Stadt und Verbandsgemeinde fördern den Gedanken des Fairen Handels
Fairtrade-Titel seit zwei Jahren
Die Stadt Linz wurde im April 2019 die 595. Fairtrade Town in Deutschland und die 34. in Rheinland-Pfalz
Linz. Vor zwei Jahren wurden die Stadt Linz und die Verbandsgemeinde Linz aufgrund ihres Engagements für den Fairen Handel von Fairtrade Deutschland mit dem Titel Fairtrade Stadt bzw. Fairtrade Verbandsgemeinde ausgezeichnet.
Konkret heißt das:
Die Stadt Linz wurde im April 2019 die 595. Fairtrade Town in Deutschland und die 34. in Rheinland-Pfalz.
Ein halbes Jahr später wurde die Verbandsgemeinde Linz mit dem Titel Fairtrade Verbandsgemeinde ausgezeichnet. Sie ist die 645. Fairtrade Town in Deutschland, die 35. in Rheinland-Pfalz und die 5. Fairtrade Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz.
Was war der Hintergrund für das seinerzeitige Ziel, für Stadt und Verbandsgemeinde Linz den Titel Fairtrade Town zu beantragen?
Den Grundstein für die Linzer Fair Trade Steuerungsgruppe legten 2017 drei Personen, denen der Faire Handel schon vorher am Herzen lag: Ute Groteclaes, Peter Gillrath und Hans-Joachim Schmitz. Ihr Bestreben, eine Steuerungsgruppe ins Leben zu rufen, der Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Einzelhandel und Zivilgesellschaft angehören, konnte bereits 2018 verwirklicht werden.
Die Mitglieder der Steuerungsgruppe waren der Meinung, dass es dem 2013 in der Linzer Rheinstraße eröffneten Weltladen allein nicht möglich ist, dem Fairen Handel in der Region Linz ein Gewicht zu verleihen das notwendig ist, damit die im globalen Süden hergestellten Produkte wie Lebensmittel, Textilien und Kunsthandwerk mehr als bisher gekauft und verwendet werden. Sie warben über Monate erfolgreich beim Einzelhandel, der Gastronomie sowie Schulen, Kirchen, Gemeinde-Cafes, Vereinen und darüber hinaus für den Verkauf und die Verwendung von fair gehandelten Produkten.
Als Ergebnis ließ die Steuerungsgruppe zweimal mehrere tausend Exemplare eines Einkaufsführers drucken. Er liegt überall aus und informiert darüber, bei welchen Einzelhändlern es fair gehandelte Produkte gibt, welche Gastronomiebetriebe faire Produkte verwenden und wer darüber hinaus den Fairen Handel unterstützt.
Bedingt durch Corona konnte seit vergangenem Jahr wenig unternommen werden. Doch jetzt tritt die Steuerungsgruppe, seit diesem Jahr unterstützt durch die Leiterin der Tourist-Info, Janine Petit, wieder mit verschiedenen Aktivitäten an die Öffentlichkeit.
„Grabstein“-Initiative
Gestartet wurde mit einer „Grabstein“-Initiative die zum Ziel hat, keine Grabsteine mit Hilfe von Kinderarbeit zu verwenden. Eine weitere Aktion wird zusammen mit dem Weltladen am 10. September gestartet. Hierbei handelt es sich um eine Stadtrallye, bei der die Bevölkerung sowie Schulen dazu aufgerufen werden, Akteure und Initiativen zu entdecken, die Linz schon heute fair gestalten.
Im Rahmen der Fairen Woche, die vom 10. bis 24. September stattfindet, finden zusätzlich zwei Gottesdienste statt, bei denen ebenfalls der Faire Handel im Mittelpunkt steht: Am 12. September in der ev. Kirche Linz und am 19. September in der kath. Kirche Linz.
Ziel des Fairen Handels ist es nach wie vor, benachteiligte Produzentengruppen zu unterstützen, das Verbraucherverhalten im globalen Norden zu einem sozial orientierten Konsum zu verändern und nicht zuletzt die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Produzent*innen im globalen Süden zu verbessern.
Trotz oder vielleicht gerade wegen Corona lief es ganz gut im „kleinen Fair-Trade-Kaufhaus“, dem Weltladen Linz. In der bald beginnenden Vorweihnachtszeit, haben die Mitarbeiter*innen des Weltladens wieder ein besonderes Augenmerk auf die Ladendekoration. Viele adventliche und weihnachtliche Artikel warten dann auf die Kund*innen, die sich immer mehr für die Herkunft ihrer Einkäufe interessieren. Dass sie dabei verstärkt zu Produkten aus Fairem Handel – auch als Geschenk zu Weihnachten, greifen, ist besonders erfreulich.
Das Konzept von Fair Trade bringt es mit sich, dass die Kunden des Weltladens im Vergleich zu konventionell produzierten Waren manchmal etwas mehr zahlen. Dafür bekommen sie gute Qualität und ein gutes Gewissen obendrauf. Fair-Trade-Siegel auf Produkten versprechen, dass ökologische, ökonomische und soziale Standards bei der Herstellung eingehalten werden. Und dass den Herstellern Mindestpreise dafür gezahlt werden und dass keine Kinderarbeit dahintersteckt. Alles gute Gründe, dem Fairen Handel mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Pressemitteilung
Fair Trade Steuerungsgruppe Linz
Die Mitglieder der Fair Trade Steuerungsgruppe freuen sich, dass ihre Arbeit künftig durch die Leiterin der Tourist-Info, Janine Petit, verstärkt wird. Von links: Janine Petit, Peter Gillrath, Hans-Joachim Schmitz, Didi Pörzgen, Horst Engling, Ulrich Runkel, Stefan Betzing. Foto: Fair Trade Steuerungsgruppe Linz
