.
„Fairer Handel verringert nicht zuletzt die Fluchtursachen von Menschen, die in Armut leben“, erklärte der Initiator der Aktion, Pfarrer Matthias Metzmacher im Weltladen. Der bietet zum einen in Kooperation mit der Stiftung Scheuern heimische Produkte an. Eine sehr fruchtbare Kooperation am Standort Bad Ems, wie der Direktor der Stiftung Pfarrer Gerd Biesgen erklärte. Zum anderen hält der Laden in der Römerstraße 72 ganz unterschiedliche fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern für die Kunden bereit. Was das konkret bedeutet, erläuterte Gerth Stecher, der dort mit einem ehrenamtlich hoch engagierten Team von fast 30 Personen den Laden managt. Er stellte auch die Arbeit einer Steuerungsgruppe vor, die sich nach einem Beschluss im Stadtrat vergangenes Jahr jetzt um eine Anerkennung der Stadt Bad Ems als „Fairtrade-Town“ bemüht. Nicht nur die Stadt selbst, auch das Gewerbe und die Zivilgesellschaft sollen für den Kauf fairer Produkte sensibilisiert werden, um das Siegel zu erhalten.
Angetan sowohl von Weltladen, Fastenaktion als auch dem Gedanken der Fairtrade-Town zeigte sich der Bad Emser Stadtbürgermeister Berny Abt: „Ich finde die Idee, die dahintersteckt, einfach super.“ Nicht nur er. Die mit fair gehandeltem Tee, Honig und Schokolade bestückten Präsentkörbe, die er neuerdings bei Jubiläen überreiche, kämen ebenfalls gut an. Schulen, Kindergärten und der Gewerbeverein seien für das Siegel mit im Boot ebenso wie schon mehr faire Produkte verkaufende Einzelhändler als es die Kriterien vorsehen. „Das reicht uns aber noch nicht“, so Stecher. Vor allem in der Gastronomie sieht die Steuerungsgruppe noch Handlungsbedarf. Stadtchef Abt erinnerte an Kantinen in der Stadt und an Betriebe, die zum Beispiel nicht ganz so viel Kaffee umsetzen und deshalb vielleicht eher bereit sind, auch fair gehandelte Bohnen ins Angebot aufzunehmen.
An die Ursprünge der Fairtrade-Bewegung erinnerte Matthias Metzmacher mit einem Quiz, bevor der Theologe mit einer Geschichte verdeutlichte, dass Armut und Flüchtlinge nicht gottgegeben, sondern von Menschen „gemacht“ sind. „Auch wir machen dabei mit!“
Pressemitteilung
Evangelische
Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn
Pfarrer Matthias Metzmacher ist der Initiator der Aktion.
